Freitag, 28.02.2020

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Tote Braut in der Aisch: Beim Liebesspiel erwürgt?

Gerichtsreporterin hat Mörder im Gefängnis besucht und berichtet im Podcast - 07.02.2020 08:38 Uhr

Sie trug nur einen weißen Strumpf, er gehörte zu ihren Hochzeitsdessous. Was war geschehen? Im Podcast "Abgründe" erinnert Gerichtsreporterin Clara Grau im Gespräch mit Franziska Wagenknecht an das Verbrechen, das sich vor sieben Jahren zutrug.

Brautmord von Emskirchen: Die Tote aus der Aisch

Im ganzen Kreis gab es kaum Menschen, die nicht voller Mitleid für Roy E. war, handelte es sich bei der Toten doch um seine vermisste Braut. Nun musste er eine Trauerfeier ausrichten. Ein Jahr später, im Juli 2014, wurde im Landgericht Nürnberg-Fürth deutlich, was für ein makaberes Schauspiel Roy E. abgeliefert hatte: Drei Tage nach dem Polterabend mimte er den verzweifelten Verlobten, der sich nicht erklären konnte, wieso seine Zukünftige spurlos verschwunden war.

Der damals 40-Jährige initiierte eine Suchaktion und schrieb seiner Freundin nach deren Verschwinden noch verzweifelt klingende Kurznachrichten. Auf der Beerdigung gab er den verzweifelten Witwer – er trug ein großes Bild von Nadine K. vor sich her, verabschiedete sie mit roten Rosen und hob die kleine Tochter zum Sarg für einen letzten Kuss.

Roy E. sitzt seit einigen Jahren in der Justizvollzugsanstalt in Straubing, das kleine Mädchen wohnt bei seinen Großeltern und wächst ohne Mutter und Vater auf. Die Schwurgerichtskammer verurteilte Roy E. wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

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Frauenleiche in der Aisch: Prozess gegen Verlobten

Im Juni 2013 fand die Polizei den Leichnam einer Frau in der Aisch. Roy E., der Verlobte der Toten, gestand den Mord schließlich. Er widerrief sein Geständnis aber später wieder. Das Landgericht Nürnberg-Fürth sprach ihn nun in einem Prozess wegen Mordes schuldig und folgte damit den Forderungen der Staatsanwaltschaft.


Erwürgte er sie beim Liebesspiel? 

Wie konnte all dies nur geschehen? Erwürgte er sie beim Liebesspiel? Fest steht, dass die Erlanger Rechtsmedizin am Hals von Nadine K. Blutergüsse feststellte. Roy E. räumte vor dem Ermittlungsrichter teilweise ein, mit seiner Verlobten erst intim gewesen zu sein und sie dann erwürgt zu haben.

Später behauptete er, sich an die Tatnacht schlecht zu erinnern – er habe Schlaf- und Beruhigungsmittel geschluckt. Sein Geständnis widerrief er und schilderte ein abenteuerliches Geschehen: Mehrere maskierte Männer hätten Nadine vor seinen Augen getötet und ihn gezwungen, ihre Leiche in die Aisch zu werfen.

Am Ende des Indizienprozesses kamen die Richter zu dem Schluss, dass Roy E. mit allen Mitteln versucht hatte, den heimtückischen Mord zu verschleiern. Details und Hintergründe zu dem Verbrechen sind in unserem neuen Podcast Abgründe zu hören. Zu finden ist er auf nordbayern.de. 

Zu hören gibt es den neuen Podcast "Abgründe" jeden zweiten Freitag.
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