Neue Aufenthaltsfläche?

"Keine Partyzone": Anwohner in fränkischer Stadt haben Lärm und Müll satt

1.5.2022, 15:48 Uhr
Die Untere Brücke in Bamberg wurde während der Pandemie zum beliebten Treffpunkt für feiernde Menschen.

© Merzbach/News5 Die Untere Brücke in Bamberg wurde während der Pandemie zum beliebten Treffpunkt für feiernde Menschen.

Lärm und jede Menge Müll – die untere Brücke in Bamberg war für Jahre beliebter Treffpunkt für junge Menschen. Doch das rege Treiben rief im Sommer fast jedes Wochenende die Polizei auf den Plan – die Anwohner waren genervt. Ein Biergarten auf der Brücke sollte Ordnung bringen – rund 140 Menschen können hier bewirtet werden, ein Sicherheitsdienst sorgt nach Feierabend für Ruhe.

Als Ausgleich soll eine neue Aufenthaltsfläche für die Jugend entstehen – und da schwebt der Stadtverwaltung das Weegmanufer bei der Europabrücke vor. Doch bei den Anwohnern sorgt der Vorstoß für wenig Begeisterung. Sie befürchten ähnliche Zustände wie an dem ehemaligen Party-Hotspot. Bei einem Bürgerdialog will die Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Andreas Starke für die "niederschwelligen Aufenthaltsfläche für Jugendliche" werben – und erntet jede Menge Gegenwind. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, war ein Anwohner erst im vergangenen Jahr wegen des Lärms von der unteren Brücke an das Weegmannufer gezogen.

Auf Transparenten und mit zahlreichen Wortmeldungen äußerten die Anwohner ihre Kritik an dem Vorhaben. Sie befürchten, wenn die Stadt den Platz durch neue Bänke, Toiletten und Beleuchtung zum neuen Treffpunkt junger Menschen macht, verlagern sich die Probleme von der Unteren Brücke einfach vor ihre Haustüre. Mit ihrer Sorge stoßen sie beim Bamberger Oberbürgermeister nicht auf taube Ohren – der kündigte nach dem Bürgerdialog an, die Entscheidung am Mittwoch im Bau- und Werksenat noch einmal zu überdenken.

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