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Thermen-und KKT-Chef verabschiedet sich in Ruhestand

Hubert Seewald war neun Jahre für Franken-Therme, Kongresshalle und den Tourismus verantwortlich - 29.04.2018 19:21 Uhr

Hubert Seewald, der Geschäftsführer von Franken-Therme und Kur-, Kongress- und Touristik GmbH, im Strandkorb vor einer seiner ehemaligen Arbeitsstätten. © Foto: Katrin Müller


Langweilig werde ihm nicht. Seine Frau Gertraud verwaltet 15 Ferienwohnungen in Seewalds Heimatstadt Bad Rodach (Landkreis Coburg), in der er 15 Jahre als Kurdirektor arbeitete, bevor er nach Bad Windsheim wechselte: "Da fällt bestimmt Arbeit an." Hausmeistertätigkeiten, wie Rasenmähen und die Räume in Schuss halten, werden das wohl in erster Linie sein. Der 62-Jährige freut sich vor allem, die Verantwortung abgeben und seine Zeit so einteilen zu können, wie er mag. Die Natur genießen, am liebsten bei Radtouren abseits der Straßen oder Wanderungen und Reisen. Dass es ihm wie im vergangenen Jahr zwei von drei Wochen Urlaub komplett verregnet, "das passiert mir jetzt nicht mehr", sagt er und lacht.

Zu allererst will er mit seinem neuen Fahrrad, einem Steppenwolf mit extra federndem Sattel für die angeschlagene Hüfte, und 40 Gängen den Thüringer Wald vor seiner Haustüre erkunden. "Ab und zu werd’ ich auch einen Kurzurlaub in Bad Windsheim machen", sagt Seewald, der seine Eigentumswohnung in der Kurstadt vorerst behalten wird - Altstadtfest und Kirchweih wolle er besuchen. In der Therme wird man ihn dann vornehmlich im Zwölf-Prozent-Solebecken finden, neben der Panoramasauna einer seiner Lieblingsplätze.

Sauna erweitern als Tipp

Wichtig findet Seewald die rund 7,6 Millionen Euro teure Erweiterung des Hochprozentbereichs, die im September starten soll. Schade dagegen, dass die von ihm mitgeplante Saunaerweiterung deshalb erst mal auf Eis gelegt wurde. Diese rät er unbedingt umzusetzen, da die Sauna sehr gefragt sei bei Besuchern. Spiele Geld keine Rolle, würde Seewald das geplante Außenbecken dort sogar noch größer bauen als bislang gedacht. Gerade im Sommer sei das bei den Saunagängern beliebt. Generell ist er stolz darauf, wie sich die Therme unter seiner Leitung entwickelt hat. Nicht nur in Bezug auf die Besucherzahlen, die 2009 noch bei 401 495 Gästen lagen, 2017 bereits bei 442 849 und im Jahr 2016 gar das Rekordjahr (457 045) mit sich brachten. Auch das Eigenkapital des Badetempels habe sich äußerst positiv von 317 422 Euro auf 2,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr stetig gesteigert. Hervorzuheben sei die Umsatzentwicklung von 4,82 Millionen Euro auf 6,75 Millionen Euro.

Bei der KKT sei er ebenfalls zufrieden. Dort sei der Fortschritt nicht so groß, wobei das Eigenkapital von "fast weg" auf 30 000 Euro gesteigert werden konnte. Ziel der Firma sei es aber "nicht, Gewinn zu machen, sondern nicht groß in die Verlustzone zu kommen", erklärt Seewald. "Eine große Veranstaltung, bei der der Veranstalter nicht zahlen kann, dann ist das Eigenkapital fast weg. Da schläft man mit 2,2 Millionen in der Therme deutlich besser." Deutlich besser ausgelastet wäre das Kur- und Kongress-Center seiner Meinung nach an einem Standort nahe Nürnberg. Viele Tagungsgäste wollen mit dem ICE anreisen, sagt Seewald. Auch größere Kongresse mit mehr als 220 Teilnehmern hätten aufgrund der Hotelzimmerkapazitäten in Bad Windsheim Probleme.

Gut entwickelt haben sich laut Seewald die Übernachtungszahlen, auch im Vergleich zu Kurorten wie Bad Staffelstein, Bad Steben und Bad Füssing. "Die Hotels sind eigentlich gut ausgelastet." Allein im Januar und Februar dieses Jahres zählte die KKT jeweils etwa 25 000 Übernachtungen in der Kurstadt, woran der Wohnmobilstellplatz einen großen Anteil habe.

"Viel Glück und eine glückliche Hand, dass keiner ertrinkt und keine Panik ausbricht", das wünscht der 62-Jährige seinem Nachfolger. Er habe in den neun Jahren das Glück gehabt, dass nichts Schlimmeres passiert sei. Obwohl es beim Altstadtfest 2012 doch sehr brenzlig wurde. Bei der Gewitterfront mit starken Windböen, welche Buden zum Einsturz brachten, sei man noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Es sei glücklicherweise nur Sachschaden zu beklagen gewesen. "Aus heutiger Sicht, hätte ich das Fest damals abgebrochen." Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn eine Panik unter den Besuchern, die allesamt besonnen reagierten, ausgebrochen wäre. "Da gehört Glück dazu, dass nichts passiert ist."

Für die Therme sei gutes Wetter das A und O. "Das bringt Besucher." Milde Winter mit freien Straßen und kühle Sommer seien optimal.

Zwei potenzielle Nachfolger für Seewald haben sich am Donnerstagabend den Stadträten in der nicht öffentlichen Sitzung des Gremiums vorgestellt. "Es war eine positive Vorstellung, einen Namen gibt es aber noch nicht", sagt Bürgermeister Bernhard Kisch auf WZ-Nachfrage: "Bis Anfang, Mitte Juni wollen wir eine Nachfolgelösung vorstellen." Bis dahin übernimmt wie berichtet das Interimsduo Oliver Fink und Elke Strebel. 

Katrin Müller

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