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Freitag, 14.08.2020

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Brüche nach missglückter Landung: US-Fallschirmjäger verletzen sich

Bei der Rettungsaktion wurde ein deutscher Feuerwehrmann schwer verletzt - 02.07.2020 11:49 Uhr

Wie auf diesem Bild sprangen die US-Fallschirmjäger aus dem Flugzeug. Statt in der vorgesehenen "Dropzone" auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr landete etliche aber in Baumkronen.

© Gertrud Zach/U.S. Army


Dass einzelne US-Soldaten bei Übungen vom Wind abgetrieben werden und in Bäumen landen, kommt immer wieder mal vor. Normalerweise kann sich das US-Militär da selbst helfen und die Kameraden mit Seilwinden bergen.

Diesmal gelang das nicht. Etliche Fallschirmjäger landeten nicht auf dem vorgesehenen Freigelände, sondern verfingen sich mit ihren Fallschirmen in Baumkronen. Sechs von ihnen verletzten sich. "Das sind die fallschirmtypischen Verletzungen: Frakturen, Prellungen, Abschürfungen, Bein- und Rückenverletzungen", sagt Werner Stopfer, Leiter der Polizeiinspektion Eschenbach, der als Einsatzleiter vor Ort war. Drei Soldaten werden bis auf Weiteres in deutschen Krankenhäusern in Behandlung, die anderen drei wurden bereits aus der Klinik entlassen und sind dienstfähig.

Soldat stürzte aus Baumkrone auf Feuerwehrmann

Die Soldaten der 173rd Airborne Brigade sollen bei der missglückten Landung aber nicht lebensbedrohlich verletzt worden sein. "Wir erwarten, dass sie sich wieder vollständig erholen", sagt André Potzler, Sprecher des 7th Army Training Command in Grafenwöhr.

Mehr als 160 Rettungskräfte waren im Einsatz. Ein deutscher Feuerwehrmann wurde schwer verletzt und mit dem Hubschrauber ins Klinikum Amberg geflogen.

© NEWS5 / Wellenhöfer


Ein dramatischer Unfall ereignete sich allerdings, als die Lagerfeuerwehr eine Leiter an einen Baum anstellte und versuchte, einen US-Soldaten aus der Baumkrone zu bergen. Der US-Soldat fiel plötzlich herunter, ein deutscher Feuerwehrmann wurde am Kopf getroffen (ob vom Körper des Soldaten oder mit herabfallenden Ästen, war noch nicht ganz klar). Der Feuerwehrmann erlitt schwere Verletzungen und wurde mit dem Hubschrauber ins Klinikum Amberg geflogen. "Wir hoffen, dass sich die verletzte deutsche Einsatzkraft schnell und vollständig erholen wird", teilte die US-Armee mit.

Ein weiterer Feuerwehrmann wurde bei dem Einsatz leicht verletzt. Insgesamt waren mehr als 160 Rettungskräfte vor Ort. Auch mehrere Freiwillige Feuerwehren waren im Einsatz. Die Ursache des Vorfalls wird nun sowohl von der US-Armee als auch von der deutschen Polizei ermittelt.

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