"Alles bleibt anders" im Freilandmuseum

Trotz Hochwasser: Premiere des Freilandtheaters fällt nicht ins Wasser

15.7.2021, 10:46 Uhr

"Alles bleibt anders" heißt es heuer beim Freilandtheater in Bad Windsheim. Ganz unterschiedliche Szenen werden als Wandeltheater inszeniert.  © Andreas Riedel, NN

Nicht mal eine überschwemmte Bühne kann Christian Laubert offenbar aus der Ruhe bringen. Eine Woche vor der Premiere des neuen Freilandtheater-Stücks „Alles bleibt anders“ war das Freilandmuseum von den Wassermassen der Aisch überflutet worden – mitten in der heißen Phase der Proben. Fünf der zehn Spielorte des Wandeltheaters seien betroffen, sagt ein gelassener künstlerischer Leiter Laubert: „Wir kriegen das schon hin.“

„Ein paar Kabel sind abgesoffen“, erzählt Laubert. Die mussten getrocknet und teils ersetzt werden. Da kam dem Team entgegen, dass man schon seit zwei Jahren immer mehr auf kabellose Scheinwerfer und Lautsprecher, die Akkus verwenden, setze. Was durchaus Probleme bereite, sind die Wegeverbindungen im Museum. Die sind freilich essenziell für ein Theater, bei dem die Besucher laufen müssen, um die verschiedenen Spielorte zu erreichen. Viele Wege im Museum seien ausgespült worden, man müsse deshalb die geplanten Routen etwas verlegen. Doch es gebe einige „Szenen, die relativ leicht an einem anderen Ort gespielt werden können“, meint Laubert.

Es sei angesichts der Ereignisse insgesamt ein Vorteil, dass man erneut auf ein Wandeltheater gesetzt hatte. Der Standort, wo zuletzt die große Bühne für hunderte Zuschauer stand, sei mit am schwersten betroffen. „Da würden wir jetzt ganz schön alt aussehen.“ Insgesamt, betont Laubert, sind die Probleme des Theaters „nichts im Vergleich zu dem, wie das Museum selbst betroffen ist“.

Es sei „schon heftig“ gewesen zu sehen, wie das Wasser im Museumsgelände anstieg. Laubert habe etwas Sorge wegen der Technik gehabt, doch letztlich war es okay und es habe keinen Grund gegeben, alle Pläne über den Haufen zu werfen. Nach 17 Jahren Freilandtheater sei seine Erfahrung: „Wir finden mit der Museumsleitung immer eine Lösung.“

Wieder dabei: Killen und Brigitte McNeill, die auch als Autoren beziehungsweise als Musiker und Kabarettisten bekannt sind.

Wieder dabei: Killen und Brigitte McNeill, die auch als Autoren beziehungsweise als Musiker und Kabarettisten bekannt sind. © Andreas Riedel, NN

Fortsetzung des Stücks vom vergangenen Jahr

Was sicher auch zu dieser Lockerheit führt: Das Ensemble ist diesmal extrem weit mit der Vorbereitung auf das Stück, das eine Art Fortsetzung des vergangenen Jahres ist. Oft müsse man viel „auf den letzten Drücker“ hinbekommen, weiß auch Laubert. „Dieses Jahr ist das gar nicht der Fall. Das Ensemble ist sehr, sehr engagiert dabei.“

 Auch dieses Jahr führt Oreste (Horst Faigle) die Zuschauer mit einem Lied in den Wandel.

 Auch dieses Jahr führt Oreste (Horst Faigle) die Zuschauer mit einem Lied in den Wandel. © Andreas Riedel, NN

Es hätten diesmal kaum Proben abgesagt werden müssen. Man stehe deshalb so gut da, dass Laubert am Dienstag sogar auf die zweite Hauptprobe verzichten konnte. Das habe gut gepasst, da es etwas kalt war. Die Schauspieler sollten da lieber Kräfte sammeln. Heute Abend soll nun die Generalprobe stattfinden, am Freitag, 16. Juli, um 19 Uhr kann die erste Gruppe loswandeln.

Im gleichen Universum rund um Schaffenrath

Zu sehen bekommt sie mit „Alles bleibt anders“ eine Weiterentwicklung von „Alles kein Wunder“ aus dem Jahr 2020. Auf die Zuschauer warten die gleichen Figuren im gleichen Universum – rund um Schaffenrath – und eigentlich war auch geplant, dass man einzelne Szenen dieses Jahr wiederverwenden könnte. Letztlich sei es aber so, dass von den zehn Szenen neun neu sind. Das habe sich bei der Planung so ergeben. Abwechslung sei wichtig und „unsere Spieler sollen ja auch ihren Spaß haben“, betont Laubert.

So lädt das Freilandtheater ab 16. Juli in „ein fränkisches Panoptikum“ ein, bei dem sich „alles um das Thema Hoffnung dreht“, wie der Intendant es in seine Worte fasst. Laubert freut sich: „Das wird sehr gut.“

Das Sommerwandeltheater war 2020 als direkte Reaktion auf die Corona-Pandemie entstanden und so sind die Hygieneschutzbestimmungen auch weiterhin ein wichtiges Thema. Momentan müssen die Besucher keinen aktuellen Corona-Test mit negativem Ergebnis vorzeigen. Die Szenen spielen alle unter freiem Himmel, auf dem Museumsgelände – außer am Startpunkt im Kassenhaus – gibt es keine Maskenpflicht. Die Gruppen sind auf 25 Personen beschränkt und starten im 15-Minuten-Rhythmus. Der Kartenvorverkauf wird komplett im Internet unter tickets.freilandtheater.de abgewickelt. Spieltage sind ab kommender Woche immer Mittwoch bis Samstag.

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