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Wild entschlossen den Wecker gestellt

In Bad Windsheim wollen die Freien Wähler mit Annette Wild an die Erfolge früherer Jahre anknüpfen. - 10.02.2020 11:36 Uhr

Annette Wild stellt ihr Programm vor, zu den aufmerksamen Zuhörern gehört Altbürgermeister Wolfgang Eckardt (rechts daneben). © Foto: Günter Blank


Annette Wild, 54, verheiratet mit Hans Wild (Ratsmitglied von 1996 bis 2014), Mutter zweier Söhne und kaufmännische Geschäftsführerin in der Firma ihres Mannes, formulierte zu Beginn ihres Statements eine Leitlinie ihres politischen Handelns: "Der Fokus muss auf die Wünsche, Anliegen und Bedürfnisse unserer ortsansässigen Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibenden, Unternehmen, Vereine und Verbände konzentriert werden."

Zu den drängendsten Projekten, die sie angehen will, zählt Wild die Neuausrichtung des Stadtmarketings. Der "teure City-Manager" müsse durch einen Wirtschaftsförderer in Vollzeit ersetzt werden. Bezahlbarer Wohnraum für junge Leute und Familien sei Pflicht, und die Entwicklung der Hospitalstiftung müsse auf den richtigen Weg gebracht werden. Auch wenn die laufende Bewerbung um die Ausrichtung einer Landesgartenschau in den Augen von Altbürgermeister Wolfgang Eckardt ein "Schnellschuss" ist, hoffe die FWG auf den Zuschlag. Dies, so Wild, wäre für die Entwicklung der Stadt enorm wichtig. Die Ortsteile dürften nicht als Anhängsel behandelt werden, sondern müssten "mit ihren jeweiligen Ortsteilbeauftragten in den laufenden Apparat eingebunden werden".

"Wir haben sehr viele Musiker, sehr viele Clubfans und einen Bayernfan", fasste Annette Wild nach der Kurzvorstellung der Stadtratskandidaten scherzhaft zusammen. Tatsächlich werden in deren Reihen weitaus mehr Interessen und Fähigkeiten abgebildet. Martin Stellwag und Stefanie Keller etwa wollen "Bad Windsheim etwas grüner machen" (Stellwag) und Eigenenergieprojekte anstoßen beziehungsweise durch die Überarbeitung der Baugestaltungsverordnung den vermehrten Einsatz regenerativer Energien in der Altstadt ermöglichen. Alexandra Horst möchte verstärkt als Bindeglied zwischen Stadt und Senioren wirken. Passend dazu hat Ingrid Löscher die Hospitalstiftung mit dem Projekt Demenzzentrum ganz oben auf ihrer Agenda stehen. Jasmin Sappa-Stürmer möchte ändern, was sie mit Blick auf die Arbeit des Rates erkennt: "Viele Entscheidungen dienen nur den wirtschaftlichen Interessen Einzelner" statt der Allgemeinheit.

Und dann sind da, um die Beispiele abzuschließen, die Jungen Freien Wähler um Sascha Horst, die nicht nur die Interessen der jüngeren Generation vertreten, sondern dazu beitragen, dass die FWG für die Wahl zum Stadtrat mit einem Altersdurchschnitt von 42 Jahren die zweitjüngste Liste nach der Liste Land stellt.

Wolfgang Eckardt, Zweitplatzierter auf der FWG-Liste, rückte Bürgermeister Bernhard Kisch ins Zentrum seiner Kritik. Der sei offenbar noch immer nicht in Bad Windsheim angekommen, wolle oder könne nicht erkennen, dass man nicht alles selbst machen und es auch nicht allen recht machen könne – kurz: Er werde seiner Rolle als Hauptverantwortlicher für die Stadtentwicklung nicht gerecht. Vieles werde angestoßen, nichts umgesetzt. Der Bürgermeister sei kein Teamplayer und scheue die Verantwortung. Annette Wild sei dagegen so "präsidial wie stammtischtauglich", zudem "wild entschlossen" und von daher die ideale Kandidatin, um an die Erfolge der Jahre 1996 bis 2008 anzuknüpfen.

Nach Statements von stellvertretendem Ratsfraktionsvorsitzenden Eberhard Gurrath (Listenplatz vier), des Kreistagsfraktionsvorsitzenden Reinhard Streng und einer Diskussionsrunde sprach Gastwirt Heinrich Eigner – ob aus Überzeugung oder in schelmischer Ironie sei dahingestellt – das Schlusswort des Abends: "Früher war alles besser."

GÜNTER BLANK

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