Corona in Bamberg: Lage bleibt wegen Mutationen weiter angespannt

10.2.2021, 16:45 Uhr
Die Corona-Zahlen in der Region Bamberg liegen beide über dem bundesweiten Inzidenzwert.

Die Corona-Zahlen in der Region Bamberg liegen beide über dem bundesweiten Inzidenzwert. © Stefan Hippel, NNZ

In Deutschland gehen die Neuinfektionen weiter zurück - der bundesweite Inzidenzwert folgt einem sinkenden Trend. Doch gilt das auch für die Region Bamberg? Der Wert für die Neuinfektionen bei 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in einer Woche liegt in der Stadt bei 72,4 und im Landkreis bei 96,5. Damit liegen beide über dem bundesweiten Inzidenzwert von derzeit 68,0. Auch deshalb mahnt die Corona-Koordinierungsgruppe aus Stadt und Landkreis Bamberg dazu, die Situation weiter ernst zu nehmen.


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Mit rund 50 Corona-Patientinnen und Patienten in den Kliniken und Corona-Ausbrüchen in vier Pflegeeinrichtungen in Stadt und Landkreis Bamberg ist das Infektionsgeschehen nach wie vor angespannt, wie das Landratsamt Bamberg in einer Pressemeldung mitteilt.

Infektionen trotz Impfung

Dabei stellt sich vor allem eine Frage: Wieso kommt es trotz der Erst- und Zweitimpfungen in den Pflegeheimen immer noch zu Infektionen? „Der volle Impfschutz hat sich erst nach einigen Wochen aufgebaut“, so Professor Dr. Michael Sackmann, ärztlicher Leiter aus der Koordinierungsgruppe. Dr. Susanne Paulmann, Leiterin des Gesundheitsamtes vertritt jedoch die Auffassung, dass die Verläufe der Infektionen deutlich geringer ausfallen.

Aus der Sicht der Verantwortlichen besteht derzeit noch kein Spielraum für eine Lockerung der Besuchsregelungen für Pflegeheime. Um die Bewohnerinnen und Bewohner zu schützen, sei es nach wie vor notwendig, die Kontakte zu reduzieren sowie Besuchende und Beschäftigte zu testen. Da auch Geimpfte ansteckend sein könnten und die allgemeine Impfquote noch viel zu gering sei, führe daran kein Weg vorbei.

Vier Fälle mit Mutationen

Zudem besteht die Gefahr, dass Mutationen zu einer weiteren Verbreitung des Virus beitragen. Auf Nachfrage von nordbayern.de berichtet Frank Förtsch vom Landratsamt Bamberg, dass in fünf Fällen Corona-Mutationen nachgewiesen werden konnten. Einmal die Garmisch-Variante (bereits wieder infektfrei) und viermal die britische Variante.

Die vier Fälle gehen auf eine Familie zurück, die sich in einem Landkreis außerhalb ihrer Heimat infiziert hat. Drei Familienmitglieder sind aus der Quarantäne, ein Familienmitglied befindet sich nach heutigem Stand noch in Quarantäne. Sofern dieses Familienmitglied im Laufe des Tages einen negativen Test vorlegen kann, ist heute der letzte Tag der Quarantäne.

Gibt es zukünftig mehrere Impforte?

Die Koordinierungsgruppe von Stadt und Landkreis Bamberg diskutierte auch verschiedene Möglichkeiten, bei ausreichender Belieferung mit Impfstoff die Impfungen nicht nur am Bamberger Impfzentrum in der Brose-Arena, sondern an verschiedenen Orten im Landkreis anzubieten.

Aus diesem Grund beauftragten Landrat Johann Kalb (CSU) und Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) das Impfzentrum Bamberg, die verschiedenen Optionen zu bewerten und ein Konzept für dezentrale Impfstrukturen in besonderen Fällen zu erarbeiten.


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Zudem erklärt Dr. Paulmann die Entwicklung der Inzidenzwerte. Die Zahlen für die Stadt sind im Vergleich zur vergangene Woche gestiegen und für den Landkreis etwas gesunken. Aus der Perspektive von Paulmann liegt das daran, dass die Adressen der Infizierten nicht korrekt der Stadt oder dem Landkreis zugeordnet wurden.

Weiterhin Impfstofflieferungen

Da die Sieben-Tage-Inzidenz der Stadt Bamberg trotz der positiven Fälle im Ankerzentrum nicht reagiert habe, seien die Verantwortlichen auf das Meldeproblem aufmerksam geworden. Nun sei der Fehler behoben. Wenn es darum ging, die Gesamtzahl der Fälle zu dokumentieren, sei jedoch alles korrekt abgelaufen.

In der aktuellen Diskussion über die Pandemie steht auch Kritik an der bundesweiten Impfkampagne im Mittelpunkt. Auch wenn die Impfstofflieferungen noch schwanken und die Menge begrenzt bleibt, erhält das Impfzentrum Bamberg nach den Angaben des Landratsamtes Impfstoff für durchschnittlich 1.800 bis 2.500 Impfungen pro Woche.

Die Sozialstiftung Bamberg mit ihren über 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gilt dabei als eigenständiges Impfzentrum und kann auf eine separate Impfstoff-Belieferung zurückgreifen.