Montag, 23.11.2020

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Trotz Corona: So könnte der Weihnachtsmarkt in Bad Windsheim aussehen

Drei Konzepte wurden im Stadtrat vorgestellt - 24.10.2020 06:00 Uhr

So wie im Jahr 2018 wird der Reichsstädtische Weihnachtsmarkt sicher nicht stattfinden.

23.10.2020 © Claudia Lehner


Soll und kann es überhaupt heuer einen Weihnachtsmarkt in der Kurstadt geben? Das war die große Frage, die sich den Stadträten bei ihrer öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend stellte. Die Mehrheit will es riskieren, auch wenn der Markt angesichts der Infektionszahlen eventuell wieder abgesagt werden müsste. Damit bleibt dann noch das Wie. Drei Konzepte wurden präsentiert. Präferenzen gibt es, aber entschieden werden konnte noch nicht.

Auf dem Platz vor dem Kur- und Kongress-Center (KKC) könnte, wie berichtet, der Markt mit viel Platz, umzäunt und unter Beteiligung aller Budenbetreiber stattfinden. Ein solches Konzept war von der Kur-, Kongres- und Touristik-GmbH mit den Schaustellern erarbeitet worden. Schon im Vorfeld war klar, dass Bürgermeister Jürgen Heckel klar eine Alternative in der Altstadt bevorzugen würde. Kurdirektor Mike Bernasco stellte denn auch zwei Konzepte vor.

Auf der einen Seite den geschlossenen Platz vor dem KKC, mit Ein- und Ausgang, zentraler Datenerfassung, Infrastruktur vor Ort und Stehtischen mit viel Abstand. Auf der anderen Seite einen Weihnachtsmarkt in der Altstadt, bei dem sich die Buden auf dem Marktplatz und dem Schüsselmarkt verteilen. Dort ist deutlich weniger Platz, nicht alle Budenbetreiber kämen zum Zug. Gegessen werden könnte nur in fünf "Boxen", dort wäre Platz für 45 Personen, es würde bedient. In den Boxen würden die Daten erfasst. Es herrschen Maskenpflicht sowie ein Abstandsgebot von 1,50 Meter. Industriespülmaschinen müssten besorgt werden, auch Wasser- und Stromanschlüsse müssen vorhanden sein.

"Sehr aufwändig"

"Das ist sein sehr, sehr aufwändiges Konzept", betonte Bernasco. Vieles müsste neu angeschafft werden. Um die Besucherzahl zu entzerren, schlug er vor, die Öffnungszeiten auf fünf bis sieben Tage in der Woche auszudehnen. Bei der Variante am Marktplatz sollte man den Schaustelern jegliche Kosten abnehmen, denn wirtschaftlich sei diese Lösung nicht. Als Vorteil der Innenstadtvariante nannte Bernasco, dass sie eine echte Attraktion sein könnte, da die Altstadt belebt würde und die Verbindung zum Markt des Freilandmuseums im Alten Bauhof möglich wäre.

Eberhard Gurrath präsentierte dann eine weitere Option, welche die FWG seit ihrer Fraktionssitzung am Montag entwickelt hatte: einen Windsheimer Weihnachts-Wander-Weg oder Weihnachten to go. Am Bürgerbrunnen, am Korn- und Weinmarkt, am Kloster- und am Marktplatz stünden Buden, davon jeweils eine mit Glühweinverkauf. Auch die Verbindung zum Alten Bauhof soll geschaffen werden. Der Verein Unternehmer vereint für Bad Windsheim und damit die Einzelhändler wären mit Aktionen eingebunden.

Entscheidend ist der Ausschank nur durch Tassen, die die Marktbesucher kaufen müssen, wie bei Weinfesten. Nachschenken ist möglich. Damit entfällt das Zurücknehmen und Spülen, außerdem seien weder eine Umzäunung noch Datenerfassung nötig, sagte Gurrath. Sebastian Kallert, Pressesprecher am Landratsamt, bestätigte das auf WZ-Nachfrage.

Konzept wird geprüft

Es entwickelte sich eine intensive Diskussion, in der klar wurde, dass noch einiges zu überprüfen ist, bevor entschieden werden kann. Dr. Isabel Heckel (WiR) meldete angesichts der steigenden Infektionszahlen grundlegende Bedenken für einen Markt an, Siegfried Göttfert (SPD) mahnte an, die Schausteller nicht zu vergessen, die die Variante am KKC mitentwickelt hatten. Denn in der Diskussion war schnell eine klar Tendenz zur neuen Altstadt-Variante erkennbar geworden.

Dass das Stattfinden des Weihnachtsmarktes aber ganz grundsätzlich mit einem Fragezeichen versehen ist, hatte Jürgen Heckel bereits in seinen einleitenden Worten herausgestellt. Entsprechend war das auch die erste Frage, die es zu klären galt. Denn, so hatte Heckel erklärt, schon bei der Planung entstünden Kosten und auch die Budenbetreiber würden Waren einkaufen und ein finanzielles Risiko eingehen.

Letztlich waren drei Abstimmungen nötig. Soll es überhaupt einen Weihnachtsmarkt geben? Gegen die Stimmen von Isabel Heckel und Dieter Hummel entschied das Gremium, den Markt weiter zu planen. Die Mehrheit votierte anschließend dafür, zunächst die Konzepte für die Innenstadt zu prüfen, mit der Präferenz auf dem Weihnachts-Wander-Weg. Dagegen sprachen sich Siegfried Göttfert (SPD), Martin Branz (Liste Land) und Dieter Hummel (CSU), der ja generell den Markt in Frage gestellt hatte, aus.

Sollte der Markt in der Innenstadt nicht genehmigungsfähig sein, dann hätte das Konzept vor dem KKC weiterverfolgt werden können. Dagegen stimmten aber zwölf Stadträte, nur neun waren dafür. Damit ist klar: Es gibt einen Weihnachtsmarkt in der Altstadt oder keinen.

CLAUDIA LEHNER

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