Der lange Schatten des Krieges: "Barriere:Zonen" in Bamberg

10.11.2014, 12:42 Uhr
Die Ausstellung zeigt starke Menschen, die in einem Umfeld voller Barrieren bestehen. So manche konnten sie schon überwinden. Andere werden noch viel Kraft fordern. Eines haben die Porträts gemeinsam:
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Die Ausstellung zeigt starke Menschen, die in einem Umfeld voller Barrieren bestehen. So manche konnten sie schon überwinden. Andere werden noch viel Kraft fordern. Eines haben die Porträts gemeinsam: "Sie alle fordern Respekt ein", sagt Journalist und Fotograf Till Mayer.

Da ist Barry Romo, der traumatisierte Vietnam-Veteran aus Chicago. Er findet seit vier Jahrzehnten keinen richtigen Schlaf mehr. Im Krieg musste er sechs Menschen töten. "Bin ich noch ein guter Mensch? Kann ich es noch sein?", fragt er den Betrachter. © Till Mayer

Der Ukrainer Zynowiy Kyryk kehrte mit Granatsplittern im Kopf aus dem Afghanistankrieg zurück. Der Kriegsversehrte fordert heute Respekt ein. Doch bei seiner mageren Invalidenrente ist ein Stück Wurst im Kühlschrank ein Luxus. Nicht einmal für lebenserhaltende Medikamente zahlt der Staat.
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Der Ukrainer Zynowiy Kyryk kehrte mit Granatsplittern im Kopf aus dem Afghanistankrieg zurück. Der Kriegsversehrte fordert heute Respekt ein. Doch bei seiner mageren Invalidenrente ist ein Stück Wurst im Kühlschrank ein Luxus. Nicht einmal für lebenserhaltende Medikamente zahlt der Staat. © Till Mayer

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"Wenn ich nur wüsste, wie ich mehr für meinen Sohn tun kann. Es schmerzt furchtbar, dass ich hilflos bin." Huyn Thi Le, 42 Jahre, Mutter von Nguyen Hoang Hoai Tan, 18 Jahre, und mutmaßliches Agent Orange Opfer. © Till Mayer

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"Wie ein halber Mensch habe ich mich gefühlt. Ich brauchte lange, um zu akzeptieren, was geschehen war", sagt Boniface Kapindo, 60 Jahre, Überlebender einer Landminen-Explosion. © Till Mayer

In München hofft der IT-begeisterte Abdi Karshe auf seine Chance. Er kam als Kriegsflüchtling aus Somalia nach Deutschland. In Mogadischu traf eine Kugel seine Wirbelsäule. Seitdem ist er querschnittsgelähmt.
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In München hofft der IT-begeisterte Abdi Karshe auf seine Chance. Er kam als Kriegsflüchtling aus Somalia nach Deutschland. In Mogadischu traf eine Kugel seine Wirbelsäule. Seitdem ist er querschnittsgelähmt. "Ich würde gerne arbeiten, Steuern zahlen, etwas zurückgeben. Mein größter Wunsch wäre eine IT-Ausbildung", sagt der 37-Jährige. © Till Mayer

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"Es ist jetzt immer dunkel. Manchmal denke ich mir, das kann nur ein böser Traum sein. Doch es wird nicht mehr hell." Naing Htoo, 17 Jahre, ein kriegsversehrter Milizkämpfer, verlor sein Augenlicht bei seinem ersten Kampfeinsatz. © Till Mayer

In Laos lebt Phongsavath Manithong. Die Explosion eines Streubomben-Blindgängers raubte ihm das Augenlicht und beide Hände. Der junge Mann lässt sich nicht entmutigen. Er tanzt Hiphop und kämpft für die weltweite Ächtung von Streubomben. Aber eigentlich träumt er von der großen Liebe.
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In Laos lebt Phongsavath Manithong. Die Explosion eines Streubomben-Blindgängers raubte ihm das Augenlicht und beide Hände. Der junge Mann lässt sich nicht entmutigen. Er tanzt Hiphop und kämpft für die weltweite Ächtung von Streubomben. Aber eigentlich träumt er von der großen Liebe. © Till Mayer

Phet Laktasabout überlebte eine Streubombenexplosion. Die 60-Jährige kann es immer noch nicht fassen:
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Phet Laktasabout überlebte eine Streubombenexplosion. Die 60-Jährige kann es immer noch nicht fassen: "Wie kann man nur ein Land und seine Menschen so heimsuchen. Bis heute weigern sich die USA, Streubomben zu ächten." © Till Mayer

Jeanette Lubira traf der Bamberger Fotograf in einem Flüchtlingslager im Kongo (DR). Die 40-Jährige kroch dort regelrecht auf dem steinigen Boden. Mit einem Rollstuhl könnte sie einen kleinen Kuchenverkauf starten, hofft und träumt sie.
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Jeanette Lubira traf der Bamberger Fotograf in einem Flüchtlingslager im Kongo (DR). Die 40-Jährige kroch dort regelrecht auf dem steinigen Boden. Mit einem Rollstuhl könnte sie einen kleinen Kuchenverkauf starten, hofft und träumt sie. "So haben die Menschen doch höchstens Mitleid mit mir. Es schmerzt, wenn man unterschätzt wird. Ich bin ein ganzer Mensch, nicht nur ein halber", sagt sie. © Till Mayer

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"Da verstecken Familien regelrecht ihre Kinder, nur weil Gott sie anders gemacht hat als andere. Was für eine Schande." Wafi Al Batran, Bewohner eines Flüchtlingslagers, ist stolzer Vater - und zeigt es allen. © Till Mayer

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"Ein Schneiderkurs, das würde mir Spaß machen. Ich könnte etwas für meine Mutter nähen und Freundinnen finden", sagt Lubna Al Atawneh. Sie ist 12 Jahre alt und lebt in einem Flüchtlingslager. © Till Mayer