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Baustellen auf Autobahnen sorgen für Verkehrschaos

Es wird erneuert, ausgetauscht und verbreitert - Fahrer brauchen viel Geduld - 29.05.2019 05:52 Uhr

Am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen geht es im Berufsverkehr oft nur langsam voran. © Foto: Christiane Krodel


Auto- und Lkw-Fahrern wird am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen, wo die A3 und die A73 zusammentreffen, viel Geduld abverlangt, denn hier wird seit Monaten gebaut. Der Verkehr stockt, besonders während des Berufsverkehrs. Anlass für die Arbeiten ist die zunehmende Verkehrsbelastung. Schon heute sind westlich des Autobahnkreuzes im Durchschnitt täglich etwa 82.000 Fahrzeuge unterwegs, östlich des Kreuzes sind es um die 92.000. Laut der Autobahndirektion Nordbayern wird in den kommenden sechs Jahren mit einem Anstieg auf bis zu 104.000 Fahrzeugen pro Tag gerechnet.

(Sollten Sie die Grafik nicht sehen, dann klicken Sie bitte hier)

Ausbau der A3

Um die Massen zu bewältigen, wird die A3 ausgebaut. Sie bekommt zu ihren zwei Fahrstreifen pro Richtung einen weiteren. Auf einem Teilabschnitt bei Geißelwind ist der Ausbau bereits beendet. Die Arbeiten an der A3 wirken sich auch auf die A73 aus. So werden die Rampen, auf denen der Verkehr von der einen auf die andere Schnellstraße gelenkt wird, teilweise auf zwei Spuren verbreitert. Neben diesen Arbeiten wird auch noch anderweitig gebaut.

Die Erlanger Stadtteile Eltersdorf und Bruck erhalten Lärmschutzwände und Steilwälle. Zudem wird die Fahrbahn der A73 Richtung Bamberg erneuert. Es stehen daher pro Richtung nur zwei verengte Fahrstreifen zur Verfügung. Im Winter dürfte der Verkehr wieder besser rollen, weil diese Verkehrsführung aufgelöst wird – doch im neuen Jahr beginnen die gleichen Arbeiten in Fahrtrichtung Fürth. Erst 2021 sollen alle Baumaßnahmen beendet sein. Nach dem jetzigen Stand wird dieser Zeitplan eingehalten.

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Bauarbeiten auf der A9

Auf der A9 bei Allersberg (Kreis Roth) galt bisher die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Nun dürfen Auto- und Lkw-Fahrer maximal 80 km/h fahren, weil dort gebaut wird. Auf einer Länge von viereinhalb Kilometern werden acht Brücken erneuert. Das geschieht in zwei Schritten. Heuer wird an jenen Teilen der Bauwerke gearbeitet, die sich unterhalb der Richtungsfahrbahn Nürnberg befinden. Im kommenden Jahr geht es auf der anderen Seite weiter. Der Verkehr wird jeweils auf die andere Fahrbahnseite geleitet. Die Kosten für die Arbeiten betragen 55 Millionen Euro und sollen bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Erweiterung der A3

Der Verkehr auf der A3 soll künftig steigen. Daher wird die Schnellstraße zwischen dem Autobahnkreuz Fürth/Erlangen und dem Autobahnkreuz Biebelried sechsstreifig ausgebaut. Insgesamt geschieht dies auf einer Länge von 76 Kilometern. Auf einem fünf Kilometer langen Stück wurden die Fahrbahnen bereits um eine pro Richtung ergänzt. Wie die Autobahndirektion Nordbayern erklärte, hat der Ausbau auf den übrigen Kilometern noch nicht begonnen, weil die Bauleistungen noch nicht vergeben sind. Ein Bestandteil des Auftrags ist auch der Umbau von acht Anschlussstellen sowie die Erweiterung der Tank- und Rastanlage Steigerwald auf beiden Seiten. Die Zahl der Stellplätze wird von
bisher 70 auf 289 erhöht.

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Erneuerung der Fahrbahn auf der A9

Heuer, von Juli bis September, wird auf der A9 zwischen der Anschlussstelle Lauf/Hersbruck und dem Autobahnkreuz Nürnberg gebaut. Auf sieben Kilometern wird die Fahrbahn erneuert. Die obere Schicht der Fahrbahn besteht aus einem lärmmindernden offenporiger Asphalt. Zwar reduziert sich durch die Hohlräume der Lärm, doch die Lebensdauer des Asphalts beträgt maximal zehn Jahre.

Um die Lärmschutzgrenzwerte für die Anwohner einzuhalten, müssen nun die Arbeiter anrücken. Während der Bauzeit kann der Verkehr Richtung München auf drei Fahrbahnen fahren und Richtung Berlin auf zwei. Die Anschlussstelle Lauf-Süd wird für ein Wochenende gesperrt. Die Kosten betragen um die sieben Millionen Euro.

Neue Brücke auf der A9

Bis Dezember 2019 wird auf der A9 zwischen dem Autobahnkreuz Nürnberg und der Anschlussstelle Nürnberg-Fischbach eine Brücke erneuert. Das alte Bauwerk stammt aus dem Jahr 1970. Laut der Autobahndirektion Nordbayern seien die Beeinträchtigungen für den Verkehrsteilnehmer "minimal". Das neue Bauwerk wird fast komplett neben der Fahrbahn hergestellt und soll
voraussichtlich Ende September eingebaut werden. Dafür ist eine
Komplettsperrung der A 9 notwendig.

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Umbau Autobahnkreuz Nürnberg-Ost

Das Autobahnkreuz Nürnberg-Ost, das auf Höhe des Nürnberger Stadtteils Moorenbrunn liegt und an dem sich die A6 und A9 kreuzen, ist hoch belastet. Regionaler und Internationaler Wirtschaftsverkehr und Berufsverkehr vereinen sich hier. 2018 registrierte eine Zählstelle an der A9 nördlich des Autobahnkreuzes 108.000 Fahrzeuge innerhalb eines Tages. Hinzu kamen noch einmal 18.000 Fahrzeuge, die als Schwerverkehr galten.

Der problematischste Verkehrsstrom ist die Fahrbeziehung Berlin-Heilbronn und umgekehrt. Für beide Fahrtrichtungen gibt es jeweils nur eine Rampe mit je einem Fahrstreifen. Die maximale Leistungsfähigkeit beträgt 1350 Fahrzeuge pro Stunde – und dies wird derzeit schon um bis zu 30 Prozent überschritten. Es kommt regelmäßig zu Staus und Unfällen. Ziel der Arbeiten ist es, dass auf der Rampe zwei Fahrstreifen existieren. Ende 2024 sollen alle Arbeiten in diesem Bereich – dazu gehört auch der Lärmschutz bei Nürnberg-Fischbach – beendet sein.

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Dauerbaustelle A6: Die Ost-West-Magistrale in Bildern

Lange hatte die A6 nur untergeordnete Bedeutung. Bis 1973 endete sie noch in Schwabach, erst 1979 war sie durchgängig bis Heilbronn ausgebaut. Die Lkw-Kolonnen rollten aber erst in den 1990ern mit dem Ende des Eisernen Vorhang, seitdem nimmt der Verkehr stetig zu.


Ausbau der A6 bei Schwabach

Sechs Kilometer liegen zwischen den Anschlussstellen Schwabach-West und Roth auf der A 6. Dieser Abschnitt wird sechsstreifig ausgebaut. Bereits im Frühjahr 2017 hatten die Arbeiten begonnen. Diese sind, so schätzt die Autobahndirektion Nordbayern, zu etwa 70 Prozent abgeschlossen. Bis Mitte kommenden Jahres sollen die Arbeiten beendet sein. Um die Schwabacher vor Lärm zu schützen, entstehen hohe Wälle, Steilwälle und Wände, die bis zu 13 Metern hoch sein können. Die Kosten betragen 140 Millionen Euro.

Ausbau der A 73 beim Nürnberger Hafen

79 Millionen Euro werden in den Ausbau der A 73 zwischen der Anschlussstelle Nürnberg-Hafen-Ost und dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd investiert. Die sechs Kilometer lange Strecke wird auf bis zu drei Fahrspuren pro Richtung erweitert. Zunächst wird die Fahrbahn Richtung Feucht ausgebaut. Im kommenden Jahr ist dann jene Richtung Fürth an der Reihe. Um die Bewohner der Nürnberger Stadtteile Gartenstadt und Falkenheim vor dem Lärm der Autobahn zu schützen, wird auf einem Erdwall, der bereits bis zu acht Meter hoch ist, eine Lärmschutzwand installiert. 2021 sollen die Arbeiten beendet sein.

Neue Talbrückebei Altdorf-Unterrieden

652 Meter ist die Talbrücke bei Unterrieden im Kreis Nürnberger Land lang und über 40 Meter hoch. Und sie ist in die Jahre gekommen. Das 50 Jahre alte Bauwerk ist in einem so schlechten Zustand, dass sie ersetzt werden muss. Am 14. Juni soll sie Stück für Stück abgebrochen werden.

Weil die Brücke aus zwei voneinander getrennten Bauwerken besteht, wird der Verkehr auf eine Konstruktion umgeleitet. Wie bisher auch stehen pro Fahrtrichtung zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt allerdings 80 km/h. Bis 2024 sollen die Arbeiten dauern.

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Ein Mammutprojekt: Die lange Geschichte des Frankenschnellwegs

Bereits in den 20er Jahren kam die Idee einer "neuzeitlichen Schnellstraße" zwischen Nürnberg und Fürth auf. Etwa 30 Jahre später lagen die ersten konkreten Pläne für den Bau des heutigen Frankenschnellweg vor - ein zur damaligen Zeit kolossales und millionenschweres Projekt.


Neue Fahrbahn auf der A9 bei Feucht

Auf einem vier Kilometer langen Stück der A 9 bei Feucht muss die Decke der Fahrbahn erneuert werden. Rund 60 000 Quadratmeter Asphalt werden abgefräst. Die Arbeiten haben bereits Ende April begonnen und werden erst Anfang Juli abgeschlossen sein. Die etwa 40 Jahre alte Decke muss ausgetauscht werden, weil sie immer mehr Schäden aufwies. Die Kosten betragen etwa sechs Millionen Euro. 

Christiane Krodel

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