Wahlsonntag: Neuherberg kann zum Spezialfall werden

30.9.2018, 19:31 Uhr
In den Gemeindeverwaltungen, wie hier im Stadtbüro von Bad Windsheim, liegen die Wahlunterlagen bereit.

In den Gemeindeverwaltungen, wie hier im Stadtbüro von Bad Windsheim, liegen die Wahlunterlagen bereit. © Foto: Günter Blank

Es geht um die Möglichkeit einer dritten Windkraftanlage bei Herrnberchtheim. So groß das Interesse bei Wahlhelfern sein dürfte, die Prioritäten beim Auszählen sind laut Stimmkreisleiter Günter Lorz klar verteilt: Erst kommen die Zettel für die Landtagswahl an die Reihe, dann für die Bezirkstagswahl, am Schluss wird das Ergebnis in Sachen Bürgerentscheid ermittelt. Bei der Bestellung der Wahlunterlagen wurde gegenüber der Bundestagswahl von einem noch einmal leicht höheren Briefwähleranteil ausgegangen. Damals hatte gut ein Drittel aller Wähler seine Kreuzchen per Briefwahl abgegeben. Für die Land- und Bezirkstagswahl wurden 30.800 Umschläge für die Stimmzettel bestellt, nachträgliche Order sind möglich, laufen Lorz zufolge aber über die Kommunen.

Trend zur Briefwahl hält an

An den anhaltenden Trend zur Briefwahl wurde auch die Zahl der Stimmbezirke angepasst. 163 Urnenstimmbezirke sind im Landkreis vorgesehen, bei der Landtagswahl 2013 waren es noch 176. Dafür sind statt damals 50 heuer 62 Briefwahlvorstände im Amt. In den größeren Kommunen sind teils mehrere von ihnen vorgesehen, in Bad Windsheim beispielsweise fünf, in Neustadt sechs, in Emskirchen vier. Speziell Emskirchen hat im Gegenzug zwei seiner klassischen Stimmbezirke aufgegeben. Um nicht in die Nähe der Marke von 50 Wählern zu kommen, wurden dort unter anderem die Ortsteile Rennhofen und Eckenberg zu einem Stimmkreis vereinigt, informiert die Stellvertreterin von Günter Lorz, Beate Heid. Ebenfalls kein eigener Stimmbezirk ist in diesem Herbst in Schwebheim vorgesehen, allerdings aus einem anderen Grund, dort wird am 14. Oktober Kirchweih gefeiert, weshalb befürchtet wurde, dass viele Stimmberechtigte ohnehin Briefwahl beantragen.

Galt bislang zur Wahrung des Grundsatzes der geheimen Wahl die Regelung, dass die Ergebnisse bei weniger als 50 abgegebenen Stimmen in dem betreffenden Stimmbezirk nicht mehr detailliert etwa im Internet veröffentlicht werden dürfen, müssen bei der anstehenden Wahl die Urnen zur Auszählung in einen anderen Stimmbezirk gebracht werden. Dies hat zur Folge, dass auch dort die Wahlhelfer erst ihres Amtes walten dürfen, wenn die Urnen vor Ort sind, gibt Günter Lorz zu bedenken.

Sinkt die Zahl der Briefwähler?

Eine weitere Neuerung bei den Wahlen am 14. Oktober betrifft die Bezirkstagswahl – die offiziell eigentlich Bezirkswahl heißt. Erstmals wird hier das Sitzverteilungsverfahren St. Laguë/Schepers angewandt wird. Die bei den Landtagswahlen abgegeben Stimmen dagegen werden nach dem Verfahren Hare/Niemeyer verrechnet. Ein weiterer Unterschied ist die Fünf-Prozent-Hürde, die nicht für die Bezirkstagswahlen gilt.

Gemeinsam ist beiden Wahlen: Wahlberechtigte haben jeweils zwei Stimmen für den Direktkandidaten und die Zweitstimme. Was zunächst dem Verfahren der Bundestagswahl ähnelt, kommt doch mit einem wesentlichen Unterschied daher: Die Erststimme wird bei der Landtagswahl mit der Zweitstimme addiert, was ihr hinsichtlich des Endergebnisses ein größeres Gewicht verleiht. Darüber hinaus können Wähler mit ihrer Zweitstimme einen einzelnen Kandidaten berücksichtigen und können dadurch die Reihung der jeweiligen Partei noch einmal durcheinanderwirbeln.

Nach Einschätzung von Günter Lorz ist die personalisierte Zweitstimme ein weiterer Grund dafür, dass die Zahl der Briefwähler vermutlich nicht sinken wird. Letzter Termin zur offiziellen Beantragung der Briefwahl-Unterlagen ist Freitag, 12. Oktober, 15 Uhr. Allerdings müssen die Wähler dann sicherstellen, dass die Unterlagen rechtzeitig in den Urnen landen.

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