Bayern bläst alle Weihnachtsmärkte in letzter Minute ab: "Wir sind frustriert!"

19.11.2021, 15:04 Uhr
Die kritische Situation in der Corona-Pandemie hat zur Absage aller Weihnachtsmärkte in Bayern geführt. Unser Bild zeigt den Markt auf Burg Hoheneck bei Ipsheim.

Die kritische Situation in der Corona-Pandemie hat zur Absage aller Weihnachtsmärkte in Bayern geführt. Unser Bild zeigt den Markt auf Burg Hoheneck bei Ipsheim. © Stefan Blank, NN

Nürnberg und Regensburg ja, Würzburg und München nein. Landkreis Fürth nein, Stadt Fürth ja. Der Durchblick fiel zuletzt schwer. Öffnen die Weihnachtsmärkte in der Region oder fallen sie erneut aus? Am Freitag gab die Staatsregierung in München endlich bekannt: Man werde alle Weihnachtsmärkte absagen, so Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach Beratungen der CSU-Freie-Wähler-Koalition.

Die Entscheidung der Politik kam spät. Mit einer eventuellen Absage hatten sich die Veranstalter schon seit Wochen beschäftigen müssen. Ihre teils monatelangen Planungen wurden von der dramatischen Corona-Entwicklung in den vergangenen Tagen und Wochen aber zunehmend zunichte gemacht.

Vor allem die Veranstalter der kleineren Märkte, Ehrenamtliche und örtliche Vereine, sprangen als erste ab. Mangels Kapazitäten waren die vielfältigen Auflagen und Bestimmungen nicht zu stemmen. Dabei hatten sie einige kreative Ideen, um doch noch etwas Adventsstimmung auf den heimischen Marktplatz zu zaubern: Die Rednitzhembacher wollten aus Platzgründen ihre Bühne heuer auf den Rathausbalkon verlegen. In Neustadt/Aisch sollten alle Besucher aus Hygienegründen ihre eigenen Glühweintassen mitbringen. Und Gunzenhausen wollte den Weihnachtsmarkt aus Abstandsgründen heuer entlang der Altmühlpromenade aufziehen, "die längste Budenstraße in ganz Mittelfranken" sollte die Promenadenweihnacht 2021 sogar werden. Alles Makulatur, alle Weihnachtsmärkte sind abgeblasen.

Die größeren Städte hatten sich bis zuletzt an eine Durchführung geklammert - oder sprangen erst spät ab. Nürnberg gab dem Christkindlesmarkt grünes Licht, München und Würzburg sagten diese Woche ab, Fürth und Erlangen erbaten sich Bedenkzeit und schielten mit mehr als einem Auge nach Berlin und München. In der Landeshauptstadt verkündete Ministerpräsident Markus Söder am Freitagmittag nun die allgemeine Absage - und die Enttäuschung bei den Veranstaltern in der Region ist groß.

Geplant bis zuletzt

Stefanie Grucza, Leiterin der Kur- und Touristinformation Treuchtlingen, war die ganze Woche noch in enger Absprache mit den Ausstellerinnen und Ausstellern. "Wir haben bis 11.30 Uhr noch geplant ", so Grucza am Freitag kurz nach der Verkündung Söders. "Natürlich sind wir frustriert". Man müsse nun alles wieder rückabwickeln, was man die letzten Wochen und Monate geplant hatte. Man habe sich bei der Planung und der Entwicklung des Konzepts der Hygienemaßnahmen viele Gedanken und Mühen gemacht.

"Die Enttäuschung ist groß", stellt auch Treuchtlingens Bürgermeisterin Kristina Becker fest. "Wir hatten das Gefühl, dass die Bürgerinnen und Bürger schon bereit gewesen wären, den Weihnachtsmarkt mit den Hygienemaßnahmen zu begehen".

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