Montag, 22.04.2019

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"BLM sind Hater": Drachenlord wettert gegen Landeszentrale

Die Einrichtung untersagte ihm seinen Live-Stream - 01.04.2019 21:50 Uhr

Rainer W., besser bekannt als der "Drachenlord", richtete in einem neuen Video kritische Worte an die BLM. © Screenshot


Seit Jahren stellt der umstrittene YouTuber Rainer W. alias "Drachenlord" Videos ins Internet. Mit teilweise extrem provozierenden Aussagen, wie zum Beispiel zum Holocaust, sorgt er dabei immer wieder für Unruhen und Polizeieinsätze. Im August kam es sogar zu einem größeren Einsatz, der auch deutschlandweit für Aufsehen sorgte. Denn Rainer W. hatte vor einigen Jahren in einem seiner Videos seine Adresse veröffentlicht, um seine "Hater" dazu einzuladen, ihm ihre Hasskommentare persönlich ins Gesicht zu sagen. Seither pilgern immer wieder Menschen ins beschauliche Altschauerberg bei Emskirchen, um am Haus des "Drachenlords" zu randalieren.

Im Februar schritt dann die Bayerische Landeszentrale für neue Medien ein: Denn für sein Streaming-Angebot, das er auch über YouNow, auf der die User Live-Streams und Video-Chats anbieten können, bräuchte er eine Zulassung.

"Über Younow verbreitet Rainer W. nahezu täglich – und teilweise auch mehrmals pro Tag – das Streaming-Angebot "Drache_Offiziell". Thema des Streams ist er selbst bzw. die von ihm geschaffene Kunstfigur "Drache" oder "Drachenlord". In seinem Stream richtet sich W. an die Allgemeinheit, kommentiert und beantwortet erhaltene Chat-Nachrichten und trägt damit zur öffentlichen Meinungsbildung bei. Aus diesen Gründen ist "Drache_Offiziell" als Rundfunk zu bewerten", heißt es auf der Homepage der BLM. Sie veröffentlichten am 28. März eine Stellungnahme zu ihrer Entscheidung. Seitdem gilt das Konto des "Drachenlords" als gelöscht.

Drei Verschwörungstheorien

Seinen YouTube-Chanel betreibt W. aber weiterhin - und äußerte sich darin nun zum Streaming-Verbot. "Die BLM ist letzten Endes einfach nur am Haten. Letzten Endes ist das völliger Schwachsinn", sagte er in einem am Montag veröffentlichten Video. Er kündigte darin an, sich "da was Genaueres zu überlegen", wie er das wieder hinkriege.

 

W. ist sich des Trubels um seine Person durchaus bewusst. So hat er in seinem 11-minütigen Video drei Theorien parat, in denen er die Hintergründe des Einschreitens der Landeszentrale aufzudecken versucht: So vermutet er, die BLM wisse, dass er - anders als von der Einrichtung festgestellt - nicht lizenzpflichtig sei, und dass sie wisse, dass ihre Aufforderung zur Unterlassung vor Gericht nicht durchgehen würde. "Deswegen ballern die im Netz so viel raus, weil sie damit versuchen, dass sie mich kleinkriegen", glaubt er.

Seine zweite Theorie ist nach eigener Aussage bedeutend banaler: Die vom BLM seien schlicht und ergreifend "Hater". "Tatsächlich spricht immer mehr dafür: Die Aktionen, die sie bringen, haben die Hater in der Vergangenheit auch schon gebracht, wenn auch in kleinerem Maßstab", mutmaßt er.

Die dritte Theorie hat er von einer anderen Personen aufgegriffen, wie er im Video sagt. Darin würde die Landeszentrale durch das Ausbremsen seines Live-Streams aus dieser ganzen "Hate-Geschichte", die sie durch die Forderung nach Unterlassung ausgelöst hat, wieder rauskommen wollen. "Diese ganze Hater-Scheiße ist nicht so einfach", sagt W.

Ein Antrag auf eine Rundfunkzulassung, der für den Chanel des "Drachenlords" nach dem Verbot gestellt worden war, wurde wegen fehlender Unterlagen nicht weiter verfolgt. W. behauptete allerdings, den Antrag nicht selbst gestellt zu haben.

Bilderstrecke zum Thema

"Drachenlord"-Demo bei Emskirchen: Polizei im Großeinsatz

Der "Drachenlord" hat Altschauerberg im Griff. Hunderte versammelten sich zu einer Hass-Demo in dem kleinen Örtchen, trotz eines Verbotes des Landratsamtes. Die Polizei riegelte das Dorf ab, auch um Anwohner zu schützen.


 

mch

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