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Verwertung mancher Stoffe sorgt für Enttäuschung

Vieles, was in der gelben Tonne landet, wird am Ende doch verbrannt. - 02.07.2020 14:00 Uhr

Plastik macht das Gros der Verunreinigungen in Dettendorf aus.

© Foto: Gerhard Krämer


Etliche neue Mitglieder hat das früher als "Ausschuss für Umwelt und Abfallwirtschaft" bezeichnete Gremium, weswegen die auf "den neuesten Stand der Technik" hatten gebracht werden sollen, erklärte Weiß. Die sollten nun "biogaserfahren" und als Multiplikatoren fit in Fragen der Abfallwirtschaft sein.

Im Ausschuss gab Peter Kreß, Leiter der Abfallwirtschaft im Landratsamt, eine Zwischenbilanz zur Einführung der Gelben Tonne, wir berichteten. Die Einführung gilt als eines der bewegendsten Themen in der Abfallwirtschaft der vergangenen Jahre. Auch im Kreistag wurde heiß diskutiert, wurde doch das jahrzehntelang gepflegte Bringsystem zu den Wertstoffhöfen aufgegeben.

Nach den Worten von Peter Kreß hat sich die Sammelquote in den ersten vier Monaten dieses Jahres gegenüber 2019 von 12,01 Kilogramm auf 23,49 Kilogramm je Einwohner erhöht. Kreß wies jedoch auf die Kürze des betrachteten Zeitraums hin, weswegen noch keine seriösen Aussagen getroffen werden können. Armin Luther (CSU) bestätigte aus seiner Gemeinde Burghaslach, dass er habe beobachten können, dass mehr Verpackungsstoffe gesammelt würden. Ohne die Tonne wäre es vermutlich wegen Corona ein Chaos geworden, weil die Wertstoffhöfe am Anfang ja zu waren. Wie im Vorfeld erwartet und immer wieder betont, scheint es tatsächlich so zu sein, dass durch das Abholsystem mehr Verpackungsstoffe gesammelt werden. Ob es dadurch weniger Restmüll gebe, wie Harald Trabert (FWG) wissen wollte, lässt sich laut Kreß derzeit eben so wenig seriös sagen.

Seine Enttäuschung über die Verwertung verbarg Jochen Rückert (Grüne) nicht. Zusammen mit seinem ehemaligen Kreistagskollegen Friedrich Trabert habe er Anfang März die Wertstoffsortieranlage Böhme GmbH in Neukühschwitz bei Rehau besucht, in der der Inhalt der Gelben Tonnen aus dem Landkreis sortiert wird. Dabei habe er erfahren müssen, dass das sauber in die Gelbe Tonne eingeworfene Styropor letztendlich verbrannt werde, da es in der Gelben Tonne und durch den Umschlag bei Knettenbrech+Gurdulic durch andere Inhalte zu stark verschmutzt werde. Auch Pet-Flaschen aus der Gelben Tonne können nicht wiederverwertet werden.

Blumentöpfe aus schwarzem Kunststoff können ebenso wenig der Wiederverwertung zugeführt werden, wie auch schwarze Kunststoffverpackungen, die von der Technik nicht erkannt würden. Deshalb sollten keine Lebensmittel in schwarzen Kunststoffschalen gekauft werden, erklärte Rückert.

Auch sollten Aludeckel und Alufolien nicht zerknüllt werden, sonst können diese nach der Erkennung nicht durch Druckluft aussortiert werden. Diese Erkenntnisse sollten an die Landkreisbürger weitergegeben werden, bat Rückert. Mit der Befüllung der Gelben Tonne zeigte sich Peter Kreß nach Rücksprache mit dem für die Sammlung beauftragten Unternehmen alles in allem zufrieden. Zwischen 20 und 30 liege die Zahl der Fälle, in denen die Gelbe Tonne wegen laufender Fehlbefüllung abgezogen worden sei.

Kurz informierte Kreß über die Abfallzahlen. So sei die Zahl der Restmüllgefäße 2019 erneut gestiegen. Einher geht damit auch eine höhere Restmüllmenge. 2019 waren es 10 975 Tonnen (2018: 10 404 Tonnen).

Mehr Biotonnen im Landkreis

Erfreulicherweise steige die Zahl der Biomüllgefäße. 16 394 Stück waren es 2019, 15 867 im Jahr davor. Das ist ganz im Sinne von Landrat Helmut Weiß, der sich hier höhere Akzeptanz und Aufkommen wünscht. Dazu soll auch die derzeit laufende Biotonnen-Aktion beitragen.

Die Anschlussquote der Biotonne beträgt derzeit etwa 60 Prozent, erfuhr Harald Trabert auf Nachfrage. In Dettendorf auf der Energie- und Versorgungsanlage (EVA) könne man noch etwa 20 Prozent mehr verarbeiten, erklärte Florian Heiselbetz von der EVA-Betriebsleitung. Sollte es wesentlich mehr werden, müsse man über weitere Schritte nachdenken.

GERHARD KRÄMER

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