Mittwoch, 21.04.2021

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Trotz offener Fragen: Stadtrat stimmt für Awo-Erweiterung

Stadtrat stimmt für die Awo-Erweiterungspläne, CSU erhält keine Antworten auf ihre Fragen - 25.02.2021 06:00 Uhr

So ähnlich – die Baukörper sind noch nicht ausgestaltet – könnte die Awo-Klinik nach den Baumaßnahmen im Kurpark wirken.

24.02.2021 © Foto: Claudia Lehner


Wie berichtet plant die Awo für ihre Klinik am bisherigen Standort im Kurpark einen Umbau des alten Gebäudes, einen Anbau sowie auch die Errichtung eines neuen Baukörpers. Eine Investition von etwa zehn Millionen Euro. "Es ist ein sehr wichtiges Projekt für die Stadt", sagte Bürgermeister Jürgen Heckel, ehe Vertreter der Awo ihren Verband, die Klinik und die Ideen hinter dem Erweiterungsprojekt vorstellten.

Den Vertretern des ausführenden Architektenbüros kam die Aufgabe zu, anhand von 3D-Simulationen die Dimensionen des neuen Baukörpers, der nahe der Kurpark-Allee entstehen soll, einzuordnen, auch im Vergleich zur umliegenden Bebauung. Die Kernaussage von Architekt Arndt Kellner: "Man sieht, wie groß die Gebäude sind und wie klein eigentlich unser Projekt ist." Rein baugestalterisch biete das Vorhaben aus seiner Sicht "die Möglichkeit, einen Glanzpunkt zu setzen".

Mit dem Satz "es gibt ein paar Knackpunkte" leitete Heckel die Diskussion ein. Fragen zur Zufahrtsregelung und der Parkplatzsituation seien bis dato ungeklärt. "Das sind Dinge, die wir Ihnen mitgeben und die Sie lösen müssen", betonte der Bürgermeister. In der Folge gab es bei den Redebeiträgen aus allen Fraktionen viel Lob und Dank für das Awo-Engagement sowie breite Zustimmung für das Projekt.

"Massiver Eingriff"

Das galt auch für Rainer Volkert (CSU), der allerdings den Standort infrage stellte. Die Fläche, die überbaut werden soll, sei "für die Bürger" da, eine weitere bauliche Verengung sei nicht sinnvoll, zumal der Bereich von Vertretern der bayerischen Landesgartenschau-Gesellschaft schon jetzt in dieser Hinsicht bemängelt worden wäre.

Aus Volkerts Sicht sind die Planungen "ein massiver Eingriff". Er fragte, ob alternative Standorte in Betracht gezogen worden sind. Zeitdruck – die Awo will mit einer Baugenehmigung noch in diesem Jahr Zuschüsse abgreifen und ansonsten aus dem Projekt aussteigen – dürfe hier "kein Argument" sein.

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Volkerts Parteikollege Bernhard Kisch, in dessen Amtszeit als Bürgermeister schon zahlreiche Gespräche mit der Awo liefen, stieß ins gleiche Horn. Er wollte etwas zu Alternativstandorten hören und verwies auf ein Grundstück nördlich der Awo-Klinik, das im Besitz der Stadt sei. Kisch ergänzte außerdem, dass ein wichtiges Kanalstück – der "Kurparkhauptsammler" – unter der überplanten Fläche verlaufen würde.

"Gewinn für die Stadt"

Der Kanal sei erst in jüngerer Vergangenheit für etwa 300.000 Euro saniert worden. CSU-Fraktionschef Georg Gerhäuser sprach von einem "Gewinn für die Stadt", riet den Planern aber den Boden genau zu durchleuchten. Ob die geplante Unterkellerung zur Verbindung der beiden Gebäude angesichts der schwierigen Bodenverhältnisse möglich ist, stellte er infrage.

Matthias Oberth (SPD) betonte, dass die Präsentation die Bedenken "zum großen Teil ausgeräumt" habe. Allerdings seien die von Heckel herausgehobenen Probleme in jedem Fall "diskussionswürdig". Zwischendurch sagte Heckel, dass die Stadtspitze mit der Awo durchaus über andere Grundstücke gesprochen habe. Man könnte die Awo aber zu nichts zwingen und die nun vorgetragene Planung erlaube es, den Betrieb während der Bauphase aufrechtzuerhalten, was als positiv zu sehen sei.

Keine Antworten

Reinhard Graf, Chef des Architekturbüros, sagte aber, er habe nur dieses jetzt diskutierte Grundstück zur Planung vorgelegt bekommen. Die Zufahrtsregelung sei mit der Stadt zu klären. Und der Kanal laufe laut aktueller Planung an der Unterkellerung vorbei, dürfte also kein Problem darstellen. Dieter Hummel (CSU) drängte abermals – erfolglos – auf Antworten zu den Verkehrsproblemen. Heckel: "Bitte nicht zerreden. Wir werden eine Lösung finden. Lassen Sie uns einfach mal weiterplanen."

Nachdem unter starker Hilfe von Wolfgang Eckardt (FWG) ein Beschlussvorschlag formuliert worden war, ging dieser in die Abstimmung. Mit 23:1 Stimmen – Volkert war dagegen – wurde der Beschluss gefasst, die Planungen weiterzuverfolgen, die genannten Verkehrsprobleme zu klären und grundsätzlich dem gewählten Standort zuzustimmen.

BASTIAN LAUER

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