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Wieder zurück im Klassenzimmer

Abschlussklassen und Grundschüler dürfen ab Montag zurück in die Schulen, ob das so bleibt, hängt vom Inzidenzwert ab. - 20.02.2021 06:00 Uhr

Am Freitag hat nur ein Teil des Kurses der Q12 am Stellergymnasium im Klassenraum gelernt. Ab Montag sind alle wieder in der Schule.

19.02.2021 © Foto: Claudia Lehner


Ein bisschen mehr Normalität, zumindest für Grundschüler und Abschlussklassen gibt es auch in Bad Windsheim ab Montag. Sie kehren in die Schulen zurück. Da, wo es möglich ist, die Abstände einzuhalten, wird komplett auf Präsenzunterricht umgestellt. Ansonsten wird Wechselunterricht gehalten. Wie lange dies möglich ist, hängt allerdings von einer entscheidenden Zahl ab: der 100. Steigt der Sieben-Tage-Inzidenzwert des Kreises laut Robert-Koch-Institut über diese Marke, müssen viele der Schüler wieder ins Homeschooling.

Die Abschlussklassen des Georg-Wilhelm-Steller-Gymnasiums bereiten sich derzeit auf ihr Abitur vor. Mitte Mai finden die Prüfungen statt. Viel Zeit ist nicht mehr, weshalb sich die Q12 bereits seit drei Wochen im Wechselunterricht befindet. Ab Montag ist sie komplett wieder in der Schule. "Wir können die Abstände einhalten", erklärt Schulleiter Uwe Nickel. Er ist froh darüber. Wechselunterricht sei die schwierigste und aufwendigste Lösung. Das bestätigen auch andere Schulleiter. Dazu kommen Probleme mit der Internetverbindung wie jüngst durch den Ausfall bei Vodafone.

Komplett im Präsenzunterricht

Für die Q12 wird es bis zum Abitur beim Präsenzunterricht bleiben, selbst wenn der Inzidenzwert steigt. Gleiches gilt für Abschlussklassen der Berufsschule. Beide müssen bald Prüfungen schreiben. Laut Schulleiterin Michaela Müller reicht auch hier der Platz aus, um komplett in den Präsenzunterricht zu wechseln, ebenso bei den vier Abschlussklassen der Wirtschaftsschule. Sie ist froh, dass "wieder Leben in die Bude kommt".

An der Wirtschaftsschule, wie an den übrigen Schulen, muss allerdings weiter der Inzidenzwert im Blick bleiben. Ist die 100er-Marke überschritten, muss schnell reagiert werden. Wenn die Kreisbehörde dies anordnet, "ist am nächsten Tag wieder zu", erklärt Barbara Lorenz, Leiterin der Schule im Aischgrund. Dann müssen die Eltern noch am selben Tag informiert werden. "Die Verwaltung hat unglaublich viel zu tun", sagt sie voller Hochachtung auch vor den Kollegen und deren Leistung.

Mittelschulrektor Franz Stegner freut sich über die Rückkehr der neunten und zehnten Klassen. Die bald anstehende Projektprüfung wird aber, wie bereits eingeübt, online abgehalten. So ganz traut er dem Frieden nicht. "Ein Hotspot reicht", befürchtet er, dass die Öffnung nicht von Dauer sein könnte, hofft natürlich aber. Dass nun wieder Präsenzunterricht möglich ist, nützt auch den übrigen Schülern. Für sie stehen jetzt mehr Leihgeräte zur Verfügung.

Freude und Sorgen

In den beiden Grundschulen werden die Schüler ab Montag in Gruppen aufgeteilt im täglichen Wechsel unterrichtet. Auch eine Mittagsbetreuung gibt es für die Schüler, die dies brauchen, erklärt Claudia Fink, Leiterin der Delpschule. Die Notbetreuung besteht weiter.

Im Schulgebäude wird streng auf die Einhaltung von Abständen geachtet, ein Problem stellt der Transport zur Schule dar, was auch den Schulleitern bewusst ist. Noch seien es nur wenige Schüler und die Busse deshalb nicht überfüllt, erklärt Nickel. An der Delpschule beispielsweise wurde darauf geachtet, bei der Einteilung der Gruppen im Wechselunterricht nicht alle Busschüler in eine Gruppe zu stecken. Der Transport und besonders die sich verbreitenden Virusmutationen machen auch Eltern Sorgen, wie die Rektorin der Pastorius-Grundschule, Lydia Stoll, weiß. "Das verstehe ich voll." Auch sie sorgt sich um ihr Kollegium. "Was wir tun können, tun wir."

Doch meist überwiegt die Freude wie bei Dagmar Werp, Verwaltungsangestellte an der Mittelschule, die froh ist, wieder Schüler und mehr Kollegen zu sehen. Und auch die 18-jährige Anna Melber zieht den Präsenzunterricht vor. Ohnehin befürchtet sie Nachteile beim Abitur. Nicht nur jetzt habe man ja viel daheim lernen müssen, sondern auch schon im vergangenen Schuljahr.

CLAUDIA LEHNER

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