Denkmäler, Geschichten, Erlebnisse

Tag des offenen Denkmals: Das ist das Programm rund um Bad Windsheim

8.9.2021, 12:20 Uhr
Ein spannendes Objekt ist die Tabaktrockenscheune aus Unterreichenbach im Freilandmuseum, deren Funktionsweise Sonntag erklärt wird, im Inneren sind historische Türen gelagert. Foto: Stefan Blank (Foto: sb)

Ein spannendes Objekt ist die Tabaktrockenscheune aus Unterreichenbach im Freilandmuseum, deren Funktionsweise Sonntag erklärt wird, im Inneren sind historische Türen gelagert. Foto: Stefan Blank (Foto: sb) © Stefan Blank

Das Motto des Tag des offenen Denkmals 2021 beschäftigt sich laut Deutscher Stiftung Denkmalschutz mit "vorgetäuschter Wirklichkeit" und fragt: "Warum lassen wir uns so gerne verzaubern, verblüffen und hinters Licht führen? Nicht erst seit Social Media spielen wir mit unserer Wahrnehmung. Was in der Antike beginnt, findet in der Kunst und Architektur des Barocks seinen Höhepunkt und strahlt bis in die Gegenwart." Das "Sein" steht an erster Stelle, ohne Original und Materialität gebe es weder Täuschung, Retusche, noch Rekonstruktion. "Denkmale können nur Geschichten erzählen, wenn die Spuren der Historie zu erkennen sind."

Bad Windsheim hat nicht nur im Landkreis, sondern auch in ganz Nordbayern ein beachtliches Programm zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September. Am Vorabend, Samstag ab 19.30 Uhr, gibt es in der Seekapelle das erste Konzert auf der restaurierten Bodechtel-Orgel von 1766/1777. Christian Glowatzki spielt unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach, Dietrich Buxtehude und Johann Pachelbel.

Die Stationen am Sonntag sind von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Für einen musikalischen Ausklang sorgt ab 18 Uhr im Klostergarten Matthias Kaiser, alias Matt "the Cat" Kaisman, mit Solo-Saxophon-Darbietungen aus dem Jazz-/Rock-/Pop-Bereich. Der Eintritt in die Museen, Veranstaltungen und Führungen ist frei. Hier die Übersicht der Angebote im Landkreis:

Bad Windsheim

Fränkisches Freilandmuseum

Restauratorenwerkstatt: Museumsrestaurator Frank Wittstadt setzt historische Türen instand und steht Rede und Antwort.

Tabaktrockenscheune: Die wissenschaftliche Volontärin des Freilandmuseums, Johanna Kemmler, zeigt (von außen) die 1927 erbaute Tabaktrockenscheune aus Unterreichenbach. Der stellvertretende Museumsleiter Dr. Markus Rodenberg gewährt einen – wenn auch aus Sicherheits- und konservatorischen Gründen nur eingeschränkten – Einblick in die Tabaktrockenscheune und die dort verwahrten Bestände historischer Türen.

Eingelagerte Scheune aus Reuth am Wald: Der stellvertretende Bauhofleiter des Freilandmuseums, Leif Henninger, wird am Standort der eingelagerten Wandteile der 1715 erbauten und 2013 für das Freilandmuseum abgebauten Scheune sein, deren Wiederaufbau ab 2022 vorgesehen ist. Themen sind Baugeschichte und Translozierungstechnik.

Baugruppe Stadt, Gasthaus Zum Hirschen: Freilandmuseumsleiter Dr. Herbert May führt durch das Dachgeschoss des Fachwerkhauses.

Holzmarkt 14, Eingang Hirschengasse: Frey’s Garten – auf dem Anwesen befindet sich ein aufwendig saniertes, ehemaliges Stall- und Werkstattgebäude mit preußischem Kappengewölbe.

Holzmarkt 3, Schwalbengasse: Das Grundstück mit den zwei Gebäuden kann besichtigt werden. Bis 1920 stand am Holzmarkt die 1419 erstmals erwähnte "Kleine Roßmühle" der ehemaligen Reichsstadt.

Krämergasse 3: Die historische Kelleranlage mit Tonnengewölbe von Achim und Andrea Enders kann besichtigt werden.

Pastoriusstraße 8: Das ehemalige Kino, die aus den 1920er-Jahren stammenden Central Lichtspiele, ist jetzt umgebaut und zu einem Atelier von Maler Gerhard Rießbeck geworden.

Hainserwall 10a: Die hölzerne Fachwerkschupfe aus der Mitte des 16./17. Jahrhunderts kann besichtigt werden.

Seekapelle: Architekt Walter Schwarz führt durch die Seekapelle, die 1725 im barocken Stil erneuert wurde und den Turm .

Reichsstadtmuseum im Ochsenhof: Rainer Volkert (Zweiter Vorsitzender Verein Alt Windsheim) führt durch das Museum.

Schneiderscheune: Das FabLab zeigt beispielhaft mit dem 3D-Drucker, wie Rosetten gedruckt werden, die in der Denkmalpflege Verwendung finden. Außerdem wird über neue Technologien berichtet.

Qualifizierte Altstadtführungen: Um 13, 14, 15 und 16 Uhr finden Führungen durch die historische Altstadt statt. Start ist am Klosterplatz 3. Die Führungen dauern zirka eine Stunde. Anmeldung über die Webseite der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist nötig (https://tickets.denkmalstadt.bad-windsheim.de/denkmalstadt21)

Ickelheim – Weedgasse 4: Die Hausbesitzer Alexandra und Winfried Ulm führen durch das Erdgeschoss des Wohnstallhauses.

Külsheim – Schloßstraße 5: Die Hausbesitzerinnen Corinna Iseler-Oesterer und Dr. Katharina Iseler führen durch den zweigeschossigen Traufseitbau in der Ortsmitte von Külsheim.

Külsheim – Schloßstraße, Zehntscheune: Hier gibt es eine Ausstellung von Schleppern und Geräten durch den Trachten- und Geselligkeitsverein Frohsinn.

Diespeck

Jüdischer Friedhof: Um 15 Uhr findet auf dem jüdischen Friedhof in Diespeck, auf halber Strecke in Richtung Dettendorf, eine Führung durch die Expertin und Fachbuchautorin Ilse Vogel statt.

Emskirchen

Fünf Führungen mit dem Titel "Führung durch das historische Emskirchen" (10, 11, 13, 14 und 15 Uhr). Diese dauern zirka eine Stunde, Treffpunkt ist am Rathaus, Anmeldung unter Telefon 09104/82 92-0 oder E-Mail an info@emskirchen.de ist nötig.

Neuhof

Der ehemalige Zweite Bürgermeister von Neuhof bietet um 14 Uhr eine Führung mit dem Thema "Hausgeschichten" an. Treffpunkt ist der Lindenbaum am Marktplatz.

Neustadt

Entdeckungsreise zu den Neustädter Kirchen. Start um 14 Uhr, nicht nur die Besonderheiten der Stadtkirche stehen bei der Führung im Fokus, sondern auch sichtbare und unsichtbare Zeugnisse von Vergangenheit und Gegenwart der Gotteshäuser. Treffpunkt ist vor dem Südportal der evangelischen Stadtkirche.

Kloster Birkenfeld

Die Führungen um 14 und 16 Uhr widmen sich ganz dem Kloster Birkenfeld. Das im 13. Jahrhundert von Burggraf Friedrich III. und seiner Ehefrau Helena von Sachsen gegründete ehemalige Zisterziensernonnenkloster ist ein besonderes Zeugnis gotischer Baukunst. Treffpunkt ist jeweils vor dem Eingang der Klosterkirche.

Uehlfeld

Das Uehlfelder Torhaus kann von 14 bis 17 Uhr besucht werden. Außen altehrwürdig, präsentiert es in seinem Inneren einen modernen Veranstaltungsraum.

Keine Kommentare