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Tempo 30: Runter vom Gas in der Westsiedlung

Der Stadtrat hat entschied: Tempo-30-Zone wird ausgeweitet. - 27.10.2020 18:00 Uhr

In der Wiebelsheimer Straße gilt bereits Tempo 30, bald ist das in der gesamten Westsiedlung so. Im Hintergrund ist der Zebrastreifen zu sehen, der eigentlich nur als Interimslösung gedacht war, nach dem Willen des Stadtrats nun aber bleiben wird.

27.10.2020 © Foto: Claudia Lehner


Langsamer durch das Wohngebiet zum Schutz der Anwohner, Radler und Fußgänger: Das soll mit einer Ausweitung der Tempo-30-Zone in der Westsiedlung, zwischen der Oberntiefer und der Illesheimer Straße, erreicht werden. Trotz fünf Gegenstimmen der CSU wurden die Pläne bei der jüngsten Stadtratssitzung genehmigt.

Der Wunsch nach mehr Tempo 30 in Bad Windsheim beschäftigt den Stadtrat schon seit einiger Zeit. Im Mai 2019 war beschlossen worden, dass in der Erkenbrechtallee, im Friedensweg und Am Krautfeld langsamer gefahren werden soll. Die Entscheidung über die Westsiedlung war verschoben worden, aus Rücksicht auf die damals laufenden Baumaßnahmen in der Bodenfeldstraße und den Neubau auf dem Gelände des früheren E-Centers an der Berliner Straße. Der ist noch nicht abgeschlossen, aber schon weit gediehen.

Nun kam die Westsiedlung wieder auf die Tagesordnung – wie von der SPD kritisiert wurde, recht spät. Bürgermeister Jürgen Heckel nahm seine Verwaltung in Schutz. Die Präsentation sei schon fertig gewesen, doch hätte es noch so viele andere Themen zu besprechen gegeben.

Einzelne Bereiche sind bereits beschränkt

In den Wohngebieten westlich der Bahnschienen, zwischen der Oberntiefer und der Illesheimer Straße, sind ohnehin einzelne Bereiche bereits auf Tempo 30 beschränkt, nun soll dies grundsätzlich gelten, damit unter anderem auch in der Bodenfeldstraße sowie der Berliner Straße, wie Ordnungsamtsleiter Bertram Strobel ausführte. Die Oberntiefer und Illesheimer Straße selbst sind als Hauptverkehrsstraßen ausgenommen. Gemäß Straßenverkehrsordnung ist eine solche Tempo-30-Zone in Wohngebieten möglich sowie in Gebieten, in denen viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind und es einen hohen Querungsbedarf gibt.

In den Straßen der Westsiedlung, wie beispielsweise der Bodenfeldstraße, gilt rechts vor links, was für die Autofahrer ein dauerndes Bremsen und wieder Anfahren bedeutet, und damit für die Anwohner eine weitere Belastung, erklärte Strobel. Der Durchgangsverkehr soll so aus den Wohngebieten verschwinden, die Autofahrer auf die Hauptverkehrsstraßen gelenkt werden. In einem 2018 erarbeiteten Verkehrskonzept war eine Bündelung des Verkehrs auf den Altstadtring und ein "Durchbrechen alter Fahrtroutenmuster" angeregt worden. Das könnte mit der Zonen-Erweiterung schrittweise erreicht werden, führte Strobel in der Sitzungvorlage aus. Knotenpunkte wie in der Oberntiefer Straße/Zeughausstraße seien laut Verkehrsgutachten leistungsfähig genug.

Nur minimal langsamer

Testfahrten – von der Wiebelsheimer bis zur Oberntiefer Straße – haben laut Strobel ergeben, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen nur zu einer minimalen Verzögerung führen. 30 bis 40 Sekunden habe er ermittelt. Über die Hauptverkehrsstraßen und damit Illesheimer Straße und Westring zu fahren, sei hingegen um etwa das gleiche schneller.

Der im vergangenen Jahr eingerichtete Fußgängerüberweg an der Wiebelsheimer Straße – zwischen Südtiroler und Berliner Straße – hätte laut Vorschlag der Verwaltung eigentlich wieder zurückgebaut werden sollen. Die Fraktionsvorsitzenden hatten sich jedoch dafür ausgesprochen, ihn zu behalten. Strobel stimmte dem zu, dass man den Zebrastreifen dort "ausnahmsweise belässt". Vom Verkehrsaufkommen sei er, so führte er es aus, nicht nötig und durch eine Zonen-Geschwindigkeitsbegrenzung außerdem entbehrlich.

Zebrastreifen bleibt erhalten

Matthias Oberth machte für die SPD noch einmal deutlich, dass man den Vorschlag für sinnvoll hält und wies auf ein entsprechendes Erinnerungsschreiben vom Februar hin. Alexandra Horst (FWG) bedankte sich dafür, dass der Fußgängerüberweg bleiben kann.

Einzig die CSU war mit dem Vorhaben nicht in Gänze einverstanden. Rainer Volkert begrüßte, dass der Fußgängerüberweg bestehen bleibt. Er hätte aber gerne die Bodenfeldstraße sowie die Berliner Straße aus der Regelung ausgenommen. Das würde mehr Schilder bedeuten, erklärte Strobel, und auch, dass er bei seinem Vorschlag bliebe, der als weitestgehender Antrag zuerst abgestimmt wurde. Da er – ohne die Stimmen der CSU (Rainer Volkert, Dieter Hummel, Bernhard Kisch, Johannes Gerhäuser und Horst Allraun) – eine klare Mehrheit fand, war das Thema damit entschieden.

CLAUDIA LEHNER

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