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Corona-Pandemie: Werden Krankenhäuser in der Region wiedereröffnet?

Die Regierung will mehr Teststellen und Notfallbetten - 03.04.2020 08:38 Uhr

Das Krankenhaus in Parsberg im Landkreis Neumarkt war erst im Januar geschlossen worden. Nun wäre es ein Kandidat für ein Hilfskrankenhaus vor dem Hintergrund der Corona-Krise.

© Foto: Werner Sturm


"Um für den Fall einer massiven Zunahme stationär behandlungsbedürftiger Covid-19-Patienten gewappnet zu sein, erarbeiten das bayerische Gesundheitsministerium und das bayerische Innenministerium darüber hinaus ein Konzept zum temporären Aufbau so genannter Not- oder Hilfskrankenhäuser", hatte Huml erklärt. Derzeit würden mögliche Einrichtungsvarianten sowie die damit zusammenhängenden logistischen, personellen und organisatorischen Fragen geprüft.

Die endgültige Entscheidung, welche Hilfskrankenhäuser den Betrieb wieder aufnehmen, sei aber nach wie vor noch nicht gefallen, erklärt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage: "Wir sind in Abstimmung mit dem Innenministerium, weil hier ein gemeinsames Konzept zugrunde liegt, das erst noch am Entstehen ist."

Das Parsberger Krankenhaus schloss vor kurzem aus Personalmangel seine Pforten.

© Andrea Munkert


Diese Hilfskrankenhäuser seien als die letzte Reserve zu verstehen, deren Errichtung durchaus schwerpunktmäßig dort denkbar sei, wo im Zuge der Pandemie größere Schwerpunkte auftauchen. Das Gesundheitsministerium sei aktuell prioritär damit beschäftigt, die bestehenden Krankenhauskapazitäten auszubauen und parallel dazu die Patientenströme besser zu steuern.

In Zuge dessen seien bereits am Sonntag in allen 26 bayerischen Leitstellenbereichen Mediziner mit dem Titel "Ärztliche Leiter" bei der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) eingerichtet worden.


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Diese Leiter seien mit weitreichenden Entscheidungsbefugnissen ausgestattet. Sie "werden zum Beispiel mit der übergeordneten Steuerung der Patientenströme betraut und bestimmen auch die Krankenhäuser, die vorrangig zur Versorgung von Corona-Patienten mit herangezogen werden", so Bayern Gesundheitsministerin Huml. Gleichzeitig war auch die weitreichende Kooperationspflicht der Krankenhäuser beschlossen worden.

Keine Festlegung auf Standorte

Im Rahmen dieser Überlegungen würden auch die Hilfskrankenhäuser geplant. Diese Planung sei aber derzeit nicht abgeschlossen. Der Sprecher konnte sich derzeit nicht festlegen, wann die Standorte feststehen werden: "Das kann man schwierig im grünen Tisch entscheiden. Das Konzept sieht ja eben vor, dass diese Entscheidungen auf der Ebene der lokalen Katastrophenschutzbehörden geprüft und geplant werden."

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Das erst 2019 geschlossene Krankenhaus in Hersbruck (Landkreis Nürnberger Land) könnte ein solches Hilfskrankenhaus sein. Der Sprecher wollte dies zum jetzigen Zeitpunkt aber ausdrücklich nicht bestätigen. Seit dem Wochenende ist auf dem ehemaligen Klinikareal eine Teststelle für Corona-Patienten errichtet worden. Weitere Teststellen wurden etwa in Fürth, in Forchheim und in Erlangen in Betrieb genommen.

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Ein weiterer heißer Kandidat für ein Hilfskrankenhaus in der Region könnte das Klinikum Parsberg (Landkreis Neumarkt) sein, das erst im Januar aus Personalmangel seine Pforten schloss und um dessen Reaktivierung derzeit ein Krankenpfleger aus der Region kämpft. Doch auch für diesen Standort gibt es derzeit keine offizielle Bestätigung.


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Das Konzept der Regierung, das derzeit intern abgestimmt wird, sehe auch die sukzessive Steigerung der Intensivbettenkapazität im gesamten Freistaat vor. Stand Ende vergangener Woche gibt es in Bayern aktuell 3060 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten. In allen Regierungsbezirken Bayerns seien derzeit ausreichend Kapazitäten vorhanden, so das Gesundheitsministerium. Es gebe aber im Falle eines Engpasses auch die Möglichkeit, Patienten von einem Regierungsbezirk in den nächsten zu verlegen.

Derzeit prüfen sämtliche Kliniken innerhalb des Freistaates ihre Kapazitäten und die künftig möglichen Kapazitäten, um auch im Rahmen eines gesamtdeutschen Intensivbetten-Monitorings einen Überblick zu bekommen, wo wann welche Kapazitäten geschaffen werden können. Dieser Prozess ist laut Gesundheitsministerium in vollem Gange.

Auch das Klinikum Nürnberg teilte auf Anfrage mit, einen zuverlässigen Sachstand bis Mitte nächster Woche liefern zu können. Bisher lägen nur einzelne Schaglichter vor. In Schwabach etwa wurde erst Anfang der Woche im Diakoneo-Krankenhaus eine neue Intensivstation mit 36 Betten eingerichtet.

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SEBASTIAN LINSTÄDT

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