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Bayernweiter Blitzmarathon: Mit 53 km/h zu schnell durch Nürnberg

Das ist die Bilanz der Blitzaktion in der Region - 22.04.2021 14:47 Uhr

Belehrung am Straßenrand: Beim Blitzmarathon wurden nicht nur Bußgelder verteilt, sondern auch aufgeklärt

21.04.2021 © Angelika Warmuth, dpa


Das Polizeipräsidium Mittelfranken weiß es bereits, einige Raser müssen noch auf den Bescheid warten: 835 Fahrer gingen den Beamten beim gestrigen Blitzmarathon ins Netz. Trotz Ankündigung haben sie sich bei der 24-Stunden-Aktion am Mittwoch ein Bußgeld wegen zu hoher Geschwindigkeit eingehandelt.

In Mittelfranken wurde an 390 Messstellen kontrolliert, bayernweit sogar an 2.100. Die Bilanz des Innenministers Joachim Herrmann (CSU): Es brauche mehr Geschwindigkeitskontrollen in Bayern, um gerade die Unbelehrbaren aus dem Verkehr zu ziehen.

Die Polizeibeamten verließen sich bei der Aktion nicht nur auf klassische Radarfallen. Auch vor Ort wurde mit Laserpistolen kontrolliert und Raser direkt konfrontiert. Dabei konnten die Beamten auch Fahrzeug und Fahrer kontrollieren. In 312 Fällen gab es Beanstandungen, beispielsweise weil die Gurtpflicht missachtet oder während der Fahrt telefoniert wurde.

Top-Raser der Region

In Mittelfranken wurde die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung in der Regensburger Straße in Nürnberg gemessen. Statt mit 70 km/h war die Fahrerin mit satten 123 km/h unterwegs. Das kostet sie nun 280 Euro, zwei Punkte in Flensburg und zwei Monate Führerscheinentzug. Den bayernweiten Rekord stellte ein Motorradfahrer im schwäbischen Bubesheim auf. Er war 131 km/h zu schnell unterwegs. Dafür muss er deutlich tiefer in die Tasche greifen: 1200 Euro, zwei Punkte plus drei Monate Fahrverbot.


Seit Juni 2020: Blitzer dürfen überall aufgestellt werden.


In Oberfranken wurde an 80 Stellen kontrolliert. Dort fielen insgesamt 384 Fahrer wegen zu hoher Geschwindigkeit auf. Bei der Hälfte der Fahrer bleibt es bei einer kostenpflichtigen Verwarnung, der Rest muss mit höheren Kosten und Fahrverboten rechnen. Bei einer Kontrollstelle an der Staatsstraße zwischen Naila und Berg fanden die Beamten mehr, als einen zu schnellen Kleintransporter. Bei dem Beifahrer wurde eine geringe Menge Marihuana entdeckt. Die Überprüfung seiner Daten ergab, dass der Mann bereits gesucht wird. Ganze acht Haftbefehle bestehen derzeit gegen ihn.

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109 Geschwindigkeitsverstöße weniger als 2019 hat die Polizeiinspektion Oberpfalz an ihren 96 Messstellen festgestellt. Insgesamt 256 Fahrzeuge fielen den Beamten dennoch auf. Besonders kurios: Ein Fahrer hielt den Polizisten nicht nur einen gefälschten, sondern einen gefälschten philippinischen Führerschein vor die Nase. Der Fahrer wurde wegen Urkundenfälschung und Fahren ohne Fahrerlaubnis angezeigt.

Bayernweit überschritten insgesamt 7.036 Fahrer die erlaubte Geschwindigkeit. Im Vergleich zur letzten Blitzaktion 2019 ist die Zahl gesunken.

Am Mittwoch wurde beispielsweise an der Steubenbrücke (Wöhrder Wiese) in Nürnberg geblitzt.

22.04.2021 © NEWS5 / Höfig


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Kontrolliert wurde bei der Aktion vor allem auf Landstraßen. An den Kontrollstellen waren neben Polizisten auch Mitarbeiter von Gemeinden und der kommunalen Verkehrsüberwachung im Einsatz.

Keine Sanierungsmaßnahme

Wie jedes Jahr war es kein Geheimnis, dass von Mittwoch auf Donnerstag verstärkt geblitzt wird. Es wurde sogar vorab mitgeteilt, wo mit einem Blitzer zu rechnen ist. Laut Innenminister sei das Ziel der Aktion nicht, Geld in die Landeskassen zu spülen. "Mit unserem Blitzmarathon wollen wir alle Verkehrsteilnehmer wachrütteln, sich unbedingt an die Tempolimits zu halten," erklärt Herrmann. Das Ziel: Die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten reduzieren. Im Corona-Jahr 2020 war zu hohe Geschwindigkeit bei 33 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle die Unfallursache. 17 Menschen kamen dabei zu Tode. "Somit tötet überhöhte Geschwindigkeit weiterhin am meisten Menschen im Straßenverkehr", teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken mit.


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Laut Verkehrsstatistik stieg die Zahl der ge­töteten Per­sonen durch zu hohe Geschwindigkeiten 2020 im Vergleich zum Vor­jahr. 147 Menschen, also knapp zwei Drittel der Verun­glück­ten, starben trotz eines geringeren Verkehrsaufkommens. Hermann kündigte an: "Die Bayerische Polizei wird deshalb die Tempolimits noch intensiver kontrollieren." 320.032 Anzeigen und 693.154 Verwarnungen gingen 2020 raus.

Wie die Blitzaktion zeigt, ist Rasen noch ein Problem auf deutschen Straßen. Ein Nutzer auf nordbayern.de sieht es pragmatisch: "Wenn man nicht zu schnell fährt, wird man auch nicht geblitzt. So einfach ist das."

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