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Samstag, 20.07.2019

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Zwölf Jahre Haft für Mordversuch an der Ex-Ehefrau

Urteil ist gefällt - 12.07.2019 12:21 Uhr

Für die Messer-Attacke im Juni 2018 wurde der 30-jährige Täter nun zu zwölf Jahren Haft verurteilt. © Stefan Blank


Regungslos und in sich gekehrt verfolgt Oliver K. (Name geändert) die Urteilsbegründung der Vorsitzenden Richterin der Nürnberger Schwurgerichtskammer. Als Barbara Richter-Zeininger erklärt, dass der 30-Jährige nach viereinhalb Jahren hinter Gittern in einer Entzugsklinik untergebracht werden soll, hebt der kräftig gebaute Mann plötzlich den Kopf und sagt laut "Danke".

K. hatte in seiner Einlassung zu Beginn des Prozesses um eine Suchtbehandlung gebeten. Der Aufenthalt in einer Klinik ist womöglich die letzte Chance für den seit vielen Jahren alkohol- und drogenabhängigen Bad Windsheimer. Beendet er die Maßnahme mit Erfolg, prüft ein Gericht mit der Hilfe von Sachverständigen, ob eine Sicherungsverwahrung notwendig ist. Diese hat das Gericht unter Vorbehalt angeordnet. Scheitert er, muss Oliver K. zurück ins Gefängnis, seine Strafe vollständig absitzen und anschließend in Sicherungsverwahrung. Diese dient dazu, die Gesellschaft vor gefährlichen Straftätern zu schützen. In regelmäßigen Abständen wird geprüft, ob der Verwahrte wieder auf freien Fuß gesetzt werden kann.

Dass Oliver K. unter Alkohol und Drogen aggressiv wird, hatten Zeugen bestätigt. Die Tat am 8. Juni 2018 bezeichnete die Vorsitzende Richterin als "hinterlistigen Überfall", der mit hoher krimineller Energie geplant wurde.

Nachdem der mehrfach vorbestrafte Mann aus einer Therapieeinrichtung geflogen war, kehrte er im Frühsommer 2018 nach Bad Windsheim zurück. Dort bat der 30-Jährige seine Ex-Frau und die gemeinsame, damals vier Jahre alte Tochter zu einem Treffen. Er wolle sie ein letztes Mal umarmen. Während der Umarmung zog er ein im Hosenbund verstecktes Messer heraus und stach auf die arg- und wehrlose Frau ein. Auch als sie zu Boden ging und ein Mann versuchte zu helfen, stach er weiter zu, würgte und biss seine Ex-Frau. Als es der Zeuge schaffte, den Angreifer von seinem Opfer wegzuziehen, gelang der schwer verletzten Frau die Flucht in ihr Auto, mit dem sie schließlich aus der unmittelbaren Gefahrenzone fahren konnte. 

cg

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