Vorspülen macht keinen Sinn, Stiele nach unten

Tipps: So räumen Sie Ihre Spülmaschine richtig ein

Anna Franck

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7.11.2021, 06:00 Uhr
In dieser Spülmaschine ist noch etwas Luft für benutztes Geschirr.

In dieser Spülmaschine ist noch etwas Luft für benutztes Geschirr. © Privat, NN

Verschiedene Maschinen-Größen gibt es auf dem Markt, meist 45 oder 60 Zentimeter breit. Wer den Platz hat, solle sich gleich „eine gescheite kaufen“, rät Silke Städtler. Die kleineren seien eher eine „Notlösung“ und oft kostenaufwändiger in Anschaffung und Unterhalt, würden sie beispielsweise nicht arg viel weniger Wasser verbrauchen.


Während Maschinen aus dem Jahr 1990 noch zwischen 70 und 80 Liter Wasser pro Spülgang benötigten, liegen die heutigen bei rund zehn Litern. Brauchten sie früher zwei Kilowattstunden, sind es heute 0,6, sagt Silke Städtler. „Dafür dauern sie heute länger“, denn der sogenannte Sinnersche Kreis bestehend aus unter anderem Zeit, Mechanik, Chemie oder Temperatur greife. Wird ein Faktor reduziert, muss ein anderer eben vergrößert werden.


Reine Geschmackssache

Auch die Ausstattung kann je nach Spülmaschinen-Modell variieren. Höhenverstellbare Korbeinsätze können sinnvoll sein, wenn oben oder unten höhere Gläser oder Teller gespült werden. Ob Besteckschublade oder -korb sei „Geschmackssache“, sagt Silke Städtler. Bei einer Schublade müsse alles einzeln einsortiert werden, könne dafür aber wieder schön herausgenommen werden. Dank ordentlicher Sortierung, werde das Besteck oft sauberer. Im Korb sei unbedingt darauf zu achten, dass die dreckige Seite nach oben zeigt, der Stiel also immer nach unten, „sonst sammelt sich der Schmutz im Korb und hängt sich wieder an das Besteck“, sagt Silke Städtler.


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Wichtig sei beim Einräumen, dass sich die Sprüharme in der Maschine ordentlich bewegen können. Wegen fünf Tassen sollte sie nicht in Gang gesetzt werden, dennoch müsse zwischen dem Geschirr „auch ein bissl Platz bleiben“. „Sie soll voll sein, aber nicht so, dass kein Wasser mehr dazwischen kommt“, erklärt Silke Städtler. Im unteren Bereich sollte stets stärker verschmutztes Geschirr einsortiert werden, da dort „mehr Mechanik“ herrsche. Bedeutet: unten vorwiegend Teller, Töpfe oder Schüsseln, oben Gläser, Tassen oder Kleinzeug. Das Geschirr vor dem Einsortieren vorzuspülen sei unnötig, findet die Fachlehrerin: „Das wäre schade um das Wasser.“ Lediglich grobe Speisereste sollten entfernt werden, um die Spülmaschine nicht zu verstopfen.


Plastik-Geschirr werde oft nicht richtig sauber und trockne schlecht, sagt Silke Städtler. Manche Maschinen hätten spezielle Programme. Ein solches für Gläser würde durchaus Sinn machen, da diese gewisse Temperaturen und Chemie nicht aushalten. Restaurants hätten deshalb oft eine Gläserspülmaschine.


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Bei weißen Schatten auf Gläsern werde oft auf Kalk getippt, dann wird zur Zitrone gegriffen, doch ist alles wieder trocken, sind die Flecken zurück, sagt Silke Städtler. „Entmineralisierung vom Glas“ nennt man das. In der Maschine herrsche eine hohe Temperatur und heftige Chemie, Mineralien im Glas würden mit der starken Lauge des Spülmaschinenmittels reagieren. Je nach Glas, Laugenstärke und Temperatur würden sich Mineralien lösen, erklärt Silke Städtler. „Das ist nicht wieder gut zu machen.“ Deshalb: hochwertige Gläser lieber mit der Hand spülen. Auch für beschichtete Töpfe und Pfannen sei die Spülmaschine tabu, auch diese vertragen die Lauge nicht.


„Multi-Tabs sind rausgeschmissenes Geld“, sagt die Expertin, „sie sind nicht auf den Sinn abgestimmt“, vereinigen sie Klarspül-, Salz- und Reinigungsfunktion. Je nach Verschmutzungsgrad müsse stattdessen genau dosiert werden. Wer Tabs nutzt, verwendet bei leicht verschmutztem Kaffee-Geschirr genauso viel, wie bei einer käseverkrusteten Auflaufform. Klarspüler sei grundsätzlich auch verzichtbar und nicht zwingend nötig. Ein Selbstexperiment, bei dem Silke Städtler statt Klarspüler auf Wasser mit Zitronensäure setzte, glückte. „Das hat auch funktioniert, ist aber nicht so schön getrocknet.“


Anleitung lesen

Einmal pro Monat rät die Expertin zu einem Programm bei hoher Temperatur, beispielsweise 75 Grad Celsius, um Schläuche und Sprühdüsen durchzuspülen. Letztere könnten wie andere Teile auch ausgebaut werden, wie das geht, verrät die Gebrauchsanleitung, „die sollte man immer lesen“. Je besser man sein Gerät pflege, desto länger halte man es funktionsfähig. Auch die Laugenpumpe bedarf der Säuberung, Silke Städtlers habe einmal nicht mehr richtig abgepumpt, schließlich fand sie einen Schaschlikspieß darin.


Nicht zu unterschätzen sei zudem der Faktor Salz. Eine neue Maschine müsse stets auf den Härtegrad des Wassers eingestellt werden, damit diese weiß, wie viel Salz sie dosieren muss. „Unbedingt nachschauen“, rät Silke Städtler, „da kommt man nicht drum rum, um das Salz“.

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