Sonntag, 11.04.2021

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Von Geistern und Hexen: Sagenumwobene Ausflugsziele rund um Bad Windsheim

Unheimliche und spannende Ausflugs- und Wandertipps - 17.03.2021 14:22 Uhr

Bad Windsheims Alter Turm und die Geschichte des umgehenden Pfarrers

Der Bad Windsheimer Weinturm - manche vermuten, dass es sich hier um den Alten Turm handelt.

17.03.2021


„Auf alten Ansichten von Bad Windsheim kann man im Bereich der Stadtmauer etwa 15 Türme zählen“ berichtet Autor Thomas Spyra, wohnhaft in Bad Windsheim. Eine spannende Sage gibt es zum Alten Turm. Dort soll jede Nacht zwischen zwölf und eins ein Pfarrer umgehen, mit seinem Gebetbuch in der Hand und mahnende Worte über die Zügellosigkeit sprechen. Der Alte Turm wurde laut einer historischen Quelle tatsächlich vor circa 500 Jahren gebaut. Es geschah damals, als in und um Windsheim viel Wein konsumiert wurde.

Der Ortspfarrer gab sich vergeblich Mühe die Windsheimer zur Mäßigung zu bringen. Diese fingen an, den Sonntagsgottesdienst zu vermeiden. Der Pfarrer begann vor dem Alten Turm zu predigen, weil er wusste, dass jeder vorbei laufen musste. Einige jungen Männer wollten ihn mit den Freuden des Weinkonsums zusammenbringen.

Sie brachten ihn mit Gewalt nach oben in den Alten Turm und zwangen ihn, Wein zu trinken, bis er betrunken war. Später zeigten sie Reue, ließen ihn in Ruhe. Im Folge seines Rausches fiel der Pfarrer auf den Treppen und starb. Damit nicht vergessen wird, was bei übermäßigemZechen passiert, erscheint der Pfarrer jede Nacht. Manche vermuten, dass der heutige Weinturm mit dem Alten Turm gemeint sein soll.

Petersberg bei Marktbergel

Der Petersberg bei Marktbergel

17.03.2021


Der Petersberg ist der zweithöchste Berg in unserem Landkreis. Es gibt mehrere spannende Sagen rund um den Petersberg. Hexen und Druiden treffen sich nach einer der Sagen jedes Jahr zum 1. Mai, um ein grosses Fest in der Walpurgisnacht zu feiern. Mit dabei auf einem geschmückten Thron: der Satan persönlich.

Eine andere Sage erzählt von den Gewölben und unterirdischen Gängen, die voller Schätze sein sollen. Einer dieser Gänge soll in die Kirche zu Marktbergel führen. Eine Spukgeschichte gibt es auch: Einem Fuhrmann, in der Weihnachtszeit unterwegs auf der Straße am Petersberg, sprangen zwei feurige Männer ohne Köpfe auf den Wagen. Dieser wurde so schwer, dass die Gäule ihn nicht mehr ziehen konnten.

Der verängstigte Fuhrmann fing an zu beten und die glühenden Kreaturen verschwanden. Er wagte es fortan nie mehr, in einer der zwölf heiligen Nächte (Anm. Red.: 25. Dezember bis 6. Januar) die Straße zu befahren.

Die Heilquelle des Wildbads bei Burgbernheim

Die Heilquelle des Wildbads Burgbernheim

17.03.2021


Laut einer überlieferten Sage lebte einmal ein gemeiner hartherziger Bauer in Gallmersgarten bei Burgbernheim. Er hatte ein treues Pferd, einen Schimmel, das eines Tages unheilbar krank wurde. Anstelle ihn gesund zu pflegen, jagte der Bauer das Pferd in den Wald.

Die Infotafel an der Heilquelle im Wildbad bei Burgbernheim

17.03.2021


Eines Tages entdeckten Waldarbeiter den Schimmel im Wald, völlig gesund. Sie sahen ihn aus einer Quelle im Wald trinken. Der Förster vermutete, dass aus der Quelle heilendes Wasser sprudelte. Es stellte sich tatsächlich heraus, dass das Wasser aus dieser Quelle auch bei kranken Menschen eine heilende Wirkung hatte. Der Bauer, dem das Pferd gehörte, hörte davon, dass der Schimmel eine Heilquelle entdeckt hatte. Er nahm ihn wieder zu sich und verhielt sich nicht mehr hartherzig.

Bullenheim, die Kunigundenkapelle

"Die Kunigundenkapelle ist ein Wahrzeichen für Bullenheim, sie gehört zur Landschaft dazu. Ich verbinde mit diesem Ort etwas Magisches. Hier an der Kunigundenkapelle anzukommen ist etwas entschleunigendes, es erdet einen" so Kristin Langmann, Fränkische Weinkönigin 2015, aufgewachsen in Bullenheim.

Kaiser Heinrich II und Kunigunde heirateten um das Jahr 1000. Überliefert wurde, dass Kaiserin Kunigunde sich eines Tages, als sie nach Würzburg reiste, verirrte. Als sie nachts den richtigen Weg nicht fand, kniete sie nieder und bat den Herrgott um Hilfe.

Kristin Langmann, Fränkische Weinkönigin 2015 besichtigt die Ruinen der Kunigundenkapelle in Bullenheim.

17.03.2021


Sie versprach an der Stelle eine Kapelle bauen zu lassen, sollte sie gerettet werden. Ein paar Augenblicke später hörte sie eine Glocke läuten. Dem Läuten nach, kam sie nach Bullenheim. Sie ließ später auf dem Bullenheimer Berg eine Kapelle - die heutige Kunigundenkapelle- erbauen. Die Glocke läutet heute noch, und die Fernsicht von Kapellenberg ist herrlich. Laut der Pfarrchronik von Seinsheim soll die Kapelle (vermutlich im 17. Jahrhundert) von Schweden zerstört und später wieder errichtet worden zu sein, weil sie im Jahr 1773 als Wallfahrstkapelle galt. Später wurde sie von einem Blitzschlag zerstört. Hinter den heutigen Ruinen der Kapelle, rund zehn Minuten aufwärts sind zwei Gräber zu sehen - diese werden die Burkertsgräben genannt.

In Erinnerung an das Erlebnis der Kaiserin wird heute noch in Bullenheim täglich vom 6. November bis zum 1. Februar um 20 Uhr und vom 2. bis zum 21. Feburar um 21 Uhr am Abend geläutet, so Pfarrer Dietmar Kleinschroth.

Geschichten wurden über Generationen weitergegeben

„Damals war alles besser“ besagt ein bekannter Spruch. Dahinter verbergen sich schöne Erinnerungen an längst vergangene Zeiten, Wehmut aber auch Sehnsucht nach wunderschönen Augenblicken. Vielleicht auch einen Tropfen Hoffnungsschimmer auf eine (hoffentlich) wohlgesinnte Zukunft.


Die weiße Frau und ein zugemauerter Mönch: Sagenhafte Ausflugsziele im östlichen Landkreisteil


Früher, als es noch keine Handys und Fernseher gab, gab es vor allem im ländlichen Raum viele Mehrgenerationen-Haushalte. Familienmitglieder dreier, vierer Generationen machten es sich in den langen Winterabenden in der warmen Stube gemütlich. Und es gab Geschichten, es gab Kinder, die gespannt auf die nächste Erzählung der älteren, weiseren Generation warteten.

Es gab unzählige Märchen und Legenden, unglaublich tapfere Heldentaten, gruselige Geschichten von wohnortnahen Spukstätten. Aus den Kindern wurden Erwachsene, die selber Kinder bekamen und die Geschichten der Alten weiter erzählten.

Literaturquellen:

Bad Windsheim:Die schönsten Sagen Nürnberg und Mittelfranken, von N. Altura

Petersberg: Zenngrund-Bibert und Aurach Sagen und Legenden, von Hans H. Schlund

Burgbernheim, Bullenheim: Sagen, Legenden, Geschichten aus Mittelfranken, von A. Kriegelstein

Bullenheim: Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald, von J. L. Klarmann und K. Spiegel

Josefine Mühlroth

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