Donnerstag, 24.10.2019

|

Streuobsternte fällt deutlich schlechter aus

Mittelfränkische Genossenschaft startet den Ankauf und plant neues Produkt - 03.10.2019 22:00 Uhr

Die Streuobstgenossenschaft nimmt wieder Obst an. Äpfel und Birnen können am 5. Oktober bei den vier Sammelstellen im Landkreis abgegeben werden. Heuer wird mit einer im Vergleich zum Vorjahr schlechteren Ernte gerechnet. © Foto: ha


Jennifer Klemm ist neu im Vorstandsteam und unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Im Frühjahr trat sie ihre Stelle als Rangerin des Naturparks Frankenhöhe an, die zusätzlichen Aufgaben bei der Streuobstgenossenschaft wertet sie als Ergänzung, gelten doch die Streuobstwiesen als einer von vier besonderen Kulturlandschaftsräumen, auf dessen hohen Stellenwert sie auch als Rangerin hinweist. Dass die Streuobstbäume nach einer überdurchschnittlich guten Ernte im vergangenen Jahr heuer weniger Früchte tragen werden, war zwar grundsätzlich zu erwarten, auf ein gutes Erntejahr folgt ein schwächeres.

Die heuer deutlich niedrigeren Obstmengen hätten allerdings mehrere Ursachen, informiert Jennifer Klemm. Da ist die Trockenheit im zweiten Jahr in Folge, die bei den Streuobstbäumen zur Folge hatte, dass Früchte bereits im Frühsommer von den Bäumen fielen. Auch sind die Früchte kleiner geblieben.

Jennifer Klemm beruft sich auf eine Information des Verbands der deutschen Fruchtsaftindustrie, wonach ein fehlender Zentimeter im Durchmesser pro Apfel das Erntegewicht um 30 Prozent senkt. Hinzu kamen frostige Temperaturen im Frühsommer und ein verregneter Mai, der dazu führte, dass zu einem für die Äpfel wichtigen Zeitpunkt wenige Bienen zur Befruchtung unterwegs waren.

Dies würde auch die Unterschiede zwischen der diesjährigen Apfel- und Birnenernte erklären, wie Jennifer Klemm erläutert. Ausdrücklich verweist sie auf sortenspezifische Unterschiede, generell aber blühen Birnenbäume etwas später als Apfelbäume, wodurch sie besser durch die späten Frostphasen gekommen sind. Alles zusammengenommen haben die Organisatoren der Streuobstgenossenschaft ihre Prognose vorsichtig bei etwa 25 Tonnen Äpfel und Birnen angesetzt. "Wir haben Glück, dass wir vom letzten Jahr noch so viel Obst haben", sagt Jennifer Klemm daher. Mit den Resten aus dem vergangenen Jahr hofft die Genossenschaft, gut durch das Jahr 2020 zu kommen. Wichtig wäre dann aber im kommenden Jahr eine bessere Ernte, hofft sie.

Für die vier Sammelstellen sind zwei Termine am 5. und am 19. Oktober vorgesehen. In Burgbernheim werden Äpfel und Birnen in der Zeit zwischen 9 und 13 Uhr an der Steinbacher Mühle am Bahnhof angenommen. In Trautskirchen am Bauhof, in Uffenheim bei Agrarhandel Schilling am Bahnhof und in Gutenstetten beim Mosthaus sind ehrenamtliche Helfer jeweils von 13 bis 16 Uhr vor Ort, in Gutenstetten nur bis 15 Uhr. Je Obstanfall ist ein dritter Termin am 2. November möglich, Mitglieder der Genossenschaft erhalten 14 Euro je 100 Kilogramm Obst, Nicht-Mitglieder zehn Euro je 100 Kilogramm Obst. Jennifer Klemm bittet um Verständnis, dass nur reifes Obst, das frei von Faulstellen ist, angenommen werden kann. Die hohe Qualität der Früchte sei aus Geschmacksgründen unabdingbar.

Voraussichtlich noch für dieses Jahr kündigt sie eine Erweiterung des Einheimischer-Sortiments an. Geplant sei für heuer die Präsentation eines weiteren roten Saftes, der neben dem Saft von Äpfeln und Birnen den der Aroniabeere enthält. Unter anderem punktet diese durch einen hohen Vitamingehalt, aufgekauft wird sie laut Jennifer Klemm von Anbaugebieten aus der Region.

CHRISTINE BERGER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Burgbernheim