Zurück in der Schule nach Corona-Auszeit: So war der erste Tag

7.6.2021, 18:00 Uhr
Schüler müssen sich weiterhin auf Corona testen, allerdings dürfen sie nun alle wieder in den Präsenzunterricht. 

Schüler müssen sich weiterhin auf Corona testen, allerdings dürfen sie nun alle wieder in den Präsenzunterricht.  © Hans-Joachim Winckler, NN

Wieder gemeinsam im Klassenzimmer lernen, lange sehnten sich Schüler, Lehrer und Schulleiter danach: Seit gestern ist Präsenzunterricht für alle Schüler wieder an vielen bayerischen Schulen möglich. Zwar müssen sich die Vorgänge an den hiesigen Einrichtungen erst wieder einspielen, die Freude aber überwiegt am ersten Tag.

Das ist durchaus auch in der Grundschule Burgbernheim-Marktbergel so, dort gab es kurz vor dem Start aber noch Aufregung: Durch den Starkregen am vergangenen Freitag gab es ein Problem in der Dachrinne – und es tropfte in einigen Räumen von der Decke. Unter anderem zwei Klassenzimmer und das Lehrerzimmer sind betroffen, bestätigte die stellvertretende Schulleiterin Gudrun Dietsch auf Nachfrage.

Als sie am Freitagnachmittag nochmals in die Schule gegangen ist, "da hat’s in der Aula geplätschert, es war nicht zu überhören", erzählte Dietsch. Der Abfluss von Regenwasser erfolge über ein System innerhalb des Schulgebäudes, hier sei es wohl zu einer Verstopfung gekommen, Wasser sei übergelaufen und so bis runter in die Aula geflossen. Ein paar Gipsplatten an den Decken einiger Räume seien beschädigt und hätten entfernt werden müssen. Ganz sei das Problem auch bis gestern nicht behoben gewesen, sagte Dietsch. In den betroffenen Räumen habe man Tische und Stühle verrückt, so habe der Unterricht trotzdem stattfinden können. Die Eltern bräuchten sich keine Sorgen machen.

Große Freude

Auch als "sehr freudig" für Schüler wie Lehrer empfand sie deshalb den Start. Ähnlich sah das Claudia Finck, Leiterin der Hermann-Delp-Grundschule in Bad Windsheim. Es sei für die Kinder "etwas Besonderes" gewesen, wieder den Banknachbarn an der Seite zu haben. Fast wie am ersten Schultag sei das gewesen.

"Es ist schön, wieder Trubel im Haus zu haben", erklärte Uwe Nickel, Schulleiter am Stellergymnasium in Bad Windsheim. Vor allem bei den Jüngeren sehe man "diese Form innerer Glückseligkeit", wenn diese wieder beieinander sind, gemeinsam im Schulhof ihr Pausenbrot essen. "Ich sehe fröhliche gelöste Stimmung im Haus." Detailabläufe wurden im Kollegium noch besprochen, oft sei nicht mehr so bewusst gewesen, was nun nach der aktuellen Infektionsschutzverordnung gelte. "Etwas wirr" könne man nach all der Zeit und Änderungen schon werden.

Auch für die Lehrer sei der Tag "wahnsinnig aufregend gewesen", sagte Petra Fink, Leiterin der ZennGrundSchule in Obernzenn. Die Kinder hätten sich zwar gefreut, seien aber nach Schulschluss platt gewesen. Besonders die Erstklässler müssten nun wieder lernen "wie Schule ist", den Viertklässlern sei es vor allem lauter vorgekommen. Hin und wieder müsse daran erinnert werden, dass die Maske über und nicht unter der Nase getragen werden müsse, viele seien mittlerweile mit passenden FFP2-Kindermasken ausgestattet.

Als "voll" haben die Kinder der Pastoriusschule in der Kurstadt die Klassenzimmer wahrgenommen, sagte Schulleiterin Lydia Stoll, die froh ist, dass die Kinder die letzten Wochen des Schuljahres gemeinsam lernen können. "Mehr Blickkontakt" sei nun wieder möglich, man könne so schneller feststellen, wo es hängt, wo Unterstützung nötig ist.

Schutz ist nötig

Masken sowie zwei Selbsttests pro Woche sind in den Schulen nach wie vor Pflicht. Die Tests leisten einen "wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie", findet Nickel, gerade jetzt, wo im Klassenzimmer der Mindestabstand nicht mehr gelte. "Man braucht ein gewisses Maß an Schutz", sagte Nickel, auch weil das Kollegium noch nicht vollständig durchgeimpft sei.

Neu ist, dass die Schulen "Corona-Selbsttest-Ausweise" ausstellen dürfen. In ihnen können unter Lehrer-Aufsicht ausgeführte Tests bestätigt werden und dann, wenn inzidenzbezogen nötig, im privaten Bereich vorgezeigt werden. "Im Prinzip ist das eine gute Lösung", sagte Petra Fink, wenngleich es einen Mehraufwand für die Lehrer bedeute. Das Testen selbst machten die Kinder gut mit, sagte Lydia Stoll, "die fanden das von Anfang an nicht so schlimm".

Allesamt negativ waren gestern die Corona-Tests in der Wirtschaftsschule des Beruflichen Schulzentrums in Bad Windsheim, informierte Schulleiterin Michaela Müller. Falle ein Ergebnis positiv aus, müsse es nun durch die Schule gemeldet werden. Sonst oblag das den betroffenen Personen selbst. Nur noch "ganz wenige Ausnahmen" würden sich gegen das Testen stellen. Erinnert werden müsse hin und wieder an die Abstandsgebote, sagte Müller. "Das ist völlig aus den Köpfen raus."

Im Stellergymnasium zieht derweil langsam der Alltag ein, der in einer Schule ohnehin nie langweilig werde, sagte Nickel. Die Abitur-Prüfungen seien weiter das beherrschende Thema. Gestern begann der mündliche Teil. Was die Schulleiter eint, ist die Hoffnung, dass die Einrichtungen bis Schuljahresende geöffnet bleiben können. Uwe Nickel: "Die Sicherheit hat oberste Priorität. Wir wollen nicht nochmal dicht machen."

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