Donnerstag, 24.10.2019

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Ursachenforschung geht weiter

Geringe Wasserschüttung der Aischquelle beschäftigt Behörden und Gremien. - 01.10.2019 12:00 Uhr

Ein Seitenarm nahe der Aischquelle gleicht einer Mondlandschaft, dort fließt kein Wasser mehr. © Foto: Christine Berger


"Die Quelle spiegelt die Trockenheit sehr schnell wider", sagt die Geologin, die derzeit dabei ist, alle Wetterdaten zu sammeln und auszuwerten. Nachdem das vergangene Jahr "sehr, sehr trocken" war und 2019 ebenfalls durch eher geringe Niederschlagsmengen in die Statistik eingeht, überprüft Gloria Godzik derzeit die Theorie, die Witterung könnte die Ursache sein.

Durchaus üblich sei eine jahreszeitlich bedingte Abnahme der Wassermenge, die Quelle der Aisch weist derzeit freilich eine "sehr geringe Schüttung" auf, bestätigt die Geologin. Parallel zu ihrer Arbeit entsteht ein biologisches Gutachten über die Vielfalt der Lebewesen, die am Quelltopf deutlich eingeschränkt ist.

Eingeschaltet hat sich zwischenzeitlich auch die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz, beziehungsweise erneut eingeschaltet. Als Teil des Planfeststellungsverfahrens im Vorfeld des Gipsabbaus durch das Unternehmen Knauf Gips KG nördlich von Burgbernheim, der als weiterer möglicher Faktor genannt wird, hat die Kreisgruppe Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Aischquelle geltend gemacht. Über den Dachverband wurde ein geologisches Gutachten angefertigt, das für die Kreisgruppe Anlass war, sich für ein Grundwassermonitoring an der Quelle starkzumachen, informiert Diplom-Biologin Moni Nunn, umweltpädagogische Mitarbeiterin der Kreisgruppe.

Über mögliche Ursachen für die geringe Wasserschüttung will sie nicht spekulieren, "das hat sicher mehrere Gründe", kann sie sich ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren vorstellen. Einen für den heutigen Dienstag angesetzten Termin des Wasserwirtschaftsamtes mit Vertretern der Regierung von Mittelfranken will die Kreisgruppe noch abwarten, ehe sie über das weitere Vorgehen berät. Denn einen gewissen Zeitraum kann die Quellenvegetation zwar mit wenig Wasser überstehen, dennoch gilt die Hauptsorge der Kreisgruppe der Tier- und Pflanzenwelt. Im Landkreis gebe es relativ wenige intakte Quellen mit entsprechender Vegetation.

In den politischen Gremien der Stadt Burgbernheim und Bad Windsheim war der niedrige Wasserstand der Aisch zwischenzeitlich ebenfalls Thema. In Burgbernheim machten die beiden Stadträte Dietmar Dasch und Karl-Otto Mollwitz ihre Sorgen geltend. In Bad Windsheim regte Stadtrat Ronald Reichenberg (SPD) an, das Problem demnächst auf die Tagesordnung zu heben. Jürgen Heckel ging weiter und las einen Antrag der Liste WiR vor, nach dem Ursachenforschung betrieben und mit anderen betroffenen Kommunen Kontakt aufgenommen werden soll. Immerhin sei die Aisch die "Lebensader einer gesamten Region".

CHRISTINE BERGER UND CLAUDIA LEHNER

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