Donnerstag, 22.04.2021

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"unlimitedGod": Freikirche plant Kultur- und Gemeindezentrum

UnlimitedGod hofft in Marktbergel bald mit dem Umbau loslegen zu können - 07.09.2020 13:00 Uhr

Pastor Rüdiger Schöndorf, Stefanie Schöndorf sowie Musikpastor Simon Bricher (von links) wollen ein Zentrum für ihren christlichen Verein unlimitedGod ausbauen, wo beispielsweise Gottesdienste stattfinden können.

06.09.2020 © Foto: Claudia Lehner


Der Wunsch nach eigenen Räumen, nach viel Platz, nach einer Heimat für den Verein besteht schon lange. 2011 folgte die Gruppe ihrem Pastor nach Seenheim, wo Schöndorfs Frau Stefanie herstammt. Dort hatte die Freikirche ihren Sitz, mietete bald Räume im Uffenheimer Gollachcenter an. Mittlerweile sind die Schöndorfs nach Burgbernheim gezogen.

Rund 20 seiner Mitstreiter sind deswegen auch in die Region gezogen, wie Schöndorf berichtet. Mittlerweile stammen aber die meisten Mitglieder aus der Gegend, wie der Pastor erzählt. Auch wenn er zugibt, dass man durchaus noch als "bunter Vogel" wahrgenommen werde und es teilweise Ressentiments gebe. Jedoch sei der Verein überkonfessionell und man wolle mit allen gut zusammenarbeiten, betont Schöndorf.

Kreativer Bereich im Zentrum

Die Freikirche ist als Verein organisiert. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt im kreativen Bereich: im Schaffen von Kunst, in Tanz und Musik. Zwei vereinseigene Bands gibt es, wie Simon Bricher erzählt, der als Musikpastor für diesen Bereich zuständig ist. Eine Jugendband sei dabei, sich zu gründen.

In diesem kreativen Bereich wollen die Vereinsmitglieder nun mehr anbieten. Bereits 2019 hatten sie mit einem großen Kreativfestvial auf dem Kapellenberg in Burgbernheim von sich Reden gemacht. Wenn der Umbau abgeschlossen ist, sollen in Marktbergel verschiedene Kursangebote gemacht werden. Die Jugendarbeit mit den Royal Rangern, einer Pfadfindergruppe startet bereits am 11. September. Zunächst mit Kindern zwischen vier Jahren und dem Schuleintritt. Ab Frühling ist eine neue Gruppe ab drei Jahren geplant.

Für alle offen

All dies soll für jeden offen sein. Mitglied im Verein müsse keiner werden, nur weil er einen Kurs besuche, erklärt Rüdiger Schöndorf. "Doch den Mund werde ich mir nicht zuhalten", fügt er scherzend und mit einer entsprechenden Geste an. "Wenn mich jemand fragt, warum wir das machen, dann erkläre ich das." Einen Ort für Begegnungen soll auch ein Café bieten. Vorerst wird es eine "interne Teeküche", nur für Vereinsmitglieder, Ziel sei aber ein öffentliches Café, sagt der Pastor, doch da gebe es noch viel zu klären.

Auch wenn der Umbau noch ansteht, der Verein nutzt die neuen Hallen und das Gelände bereits: für die Gottesdienste, die zuletzt in unterschiedlichen Hallen in der Umgebung stattgefunden hatten. In der kleineren der beiden Schréder-Hallen sind Musikinstrumente aufgebaut, vor der Bühne ist mit Abstand bestuhlt. "Wir brauchen nicht wieder einen Ausbruch in einer Freikirche", spielt Stefanie Schöndorf auf die genaue Einhaltung der Regeln an.

Später soll hier das Foyer sein, davor, näher am Eingang, das Café entstehen. Neben der aktuellen Bühne geht es zum Verwaltungsbereich im Obergeschoss und zu Räumen, die vermietet werden sollen. Beispielsweise an eine Hebamme sowie an Simon Bricher, der in Teilzeit als Grafikdesigner arbeitet.

Ein großer Durchgang führt in die nächste, größere Halle. Dort sollen später die Gottesdienste gefeiert werden. Daran anschließend werden Räume eingebaut für die verschiedenen Angebote. Ein weiteres kleines Gebäude wird eine Werkstatt beziehungsweise ein Atelier beherbergen. Es grenzt an den Außenbereich des Cafés und soll die Besucher zum Besichtigen einladen.

Erst der Umbau

Zunächst einmal steht jedoch der Umbau an. Schöndorf zögert, eine genaue Summe zu nennen, bestätigt aber, dass das Projekt inklusive Grundstück in Richtung von einer Million Euro geht. Die muss der Verein selbst aufbringen oder über Spenden finanzieren. Man habe ein großes Netzwerk, sagt Schöndorf, Menschen, die die Arbeit des Vereins gut finden, aber auch andere Freikirchen, die diesen unterstützen.

Ein wenig Geld wird wohl schon zurückgelegt worden sein, ist doch der Umbau ein lang gehegtes Ziel. Bereits 2017 hatte sich die Gruppe für einen anderen Teil der früheren Schréder-Hallen interessiert. Die Pläne waren bereits im Gemeinderat diskutiert worden, doch mit dem Kauf klappte es nicht.

Heuer hat der Verein den Zuschlag für einen anderen Teil des Geländes mit einer Größe von rund 7000 Quadratmetern erhalten. "Wir sind überglücklich", sagt Rüdiger Schöndorf. Der Gemeinderat hat die Umbaupläne in seiner Junisitzung wie berichtet mit einer Gegenstimme genehmigt.

Aktuell liegen die Pläne beim Landratsamt und sind laut Pastor Schöndorf "kurz vor der Genehmigung". Möglichst bald soll es also losgehen mit dem Umbau. Im Herbst 2021, so hofft das Führungstrio des Vereins, soll alles fertig sein.

CLAUDIA LEHNER

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