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Beeinflusst Verlauf: Erlanger Ärzte entdecken Covid-Risikofaktor im Blut

Botenstoff beeinflusst Reaktion des Immunsystems - 24.02.2021 09:44 Uhr

Manche Menschen, die sich mit dem Coronavirus infizieren, merken kaum etwas davon. Andere wiederum erkranken schwer und müssen ins Krankenhaus.

Woran das liegt, ist oft noch immer unklar. Ärzte des Uniklinikums Erlangen konnten nun einen entscheidenden Hinweis im Blut ihrer Patienten identifizieren: den Botenstoff "Interleukin-3".

Entzündung im Körper

Das Team um Georg Weber, stellvertretender Klinikdirektor der Chirurgie, und Mitarbeiter Alan Bénard beschäftigt sich grundsätzlich mit Mechanismen des Immunsystems bei entzündlichen und bösartigen Erkrankungen.


Die Corona-Inzidenz in Bayern


Bei rheumatoider Arthritis etwa hilft es, den Botenstoff "Interleukin 6" zu hemmen, damit die Gelenke nicht noch weiter abbauen und sich sogar neuer Knochen bildet. Indem sie "Interleukin 17" oder 23 beeinflussen, gelingt es den Medizinern, Schuppenflechte, eine Entzündung der Haut, zu heilen. Interleukin-1-Antikörper helfen gegen Gicht.

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Nun ist die Nummer Drei in den Fokus der Forscher gerückt. In einer Studie konnten sie nachweisen, dass ein niedriger Interleukin-3-Spiegel im Blutplasma häufig mit einem schweren Krankheitsverlauf bei Covid-19 einhergeht. Der Botenstoff beeinflusst die Reaktion des Immunsystems.

Er regt die Zellen an, ein bestimmtes Eiweiß am Ort einer Entzündung im Körper zu produzieren, wie etwa in der Lunge bei einer Lungenentzündung durch das Coronavirus. "Dieses Eiweiß ‚lockt‘ gewissermaßen Immunzellen in die entzündete Lunge, wo sie die Vermehrung der auslösenden Viren eindämmen", erklärt Weber.

Immuntherapie für die Lunge

Bei viel Interleukin-3 im Blut kann sich der Körper also besser wehren. Wer wenig davon hat, erkrankt eher schwerer. "Bisher konnte man diese Einschätzung nur an weitaus gröberen Kriterien festmachen – etwa am Alter oder bestimmten Vorerkrankungen", schreiben die Forscher.

Ein Bluttest könnte nun zeigen, wie hoch das Risiko ist, damit die Ärzte schneller reagieren können. "Es können auch Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, wenig Interleukin-3 im Blut haben", erklärt Weber. "Bei ihnen kam bislang ein schwerer Verlauf eher überraschend und eine passende medizinische Versorgung möglicherweise zu spät."

Langfristig sei auch denkbar, eine Immuntherapie mit Interleukin-3 zu entwickeln, um zielgenau die Lunge vor dem Befall durch Viren zu schützen.

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