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Donnerstag, 05.12.2019

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Bambergs Steinernes Haus verkauft: Was wird aus Calimeros?

Kritik an Immobilienanzeige und Frage nach der Zukunft - 19.11.2019 14:21 Uhr

Seit 27 Jahren beliebtes mexikanisches Lokal und gleichzeitig Party-Treffpunkt: Die Zukunft des Calimeros Bamberg ist aktuell ungewiss, das Gebäude wird verkauft. © Frank Märzke


Das Calimeros ist seit Jahren die Bamberger Adresse nicht nur für mexikanische Gaumenfreuden wie das wöchentliche "Tacos all you can eat", sondern ebenfalls beliebter Anlaufpunkt für alle Partygänger, denn: Ab 23 Uhr wird in dem Restaurant auch gefeiert. Ob dies auch in Zukunft so bleibt, ist aktuell ungewiss. Denn das Gebäude, in dem das Lokal seit 27 Jahren untergebracht ist, steht zum Verkauf. 

Kritik an Immobilienanzeige

Das Steinerne Haus in der Langen Straße 8 wurde 1512 erbaut und wird nun von dem Privateigentümer zum Kauf angeboten. Auf die Immobilienanzeige der Sparkasse auf ImmobilienScout24 hagelte es scharfe Kritik der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg. Die gemeinnützige Vereinigung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bambergs Kulturdenkmäler zu schützen. Dass das Haus nun mit dem Möglichkeit des Teilabrisses hofseitig beworben wird, wird von den Mitgliedern der Schutzgemeinschaft stark angeprangert.

In einem Facebook-Post kritisieren die Aktivisten den Umgang mit "einer der wenigen authentisch erhaltenen barocken Fassaden des Straßenzugs und einem besonders reizvollen Denkmal im Herzen einer Welterbe-Stadt".  Sie fordern "behutsame Bewahrer"“ des Gebäudes und die Änderung des Werbetextes sowie die Richtung der Käufersuche. Das Annonce ist mittlerweile von der Immobilienseite verschwunden. 

Bilderstrecke zum Thema

Was wird aus dem Calimeros Bamberg?

Das "Cali" serviert den Besuchern seit 1992 mexikanische Spezialitäten und lädt zu stets gut besuchten Karaoke- oder Single-Partys ein. Ob das so bleibt ist aktuell fraglich: Der private Eigentümer verkauft das historische, 1512 erbaute Gebäude. Dass auf der Suche nach Käufern mit der Möglichkeit eine Teilabrisses geworben wird, sorgt für scharfe Kritik.


Notwendige Sanierung

Der Kaufpreis beträgt 1,3 Millionen Euro, für eine Sanierung müssten noch einmal etwa drei Millionen Euro aufgewendet werden. Dass eine solche notwendig ist, zeigt sich schon beim Blick von außen auf das Gebäude: Ein Netz unterhalb des Daches fängt sich möglicherweise lösende Dachziegel auf, der Hinterhof des Gebäudes besteht beinah nur noch aus einem Baugerüst, das einen maroden Anbau stützt. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, muss nun geklärt werden – zwölf Monate lang wird das Calimeros aber mindestens weiter zum mexikanischen Abend einladen, so lange beträgt die im Mietvertrag geregelte Kündigungsfrist.

Katja Kiesel

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