Entscheidung fällt im Juli

Streuobstkompetenzzentrum: Architekt stellt zwei weitere Varianten für Neubau vor

Claudia Lehner

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20.6.2021, 06:00 Uhr
Das Modell „Satteldach geknickt“ ist weniger auffällig als die erste Variante „Skulptur“.

Das Modell „Satteldach geknickt“ ist weniger auffällig als die erste Variante „Skulptur“. © Stefan Hirsch

Beide Variante sind mit Satteldach versehen und überschrieben mit „Zurückhaltung“. Der Flachdach-Variante „Skulptur“ gab Hirsch den Beinamen „Aufmerksamkeit“.


Aus dem Rennen ist „Skulptur“ noch nicht. Hirsch stellte ihre Vorzüge noch einmal vor, zeigte auch Beispiele aus anderen Orten, ebenfalls mit einem historischen Ortskern, in denen man sich aber bewusst für den Kontrast zwischen Alt und Neu entschieden hatte: wie beim Kultur- und Kommunikationszentrum in Dettelbach mit Flachdach und teilweise großflächigen Glasfassaden, einem modernen Anbau von zwei Bürogebäuden an historischen Bestand in Iphofen, dem Konzerthaus Blaibach im Bayerischen Wald in Form eines schräg eingesetzten Würfels oder der Touristinfo in Brixen in Südtirol, mit einer abstrakten Form. Dass sein Herz für einen solchen Kontrast brennt, war deutlich. „Sensationell“ findet Hirsch den Bau in Brixen. So etwas Modernes hätte man sich für Burgbernheim gar nicht getraut, sagte er.


Ein Bau mit einer besonderen Funktion wie das Streuobstkompetenzzentrum dürfe durchaus herausstechen, auch wenn für die übrige Altstadt Gestaltungsregeln die Kreativität der Bauherren einschränken. Damit ging er auf Vorwürfe aus der Online-Veranstaltung ein. Die grafische Darstellung des Platzes samt Neubau habe vielleicht manche überfordert, räumte er ein und hatte diesmal Fotografien von Modellen dabei. Die Materialfrage blieb dabei bewusst außen vor.

Geknickt und gerade

Zwei weitere Varianten – mit Satteldach – hatte er als Modell-Grafik an die Wand geworfen: In einer ist der Baukörper geknickt, in der anderen gerade. „Zurückhaltung“ sollen die beiden zeigen, ein Neubau einer historischen Scheune wie sie noch am künftigen Bauort steht, wären sie dennoch nicht. Auch hier zeigte Hirsch Beispiele, wie ein solches Gebäude aussehen könnte: so wie die Kulturhalle in Berching, mit Satteldach, aber teils modernem Material, ein Gemeindehaus in Heidelberg oder ein Satteldachbau in Rottendorf bei Stuttgart mit Betonsockel und Holzfassade. „Wir möchten uns nicht versperren“, betonte Hirsch auch im Namen seines Kollegen, Innenarchitekt Horst Neumaier. Auch die neuen Varianten kann er sich sehr gut vorstellen.


Streuobstkompetenzzentrum: Stadtrat gibt grünes Licht - mit Gegenstimmen


Die Diskussion im Stadtrat verlief dann sehr sachlich, meist fragten die Stadträte einfach nach. Es stand aber auch noch keine Entscheidung an. Über das Material werde man sich später unterhalten, erklärte Bürgermeister Matthias Schwarz: ob nun Holz, Metall oder Biberschwanzziegel. Sein Stellvertreter Stefan Schuster ging auf die Wortwahl und Heftigkeit der Diskussion in der Öffentlichkeit ein und warb dafür, etwas Emotion rauszunehmen, dennoch aber „ein bisschen mutig“ zu sein. Weiterhin wünscht er sich, dass der Neubau einen „gewissen Pfiff“ und „Hinguckereffekt“ hat. Bei einer Satteldachvariante könne das über die Materialität geschehen.


Die Entwürfe für den Neubau werden am Montag, 12. Juli, wieder in einer Online-Veranstaltung präsentiert. Der Stadtrat entscheidet über die Pläne am 22. Juli.

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