CO2-Bilanz: So viel leisten Bayerns Wälder für das Klima

1.10.2019, 17:33 Uhr
29.09.2019, Bayern, Sanspareil: In dem Waldstück rund um den Felsengarten Sanspareil scheint ein blauer Himmel durch die Baumkronen. Foto: Nicolas Armer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Der bayerische Wald ist ein gewaltiger Kohlenstoffspeicher. Eine im Jahr 2012 von der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) veröffentlichte Kohlenstoffbilanz gibt den gesamten CO2-Speicher der bayerischen Wälder mit fast 2500 Millionen Tonnen an, das entspricht 693 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Etwa je die Hälfte davon ist unterirdisch und oberirdisch in der Vegetation gespeichert. © Nicolas Armer/dpa

Bäume stehen am Dienstag (21.06.2011) in einem Mischwald in der Nähe von Malchow. Mecklenburg-Vorpommern hat aufgeforstet und seine Waldfläche seit 2006 um 2.000 Hektar vergrößert. Der Forstbericht für die Jahre 2006 bis 2010 wurde heute in Schwerin vorgestellt. Foto: Jens Büttner dpa/lmv +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
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18,1 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr werden nach den Zahlen der LWF pro Jahr durch die bayerische Forst- und Holzwirtschaft eingespart. Zum Vergleich: Zuletzt lagen die energiebedingten CO2-Emissionen in Bayern bei 78,8 Millionen Tonnen im Jahr. © Jens Büttner/dpa

ARCHIV - 12.11.2016, Brandenburg, Sieversdorf: Ein herbstlich bunt gefärbter Mischwald leuchtet in der Mittagssonne im Landkreis Oder-Spree (Luftaufnahme mit einer Drohne). Angesichts absterbender Wälder in Deutschland als Folge der Klimakrise erwartet Bundesumweltministerin Schulze von Waldbesitzern und Förstern, dass sie etwa abgebrannte Fichtenwälder durch robustere Mischwälder ersetzen Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
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Allerdings trägt der Wald selbst zu diesen 18,1 Millionen Tonnen pro Jahr nur 1,7 Millionen Tonnen bei. Die weitaus größte CO2-Ersparnis ergibt sich durch die Nutzung des Holzes und dadurch, dass durch die Verwendung dieses nachwachsenden Rohstoffes andere, energieintensiver gewonnene, Rohstoffe eingespart werden. © Patrick Pleul/dpa

Als einziges denkmalgeschütztes Objekt ist das Anwesen Nr. 8 für Obernbibert ortsbildprägend. Zum Komplex gehören neben dem langgestreckten Wohnstallhaus eine Scheune, ein Schweinestall sowie die Toreinfahrt. Das Wohnhaus zeigt sich als zweigeschossiger Satteldachbau mit massivem Erdgeschoss, Fachwerkgiebel und Zwerchhaus. Nach Norden schließt sich ein eingeschossiger, traufseitiger Satteldachbau mit gebänderten Ecklisenen an. Während das Wohngebäude auf das zweite Viertel des 19. Jahrhunderts datiert ist, stammen sämtliche Nebengebäude sowie die Rechteckpfosten der Toreinfahrt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die gesamte Anlage war deutlich sanierungsbedürftig, weshalb sich die Eigentümerin dazu entschloss, 2015 Wohnhaus, Schweinestall und Toreinfahrt in Angriff zu nehmen. Beim Wohnhaus wurde das instabile Dachwerk erneuert und auch die Balken des Fachwerks mussten stellenweise ausgetauscht werden. Denkmalgerechte Holzfenster und die aufgearbeitete Haustüre werten den Bau in Verbindung mit der nun in Grau-Weiß gefassten Fassade auf. Die gebänderten Ecklisenen setzen sich dabei dezent vom verputzten Untergeschoss ab.
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Wenn zum Beispiel Holz in Böden, Dachstühlen oder Fachwerk verbaut wird, bleibt der Kohlenstoff dort für viele Jahrzehnte gespeichert. Mehr als 50,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid sollen insgesamt in Bayern in Holzprodukten stecken, viele auch in kurzlebigeren wie Frühstücksbrettern oder Büchern. 6,9 Millionen Tonnen werden laut LWF pro Jahr durch Substitution eingespart, wenn also zum Beispiel Holz- statt Aluminiumfenster eingesetzt werden, wenn man Tische, Fußböden oder Wände aus Holz fertigt statt aus Glas, Stahl, Beton oder Ziegeln. © Julia Krieger, Bezirk Mittelfranken

Auch Energieholz wie Pellets wird teurer.
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7,6 Millionen Tonnen CO2-Einsparung werden von der LWF eingerechnet für das Holz, das zur Energiegewinnung verfeuert wird. Dem Holz als nachwachsenden Rohstoff wird eine deutlich günstigere Bilanz zugeschrieben als fossilen Rohstoffen wie Kohle oder Erdöl. © dpa

20190813_ZustandWald..Begehung Wald bei Buchfeld..Gerhard HOFMANN, Forstamtsrat..Forstbetreuer Wachenroth......ABRECHNUNG: Pauschale ( X ) / Einzeltermin ( ).. RESSORT: Lokales _ ZEITUNG: NN _ Ausgabe: HER ..DATUM: 13.08.2019..FOTO: Berny Meyer..MOTIV: Zustand Wald..
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Deutschland hat im europaweiten Vergleich sehr hohe Holzvorräte, im Schnitt etwa 350 Festmeter pro Hektar. Bei den Bayerischen Staatsforsten liegt der Holzvorrat im Schnitt bei 280 Festmetern pro Hektar. Im Forstbetrieb Nürnberg, also im Reichswald, beträgt er derzeit 237 Festmeter. Er ist aber in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten gewaltig angestiegen und ist wegen der sandigen Böden allgemein niedriger als anderswo. Eine deutliche Steigerung der Holzvorräte ist in Deutschland laut Experten nur noch schwer möglich, im europaweiten Vergleich sind sie schon sehr hoch. Es gehe hierzulande vielmehr darum, den Wald langfristig stabil zu halten. © Berny Meyer

Nationalparkgegner fürchten, dass die charakteristischen Eichen im Spessart bedroht wären, wenn man den Wald sich selbst überlassen würde. Dann nämlich, so die These, würden die Buchen, die für diesen Standort eigentlich besser geeignet sind, die Eichen allmählich verdrängen.
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Um stabilere Wälder zu bekommen, die Trockenheit und Schädlingen besser trotzen können, sollen deutlich mehr Laubbäume als bisher in bayerischen Forsten wachsen. Dafür muss man allerdings auch in Kauf nehmen, dass diese weniger Kohlenstoff speichern als Nadelbäume. Laut LWF speichern Buchen innerhalb von 180 Jahren 443 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar, bei der Eiche sind es 351 Tonnen. © Horst Linke

Datum: 02.08.2017, Foto: Viola Bernlocher, Motiv: Borkenkäfer, Bohrmehl, Schädling, Käfer, Fichte, Fichten, Wald, Waldumbau,
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Nadelbäume hingegen können grundsätzlich in kürzerer Zeit mehr Kohlenstoff binden. Bei der Fichte sind es innerhalb von 180 Jahren 665 Tonnen pro Hektar, bei der Kiefer 493. © Viola Bernlocher