Öko-Projekt mit viel Eigenleistung

Ein Schaugarten in der Natur nahe der Ortschaft Nasnitz

Brigitte Grüner

5.7.2022, 14:26 Uhr
Bernhard Ziegler (l.) und Christian Schindler ruhen sich auf der von der JAU gespendeten Sitzbank aus. Daneben wurde ökologisch wertvolles Totholz aufgeschichtet.

© Foto: Brigitte Grüner Bernhard Ziegler (l.) und Christian Schindler ruhen sich auf der von der JAU gespendeten Sitzbank aus. Daneben wurde ökologisch wertvolles Totholz aufgeschichtet.

Über die ökologische Umgestaltung des Grundstücks freuen sich (v. r.) Vorsitzender Christian Maier, Sponsor Josef Stiefler-Ebert, zweiter Vorsitzender Ulrich Deinzer, Bürgermeister Joachim Neuß und Stadtrat Bernhard Ziegler.

Über die ökologische Umgestaltung des Grundstücks freuen sich (v. r.) Vorsitzender Christian Maier, Sponsor Josef Stiefler-Ebert, zweiter Vorsitzender Ulrich Deinzer, Bürgermeister Joachim Neuß und Stadtrat Bernhard Ziegler. © Foto: Brigitte Grüner

Insgesamt 20 Obstbäume wurden auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche gepflanzt. Platz für weitere Bäume wäre – je nach Spendeneingang – vorhanden. Es sind zum Teil alte Sorten und es wurden durchwegs Baumarten ausgewählt, die widerstandsfähig sind und trotz des windigen Grundstücks gut gedeihen können.

Gepflanzt wurde unter anderem der "Rheinische Bohnapfel", der 1750 in Neuwied erstmals bekannt wurde. Der Winterapfel "Topaz" ist noch relativ jung, er wurde 1984 in Prag gezüchtet. Der "Danziger Kantapfel" wuchs zuerst 1703 auf der Insel Rügen. Die "Birne Conference" stammt aus England (1895).

Dazu kommen Hauszwetschge, Kornelkirsche und viele mehr. Auch ein "Speierling" wurde gepflanzt. Dieses Wildobst ist verwandt mit der Eberesche; das Holz dieser Baumart wird für den Möbel- und Dudelsackbau verwendet.

"Hier kann man viel lernen", stellte Bürgermeister Joachim Neuß fest. Jedes Stämmchen wurde nicht nur zum Schutz vor Verbiss mit einem Zaun umgeben, sondern auch mit einem erklärenden Schildchen versehen. Neuß dankte für die Idee, die Umsetzung und die damit verbundene Aufwertung der städtischen Fläche. Die künftigen Pflegemaßnahmen solle der OGV mit dem Bauhof absprechen. Da eine Blumenwiese gesät wurde, darf weniger oft gemäht werden.

Lange nach Grund gesucht

Für die bereits bestehende Idee sei lange nach einem passenden Grundstück gesucht worden, sagte OGV-Vorsitzender Christian Maier. Den Vorschlag, das Gelände im unteren Bereich der Straße "Am Schafsteg" zu verwenden, kam von Richard Wallner. Die Lage sei etwas zugig und daher nicht ganz ideal, doch seien alle Stämmchen und Sträucher gut angewachsen, freute sich Maier.

Vor der Pflanzaktion, die im April 2021 durchgeführt wurde, musste das Gelände vorbereitet werden. Vorhandene Wurzelstöcke wurden in einen ökologisch wertvollen Totholzhaufen eingearbeitet.

Aufgeschichtete Natursteine bieten ebenfalls Unterschlupf für verschiedene Tierarten. Es wurden schon eine Kröte, eine Eidechse und eine Blindschleiche gesehen, berichtete der Vorsitzende.

Auf Anraten eines Obstbaumexperten wurden die Pflanzringe nachträglich noch aufgelockert und etwas Erde abgetragen, damit genug Luft an die Wurzeln kommt. Dank galt dem Bauhof, der die Jungpflanzen im vergangenen Sommer regelmäßig gegossen hatte. Im Ferienprogramm will der OGV mit Kindern Nisthilfen für Insekten bauen, die das Gelände zusätzlich bereichern werden.

Die gesamte Anlage wurde nicht nur mit viel Handarbeit, sondern auch dank Sponsoren angelegt. Das Ingenieurbüro Josef Stiefler-Ebert finanzierte eine gemütliche Sitzgruppe mit einem Tisch und zwei Bänken mit Rückenlehne. Die Wählergruppe "Junges Auerbacher Umland" (JAU) stellte eine Sitzbank auf, von der die gesamte Anlage gut überblickt werden kann. Auch für die Setzlinge gingen Spenden ein.

Für die ehrenamtlichen Helfer sagte Jürgen Steibl, dass mit der Aktion ein Streifen Ödland wertvoll gemacht wurde. "Bitte nutzt im Herbst die Früchte", bat der Auerbacher.

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