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Urlaubsplanung trotz Corona: Flex-Tarife sollen Sicherheit schaffen

Unsicherheit der Bevölkerung bezüglich der Urlaubsplanung in 2021 ist groß - 23.02.2021 06:00 Uhr

Flex-Tarife sollen Kunden derzeit Sicherheit geben.

22.02.2021 © Foto: Anna Franck


Während die Nachfrage im November und Dezember noch merklich vorhanden war, sei sie mittlerweile "relativ abgeflaut", sagt Oliver Joachimsthaler, Leiter des Reisebüros des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD) in Bad Windsheim. "Im Verhältnis stecken die Buchungen aktuell in kleinen Kinderschuhen", sagt Silke Kempf, Inhaberin der Flugbörse in Burgbernheim. Von einer geringen "Anzahl an Mutigen" spricht Nicole Schmidt von der Firma Thürauf mit zugehörigen Reisebüros in Bad Windsheim, Neustadt und Rothenburg.

Während sich Senioren eher zurückhalten, trauen sich beim Reisebüro Thürauf vor allem junge Familien, erklärt Nicole Schmidt. Hauptsächlich würden die Monate Juli bis Oktober angefragt, ergänzt ihre Mutter Annette Schmidt. Verstärkt im Selbstfahrerbereich, beispielsweise Deutschland, Österreich, Italien oder Kroatien. Bei Flugreisen vor allem der Mittelmeerraum, beispielsweise Spanien oder Griechenland. Der Jahreskatalog für Busreisen soll Ende März erscheinen, starten will die Firma Thürauf diesbezüglich je nach Lage frühestens im Mai. Was gut gebucht werde, seien vor allem Radreisen.

Trend zur Anreise mit Auto

Der Trend gehe beim ARCD-Reisebüro eher zur Anreise mit dem Auto. Ferienhäuser oder Hausboote würden bevorzugt, Pauschalreisen würden eher für die Herbst- oder Weihnachtsferien angefragt. Die Anfragen für Ostern gehen derweil gegen Null. Einige 2020 getätigte Buchungen würden zwar noch bestehen, "ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die stattfinden", sagt Joachimsthaler.

Vor allem Flugreisen für den Sommerurlaub beispielsweise nach Ägypten, Griechenland oder Spanien wecken bei der Flugbörse das Kundeninteresse. "Die Leute planen eher für später im Jahr", sagt Kempf, so mancher habe vielleicht die Hoffnung, sich doch noch vorher impfen lassen zu können, sollte das in manchen Hotelketten Pflicht sein.

"Man kann sich schon trauen", findet Joachimsthaler angesichts dessen, dass viele Reiseveranstalter anders als noch im ersten Lockdown sogenannte Flex-Tarife anbieten. Diese bieten flexible Umbuchungsmöglichkeiten und kostenfreie Stornierungen. "Für den Kunden besteht da wenig Restrisiko, dass er darauf sitzen bleibt", erklärt Joachimsthaler. "Jetzt ist die Möglichkeit am allerbesten, sich die Option auf einen Urlaub zu sichern", findet auch Kempf. "Die Veranstalter haben reagiert, die fühlen auch die Zurückhaltung."

Keine Anzahlung mehr

Gutscheinvarianten seien größtenteils vom Tisch, manche würden nicht einmal eine Anzahlung verlangen. Teilweise sei es möglich, bis 14 Tage vor Reiseantritt ohne Angabe von Gründen kostenfrei zu stornieren. Solch großzügige Sicherheiten habe es auf dem touristischen Markt noch nie gegeben, betont Kempf. Trotzdem bleiben die Anfragen aus, "weil die Leute sich nicht trauen".

Wichtig sei dennoch stets der Hinweis, was auf den Kunden zukommen könnte, sagt Joachimsthaler. Es werde auf die jeweiligen Einreisebestimmungen hingewiesen, erklärt Annette Schmidt, auch die Rückreise nach Deutschland sei zu beachten. Die Entscheidung selbst liege aber freilich beim Kunden. Nicole Schmidt: "Wir reagieren regelmäßig auf die aktuelle Situation, stehen aber in den Startlöchern."

ANNA FRANCK

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