Villa Schröppel

Bamberger Luxusvilla soll für Gebot vermietet werden: Vorgehen sorgt für heftige Kritik

Markus Maisel
Markus Maisel

Online-Redaktion

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16.5.2022, 20:19 Uhr
Sorgt derzeit für hitzige Diskussionen: Die Villa Schröppel in Bamberg. 

© Stadt Bamberg/Sina Schraudner Sorgt derzeit für hitzige Diskussionen: Die Villa Schröppel in Bamberg. 

Erst 2015 wurde die Villa Schröppel - Luxusgebäude am Bamberger Michelsberg - aufwendig saniert: Das Anwesen bietet jede Menge Luxus: Zwei Schlafzimmer, Fußbodenheizung und sogar einen Springbrunnen gibt es auf 121 Quadratmetern Fläche. Auch eine Fußbodenheizung und ein Blick auf den Dom hält die attraktive Immobilie für potenzielle Bewohnerinnen und Bewohner bereit.

Nun sucht die Bürgerspitalstiftung, welche nach Angaben von inFranken durch die Stadt Bamberg treuhänderisch verwaltet wird, nach potenziell Interessierten für die Villa Schröppel - und verfolgt dabei eine Taktik, die in einigen Kreisen für Unmut sorgt: Denn das Spital setzt dabei auf eine Art Bieterwettbewerb. Diejenigen Interessenten, welche die höchste Miete bieten, sollen ab dem 01. Juli in die Luxusvilla einziehen dürfen.

Denkmalschutzverein: Diskussion sei Folge der Sanierung

Gerade aufgrund des eklatanten Wohnraummangels in Bamberg wird das Vorhaben kritisiert. Der Schutzverein Alt Bamberg hat sich klar gegen den Bieterwettbewerb der Bürgerspitalstiftung positioniert. So könne man die derzeitige Diskussion um eine Vergabe der Villa an höchstbietende Personen auch als Folge der Sanierung als kostspieliges "Leuchtturmprojekt" betrachten, so der Denkmalschutzverein gegenüber der Plattform inFranken. Der Verein hat bereits die Sanierung der Villa im Jahr 2015 scharf kritisiert. Dadurch habe das altehrwürdige Haus "sein Wesen und seinen Charakter" verloren.

"Angemessener Mietpreis" nötig

Demnach sieht die Stadt aktuell keinen Konflikt angesichts des mangelnden Wohnraums. Zudem hat die Stiftung nach Aussagen der Stadt keinen politischen Auftrag - somit müsse darauf geachtet werden, "dass ein angemessener Mietpreis erzielt wird", denn das Immobilienvermögen stelle eine wichtige Einnahmequelle für die Stiftung dar.

So erklärte die Stadt kürzlich, dass die Villa nicht automatisch an den Meistbietenden vermietet werde. Konkret soll das Mietgebot "nicht das wesentliche Entscheidungskriterium" sein - auch andere Aspekte sollen bei der Mietersuche berücksichtigt werden.

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