Montag, 06.04.2020

|

Stichwahl in Bad Windsheim: Bernhard Kisch im Interview

"Das Amt des Ersten Bürgermeisters ist zum Mittelpunkt meines Lebens geworden", sagt Kisch - 25.03.2020 10:00 Uhr

Bernhard Kisch ist der erste CSU-Bürgermeister in der Geschichte Windsheims, er ist verheiratet und hat drei Söhne. © Foto: Andreas Riedel


Wie geht es Ihnen in dieser beispiellosen Situation gerade?

Bernhard Kisch: Wir erleben derzeit in der Corona-Krise eine Situation, die wohl nach dem Zweiten Weltkrieg für unsere Stadt, unser Land und die gesamte Welt die größte Herausforderung darstellt. Zum einen geht es nun darum, durch bedachtes Verhalten die Ausbreitung des Virus zu verzögern und die medizinische Versorgung sicherzustellen. Zum anderen müssen wir alles dafür tun, um durch Sicherung von Arbeitsplätzen unsere Existenzgrundlage zu erhalten. Ich bin mir sicher, so belastend die Krise für uns alle ist, dass wir das durch Zusammenarbeit, Zusammenhalt und Solidarität schaffen. Unterstützen Sie unseren Einzelhandel. Die Angebote finden Sie unter www. bad-windsheim-bleibt-daheim.de.

Schon wieder dieses Stichwahlduell – was dachten Sie sich bei der Verkündung des Ergebnisses?

Kisch: Die letzte Bürgermeisterwahl war die vierte Wahl, der ich mich in meinem kommunalpolitischen Leben als Bürgermeisterkandidat gestellt habe. Ich kann Ihnen nur versichern, dass ich bei jeder Wahl nervös war, stellt eine solche doch ein sehr einschneidendes Ereignis dar. Als Bürgermeisterkandidat muss man aber damit rechnen, dass eine Mehrheit nicht bereits im ersten Wahlgang zustande kommt. Das nennt man Demokratie.

In der Vergangenheit habe ich allerdings auch gelernt, für meine Ziele zu kämpfen. Das heißt, jetzt gilt es mit Einsatz das Vertrauen der Wähler am Sonntag zu gewinnen.

Bilderstrecke zum Thema

Herzlichen Glückwunsch! Das sind die neuen Bürgermeister in der Region

Die Wähler haben entschieden, wer von nun an die Geschicke in den Städten in der Region Nürnberg leiten darf. In einigen Fällen kam es aber wie erwartet zur Stichwahl am 29. März. Wir haben die Übersicht über alle Gewinner!


Warum sind Sie für die nächsten sechs Jahre der bessere Bürgermeister für Bad Windsheim?

Kisch: In den letzten 24 Jahren durfte ich Kommunalpolitik von der Pike auf erlernen und erleben. Dabei war mir als Bürgermeister Sachlichkeit und Engagement zum einen und das Miteinander in einer Stadtgesellschaft zum anderen immer besonders wichtig. Auch war ich immer darauf bedacht, den notwendigen Blick für das Einzelschicksal zu bewahren. Das Amt des Ersten Bürgermeisters von Bad Windsheim ist zum Mittelpunkt meines Lebens geworden. Viele Dinge habe ich maßgeblich auf den Weg gebracht, wie beispielsweise das Holzmarktareal, die baulichen Entwicklungen in und um die Franken-Therme, barrierefreier Ausbau des Bahnhofes, Bewerbung für die Landesgartenschau, Schaffung weiterer Wohnbauflächen, jetzt auch das Kochbräu-Areal und vieles mehr. Ich bin ein Mensch, der strategisch denkt und für Bad Windsheim eine nachhaltige Politik gestalten will, von der die Bad Windsheimer noch viele Jahre profitieren. Ich werde mich jedenfalls mit all meiner Kraft und Wissen für die Interessen dieser Stadt und ihrer Bürger einsetzen, denen ich mich persönlich sehr verbunden fühle.

Wie wollen Sie die Innenstadt beleben?

Kisch: Vor zwei Wochen hätte ich Ihnen geantwortet, Ziel ist es mehr Leben und Frequenz in die Innenstadt zu bekommen. Dafür haben wir ein schlüssiges Konzept: Wir bauen auf private Investitionen und unterstützen diese mit Städtebaufördermitteln. Als Stadt werden wir die Aufenthaltsqualität der Plätze verbessern und die Johanniterstraße in der Verbindung zum Bahnhof neu gestalten. Mit der Landesgartenschau werden wir den Kurpark und das Fränkische Freilandmuseum attraktiver an unsere wunderschöne Altstadt anbinden. Mit der Einführung eines Anruf-Sammel-Taxis und eines Stadtbusses werden wir die Wohnsiedlungen und Ortsteile besser an die Innenstadt anbinden. Das bisherige Citymanagement werden wir durch einen eigenen Wirtschaftsförderer deutlich verbessern.

Heute darf ich Ihnen sagen, dass sich durch die Corona-Krise die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen komplett verändern werden. Ich werde alles dafür tun, zum Beispiel durch Aussetzung der Fremdenverkehrsabgabe, Reduzierung der Gewerbesteuerfestsetzungen beziehungsweise Stundung von diesen und so weiter, unsere Unternehmen zu unterstützen um gemeinsam mit diesen durch diese Krise zu gehen.

Ortsteilbegehungen sind den Bürgern ein wichtiges Anliegen, würde es solche in Ihrer Amtszeit 2020 bis 2026 wieder geben?

Kisch: Bei den Wahlveranstaltungen wurde mir zurückgemeldet, dass sich die Bürgerinnen und Bürger auf den Ortsteilen Ortsteilbegehungen wieder verstärkt wünschen. Deshalb werde ich diese, neben den Bürgerversammlungen, in Zukunft durchführen. Darüber hinaus werde ich ähnlich der "Runde der Fraktionsvorsitzenden", regelmäßig eine "Runde der Ortssprecher/Ortsteilbeauftragte" einberufen, um sich noch besser auszutauschen.

Durch unsere Stadtspaziergänge haben wir in den vergangenen Jahren auch bereits deutlich gemacht, dass wir unseren Bürgerinnen und Bürgern die Entwicklungen sehr gerne vor Ort nahe bringen und dazu Rede und Antwort stehen.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Projekte für Bad Windsheim in den kommenden sechs Jahren?

Kisch: Wie bereits erwähnt, muss alles dafür getan werden, dass trotz der Corona-Krise ein wirtschaftlicher Handlungsspielraum verbleibt.

Unabhängig davon erwarte ich mir vielleicht den größten Impuls für unsere Stadt durch die in Aussicht gestellte Landesgartenschau, deren Zuschlag ich mir sicher bin, wenn ich die Signale richtig deute.

Wie feiern Sie Ihren Wahlsieg?

Kisch: Ich werde nicht feiern, sondern bewusst an alle diejenigen denken, die in diesem Augenblick mit aller Kraft für die kranken und besorgten Menschen hier in Bad Windsheim arbeiten. Gerade auch im Moment des Erfolges sollte Ihnen unsere ganze Solidarität gehören.

Wie soll der Klostergarten aus Ihrer Sicht mittelfristig aussehen?

Kisch: Ich könnte mir in Anlehnung an einen historischen Klostergarten einen Kräutergarten vorstellen, der als Grünoase zum Verweilen einlädt und in dem für die Küche zu Hause auch Kräuter geerntet werden dürfen. Der Klostergarten ist Bestandteil in unserem Bewerbungskonzept für die Landesgartenschau in Bad Windsheim.

Welche Musikrichtung läuft bei Ihnen am meisten?

Kisch: Von Klassik bis Partysound ist alles dabei.

Wie geht es im Falle einer Wahlniederlage beruflich bei Ihnen weiter?

Kisch: Vor Sonntag stellt sich diese Frage ohnehin nicht.

Herr Kisch, bitte antworten Sie bei den folgenden Fragen oder Schlagworten immer nur mit einem Wort.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Kisch: "Windsheimer Häuser" von Professor Konrad Bedal

Was soll das neue Alleinstellungsmerkmal der Franken-Therme sein?

Kisch: Sole mit allen Sinnen erleben

Sollte Bad Windsheim den Zuschlag für die Landesgartenschau erhalten, was wäre Ihr persönlicher Beitrag an einer Eröffnungsfeier?

Kisch: Eine Führung durch unsere fantastische Stadt

Was ist Ihr persönlicher Glücksbringer?

Kisch: Mein Schutzengel

Die Bad Windsheimer Altstadt ist ...

Kisch: mein Zuhause

Die Arbeit im Stadtrat ist ...

Kisch: immer wieder eine Herausforderung

Ihr Stichwahl-Konkurrent ist ...

Kisch: Fotografenmeister

So tickt der Windsheimer:

Kisch: modern und heimatverbunden

Ein Sonntagmorgen-Spaziergang im Kurpark bedeutet mir ...

Kisch: "Heimatgefühl" erleben

Kirchweih?

Kisch: Verbindet Generationen und ist mittlerweile die längste Kirchweih im Landkreis

Sport ist ...

Kisch: mein Ausgleich

Was kann Jürgen Heckel besser als Sie?

Kisch: Fotografieren

Was ist eine Ihrer großen Stärken?

Kisch: Toleranz

Was tun Sie, wenn Sie schlecht drauf sind?

Kisch: Laufen gehen

Vor Ihnen steht eine Portion von Rainer Volkerts Saukopf – wie reagieren Sie?

Kisch: Salz und Pfeffer bereit halten

Günter Blank/Bastian Lauer/Stefan Blank

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Bad Windsheim, Bad Windsheim