Betrugsversuch oder Systemfehler?

Coronahilfe-Mail irritiert fränkische Firmen - das steckt dahinter

Tobi Lang
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Redakteur

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2.8.2022, 09:04 Uhr
Über zwei Milliarden Euro Corona-Soforthilfe wurde allein in Bayern ausgezahlt. Nun sorgte bei den betroffenen Betrieben eine seltsame Mail für Irritationen. 

© Daniel Naupold, dpa Über zwei Milliarden Euro Corona-Soforthilfe wurde allein in Bayern ausgezahlt. Nun sorgte bei den betroffenen Betrieben eine seltsame Mail für Irritationen. 

Die Daten in der Mail sind korrekt, Anschrift, Bankverbindung, sogar der Betrag der ausgezahlten Corona-Soforthilfe - und trotzdem witterten mutmaßlich Hunderte fränkische Firmen einen Betrugsversuch. Scheinbar anlasslos erhielten die Unternehmer am Montagmorgen ein sogenanntes Unterrichtungsschreiben von ihrer zuständigen Bezirksregierung. Angehängt war eine seltsam anmutende PDF-Datei. Dabei war der Vorgang bereits im Frühling abgeschlossen. Handelte es sich um einen Phishing-Versuch im großen Stil, getarnt im Auftrag des Staates?

Tatsächlich nicht, wie die Regierung von Mittelfranken unserer Redaktion bestätigt. Auch dort herrschte zunächst Verwirrung. Aber, wie eine Sprecherin erklärt: "Die Schreiben wurden durch das System des Dienstleisters irrtümlicher Weise generiert, da die Frist zur Datenkorrektur im System abgelaufen war und als Folge daraus die Fälle abgeschlossen wurden." Betroffene können die Mails einfach ignorieren - die ursprünglich zwischen Februar bis April versendeten Unterrichtungsschreiben behalten ihre Gültigkeit.

"Über das System wird bereits eine Richtigstellung an die betroffenen Corona-Soforthilfeempfänger versendet", erklärt die Sprecherin. Zudem habe man einen entsprechenden Hinweis auf den Internetseiten des zuständigen Wirtschaftsministeriums und der Regierung von Mittelfranken geschaltet.

"Die Regierung von Mittelfranken entschuldigt sich bei allen Betroffenen für die Irritationen und Unannehmlichkeiten", erklärt die Sprecherin.