Klausur der FW-Landtagsfraktion

„Starke Schulen - starker Verbund“: Bildungsstätten auch im ländlichen Raum erhalten

15.9.2021, 16:20 Uhr
Zu den „Macherschulen“ im bayerischen Schulsystem kann sich auch die Neustädter „Mittelschule am Turm“ zählen und auf „jahrgangsübergreifendes Lernen“ zum Schuljahr 2022/2023 einstellen.

Zu den „Macherschulen“ im bayerischen Schulsystem kann sich auch die Neustädter „Mittelschule am Turm“ zählen und auf „jahrgangsübergreifendes Lernen“ zum Schuljahr 2022/2023 einstellen. © o.n.

„Es geht insbesondere darum, Mittelschulen auf dem Land neue Perspektiven und Sicherheiten zu geben. Sie sind und bieten ‚Heimat für Bildung.‘ Entsprechend sind wir entschlossen, den Erfolgsweg dieser Schulart landesweit in einem koordinierten ‚Zukunftspakt Macherschule Mittelschule‘ fortzuschreiben. Gleichzeitig wollen wir gemeinsam mit der Schulfamilie Akzente für die Stärkung dieser Schulart setzen“, führte Tobias Gotthardt, bildungspolitischer Fraktionssprecher und stellvertretender Vorsitzender des Bildungsausschusses aus.

Für Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo ist in diesem Zusammenhang vor allem die gute Erreichbarkeit von Grund- und Mittelschulen von enormer Bedeutung: „Wir als Freie Wähler-Fraktion stehen zu dem Grundsatz ‚Kurze Beine – kurze Wege‘. Auch wissen wir um die hohe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Schule vor Ort und wie sehr die Bildungsstätten gerade im ländlichen Raum einen identitätsstiftenden Beitrag leisten. Deshalb wollen wir die Mittelschulen im ländlichen Raum gezielt stärken.“

Zu diesem Zweck hat die Stiftung „Bildungspakt Bayern“ gemeinsam mit dem Kultusministerium zum Schuljahr 2021/2022 den Schulversuch „Starke Schulen – starker Verbund“ auf den Weg gebracht. Vorstandsvorsitzende der Stiftung und Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus Anna Stolz sieht in dem Vorhaben ein gelungenes Projekt, das die Stärken der Mittelschule herausarbeite und gleichzeitig den Herausforderungen mit einer gezielten Kooperation im Verbund begegne. Die Zusammenarbeit von lokalen, regionalen und externen Partnern vor Ort werde dabei gefördert.

Fraktion will Pilotprojekt starten

Zudem hat das Kultusministerium kleinen Grund- und Mittelschulen im laufenden Schuljahr zusätzliche personelle Ressourcen zukommen lassen. Minister Piazolo betonte bei der Klausur im Bad Windsheimer KKC: „Wir sehen den besonderen Wert dieser Schulen, der sich insbesondere auch in der Personalversorgung widerspiegeln soll.“ Als weiteren wichtigen Baustein zur Stärkung der Mittelschulen möchten die Landtagsfraktion der Freien Wähler das Pilotprojekt „JAMI – jahrgangsübergreifendes Lernen an Mittelschulen“ in allen sieben Regierungsbezirken des Freistaats zum Schuljahr 2022/2023 starten. Dazu erklärte Staatssekretärin Stolz: „Mit dem Schulversuch ‚Jahrgangskombinierte Klassen‘ an Mittelschulen wollen wir das pädagogische Erfolgsmodell der Grundschulen auch an den Mittelschulen erproben und sorgen somit auch für den Erhalt kleiner Schulen im ländlichen Raum.“ Der bildungspolitische Sprecher Gotthardt ergänzt: „Viele Studien – darunter eine Arbeit der Universität Bremen – betonen, dass jahrgangsübergreifendes Lernen eine gesteigerte Achtsamkeit anderen und ihren Fähigkeiten gegenüber bewirkt. Diesen Effekt wollen wir auch für die stark persönlichkeitsbildenden Mittelschulen als Chancenschulen nutzen und pädagogisch intensiv begleiten.“

Stolz erklärte abschließend: „Jeder dieser Bausteine zeigt: Es gibt Antworten auf die Herausforderungen im ländlichen Raum. Die Schulen auf dem Land sind wichtig für die Menschen. Sie sind Teil der eigenen Geschichte und gehören zu unserer bayerischen Heimat einfach dazu.“ Für die Freien Wähler im Bayerischen Landtag stehe nach Mitteilung der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Gabi Schmidt daher fest: „Schulen im ländlichen Raum sollen in hoher Qualität als identitätsstiftende Einrichtungen erhalten bleiben.“

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