Freitag, 22.01.2021

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Corona-Fall in Schule: So geht das Gesundheitsamt vor

"Die Menge ist das Problem" - Riesiger Zeitaufwand - 28.11.2020 17:39 Uhr

"Sobald wir wissen, dass ein Schüler infiziert ist, setzen wir uns mit diesem in Verbindung, um die Kontaktpersonen ermitteln zu können", erklärt Dr. Uwe Drochner, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts und Leiter des Sachgebiets Hygiene und Infektionsschutz. Das seien dann nicht nur Familie und Freunde, sondern auch die Klassenkameraden. "Aufgrund des Rahmenhygieneplans des Kultusministeriums gelten alle Schüler dieser Klasse – auch beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht – als Kontaktperson 1."Da aber der erkrankte Schüler sicher nicht sämtliche Kontaktdaten seiner Mitschüler hat, besorge sich das Amt über die Schule die Klassenliste samt Adresse und Erreichbarkeit.

"Die Auskunftspflicht der Schule ergibt sich aus dem Infektionsschutzgesetz in Analogie zu anderen übertragbaren Krankheiten", betont Drochner. Mit diesen ersten Informationen errechnen die Mitarbeiter die Anzahl der Kontaktpersonen, organisieren Testtermine und berechnen die häufig unterschiedliche Quarantänedauer aufgrund verschiedener Kontakttage, gibt Drochner einen Einblick in das Vorgehen. "Das dauert dann, je nachdem wie schnell die Kontaktdaten geliefert werden, im günstigsten Fall zwei bis drei Stunden."

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"Riesiger Zeitaufwand"

Theoretisch müssten die Mitarbeiter des Gesundheitsamts nun alle durchtelefonieren. "Bei, sagen wir mal, 230 Kontaktpersonen aus der Schule plus dem privaten Umfeld vor dem Teil-Lockdown ist das ein riesiger Zeitaufwand." Das schaffe das Gesundheitsamt weder am Wochenende mit aktuell sieben Mitarbeitern mit zehn Stunden Arbeitszeit vor Ort noch unter der Woche mit 40 Mitarbeitern.


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Daher hätten sich die Elternportale der Schulen als "guter Verteilmechanismus" erwiesen, findet Drochner: "Es geht schnell, einfach und erreicht sehr viele. "Allerdings musste das Gesundheitsamt, so Drochner, auch lernen, dass es einige wenige Eltern gibt, die nicht in den Portalen vertreten sind. Sie würden nun extra informiert. Aber generell teilt das Amt der Schule umgehend nach der ersten Bearbeitung mit, wie sich die Betroffenen zu verhalten haben, wie lange die Quarantäne geht und wann die Testtermine in Hersbruck und Altdorf anstehen. "Spätestens am nächsten Tag sind alle über das Elternportal informiert."

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Tests an mehreren Tagen

Für eine kleine Verzögerung sorge auch, dass nicht alle 230 Personen an einem Tag getestet werden können. "Das müssen wir auf zwei Tage verteilen." Für Verspätungen könnten auch Zwischenfälle sorgen, auf die das Amt keinen Einfluss habe. "Wir wollten ursprünglich das Schreiben zur Quarantäne-Anweisung beim Abstrich mitgeben, aber wenn jemand sein Kind beim Hausarzt testen lässt und dies nicht mitteilt, merken wir das erst, wenn er nicht zum Termin erscheint", berichtet Drochner.


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Dann brauche der Brief mit der Post eben länger. Auch das Wochenende verhindere einen reibungslosen Ablauf. "Wir müssen ja erst die Schulleitung anrufen, dann diese die Sekretärin und dann dauert es, bis wir die Liste bekommen." Doch auch daraus habe man inzwischen gelernt: Am Schulamt gebe es eine Koordinierungslehrerin, die samstags und sonntags arbeite, und von vielen Direktoren habe das Amt inzwischen die Handynummern.

Tag für Tag

Den Vorwurf, das Gesundheitsamt selbst sei am Wochenende nicht erreichbar, lässt Drochner ebenfalls nicht so stehen: "Die Mails werden auch da von einem Arzt gelesen und wir bitten, eine Nummer für einen Rückruf zu hinterlassen." Zu wenig sei sicher noch niemand informiert worden, da ist sich Drochner sicher, "denn letztendlich wird seit mehr als einem halben Jahr tagtäglich das Thema ausführlich in allen Medien behandelt".

Andrea Pitsch

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