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Corona-Regeln in Bayern: Was aktuell gilt

17.9.2021, 08:30 Uhr
Informationen zur Maskenpflicht finden Sie hier.

Informationen zur Maskenpflicht finden Sie hier. © imago images/MiS, NNZ

Seit Donnerstag, 2. September, gilt die 14. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (14. BayIfSMV). In ihr ist festgehalten, welche Maßnahmen wann gelten. Die größte Neuerung ist die Krankenhausampel, die im Wesentlichen die Inzidenz ersetzt.

Inzidenz und 3G-Regel

Nur der Grenzwert 35 ist derzeit wichtig: Liegt die Inzidenz stabil darüber, gilt die 3G-Regel (geimpft, getestet, genesen) - und das nun in mehr Bereichen. Stabil heißt: Sobald der Wert dreimal in Folge überschritten wurde, gilt zwei Tage darauf 3G. Erst wenn der Wert drei Tage lang unter 35 liegt (vorab waren es fünf), wird die 3G-Regel zwei Tage später aufgehoben.

Die 3G-Regel bei einer Inzidenz von 35 betrifft Innenräume

- bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern, die nicht in einem Privathaushalt stattfinden - sind es mehr Teilnehmer, gilt 3G unabhängig von der Inzidenz
- von Sportstätten wie Boulderhallen und Fitnessstudios
- von Hochschulen
- von Tagungen und Kongressen
- von Bibliotheken und Archiven
- von außerschulischen Bildungsangeboten einschließlich der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Musikschulen, Fahrschulen und der Erwachsenenbildung
- der Gastronomie
- der Beherbergung, also Hotels und Ferienwohnungen
- von Freizeiteinrichtungen einschließlich Bäder, Thermen, Saunen, Seilbahnen und Ausflugsschiffe, Spielbanken, botanische Gärten, Freizeitparks
- beim touristischen Reisebusverkehr und Ähnlichem
- den Besuch von Patienten in Krankenhäusern
- alle Innenräume der Kultur, Theater, Kinos, Museen und Gedenkstätten

Schüler gelten mit Blick auf die regelmäßigen Tests in der Schule als getestet. Von der Testpflicht befreit sind auch alle Kinder vor dem Eintritt in die Grundschule. Ausnahmen gibt es auch für diejenigen, die beruflich oder bei einem gemeinnützigen Ehrenamt notwendige Arbeiten im Innenraum zu erledigen haben.

Ausgenommen von der 3G-Regel sind Privaträume, der Handel, der öffentliche Nahverkehr und Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis 1.000 Personen, Gottesdienste sowie Versammlungen im Sinne von Art. 8 Grundgesetz.

Ein PCR-Test darf maximal 48 Stunden alt sein, ein Schnelltest oder unter Aufsicht vorgenommener Selbsttest höchstens 24 Stunden.

Krankenhausampel

Die Stufe Gelb wird erreicht, sobald in Bayern innerhalb der jeweils letzten sieben Tage mehr als 1200 Patienten mit einer Corona-Erkrankung in Krankenhäuser aufgenommen wurden. Das entspricht einer bayernweiten Hospitalisierungs-Inzidenz von 9,13 je 100.000 Einwohner. Die Krankenhaus-Ampel springt auf Rot, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf den bayerischen Intensivstationen liegen.

Beide Zahlen werden auf einer Webseite des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlicht.

Sobald eine der Stufen erreicht wird, wollen die Staatsregierung und das Gesundheitsministerium weitergehende Maßnahmen beschließen. Das sind bei Gelb beispielsweise:

- die Anhebung des Maskenstandards von OP-Maske auf FFP2
- Kontaktbeschränkungen
- die Erfordernis, als Testnachweis für 3G einen PCR-Test vorzulegen
- Personenobergrenzen für öffentliche und private Veranstaltungen

Sobald die rote Stufe erreicht ist, will die Staatsregierung "unverzüglich weitere Schutzmaßnahmen" verfügen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Zusätzlich darf auch jedes Landratsamt eigene Schutzmaßnahmen ergreifen, wenn die Infektionszahlen lokal sehr hoch sind.

Maskenpflicht

Die FFP2-Maskenpflicht entfällt. Die medizinische Maske ("OP-Maske") ist der neue Standard. Unter freiem Himmel gibt es nur eine Maskenpflicht bei großen Veranstaltungen mit über 1000 Personen. Hier muss im Eingangsbereich und in Begegnungsbereichen Maske getragen werden.

In Innenräumen gilt meistens eine Maskenpflicht. Dabei gibt es aber auch einige Ausnahmen. Keine Maske braucht es

- in Privatwohnungen
- wenn man einen festen Steh- und Sitzplatz hat und zuverlässig den Mindestabstand zu anderen Plätzen wahrt
- für das Personal an Kassen oder Theken, wenn sie durch Schutzwände von den Kunden getrennt sind
- wenn man in der Gastronomie an einem Tisch sitzt
- bei Dienstleistungen, die mit Maske nicht funktionieren (auf dem Zahnarztstuhl wird die Maske abgenommen)

Vorsicht: Im öffentlichen Nahverkehr und Fernzügen gilt die Maskenpflicht ausnahmslos. In Schulen und Kitas sowie Alten- und Pflegeheime gelten Sonderregelungen.

Kinder brauchen bis zum sechsten Geburtstag keine Maske zu tragen.

Allgemeine Kontaktbeschränkung

Es gibt auf Stufe Grün keine Kontaktbeschränkungen mehr.

Gottesdienste

Wenn der Mindestabstand an einem festen Sitz- oder Stehplatz gewahrt bleibt, entfällt die Maskenpflicht. Nehmen nur Geimpfte, Genesene und Getestete teil, dürfen Plätze auch enger aneinander gestellt werden.

Einkaufen und Dienstleistungen

Steht die Ampel auf Grün, braucht man für das Einkaufen oder Dienstleistungen in Innenräumen nur eine OP-Maske. Auf dem Parkplatz entfällt die Maskenpflicht komplett. Zudem fallen die Quadratmeterbeschränkungen weg, die es in der 13. BayIfSMV noch gab.

Regeln für die Gastronomie

Die Sperrstunde um ein Uhr nachts entfällt. Sonst gelten die allgemeinen 3G- und Maskenregeln. Außerhalb von Veranstaltungen darf in geschlossenen Räumen nicht getanzt werden, Musik darf nur im Hintergrund laufen.

Regeln für Hotels

Einen Testnachweis braucht es bei einer Inzidenz über 35 bei der Ankunft und dann jeweils nach 72 Stunden wieder.

Regeln für den Sport

Es gelten die 3G-Regel sowie die allgemeinen Maskenregeln. Zudem herrscht ein Alkoholverbot in Sportstätten.

Änderungen gibt es auch für Großveranstaltungen.

Änderungen gibt es auch für Großveranstaltungen. © Peter Kotzur / foto2press via www.imago-images.de

Veranstaltungen (Sport, Kultur, Kongresse)

Maximal sind 25.000 Besucher erlaubt. Ob Steh- oder Sitzplätze vergeben werden, ist egal. Bei bis zu 5000 Besuchern darf jeder Platz besetzt werden. Bei allen Plätzen darüber hinaus darf nur die Hälfte der weiteren Kapazität des Veranstaltungsorts genutzt werden.

Wichtig ist: Entweder, es wird der Mindestabstand eingehalten, oder es herrscht eine Maskenpflicht. Bei Verstößen dagegen kommt sowohl auf den Veranstalter als auch den Teilnehmer ein Bußgeld zu.

Bei Veranstaltungen mit über 1000 Gästen muss der Veranstalter nicht nur ein Infektionsschutzkonzept ausarbeiten, sondern es vorab der Kreisverwaltungsbehörde zur Durchsicht vorlegen. Dann darf es auch nur personalisierte Tickets geben und es wird kein Alkohol ausgeschenkt.

Messen

Wie im Supermarkt entfällt die flächenabhängige Besucherbegrenzung. Stattdessen gibt es eine neue tägliche Besucherobergrenze von 50.000 Personen.

Corona-Regeln für Kultur, Freizeit und Tourismus

Clubs und Diskotheken sollen ab Anfang Oktober öffnen dürfen. Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht einen PCR-Test.

Für alle kulturellen Veranstaltungen, Theater, Kinos und Museen gilt 3G - ebenso für Schwimmbäder, Thermen, Saunen, Seilbahnen und Ausflugsschiffe und den touristischen Reisebusverkehr.

Volksfeste

Volksfeste bleiben untersagen. Für Ersatzveranstaltungen, die mit Ausnahmegenehmigungen möglich sind, gilt 3G.

In Schulen soll es Präsenzunterricht geben.

In Schulen soll es Präsenzunterricht geben. © imago images/Mattias Christ

Schulen in Bayern

Das Ziel ist ein durchgehender Präsenzunterricht. In den ersten Unterrichtswochen nach den Ferien gilt als besondere Schutzmaßnahme eine allgemeine Maskenpflicht im Klassenzimmer. Die Maskenpflicht entfällt beim Sport, während des Stoßlüftens und wenn die Lehrkraft das ankündigt.

Grundschüler dürfen dabei wie bisher Stoffmasken verwenden, für Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 5 gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske.

Die Tests an den Schulen werden nochmals ausgeweitet: An weiterführenden Schulen machen die Schüler dreimal pro Woche einen Selbsttest. In Grundschulen und Förderschulen wird – sobald hierfür die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen sind – stattdessen zwei Mal pro Woche ein PCR-Pool-Test ("Lollitest") gemacht.

Die Quarantäneregelungen werden angepasst: Bei einem Infektionsfall muss nicht die ganze Klasse in Quarantäne, sondern nur Schüler, die einen engen Kontakt zum Erkrankten hatten. Nach fünf Tagen können sie sich mit einem PCR-Test freitesten. Die übrigen Schüler werden gegebenenfalls für eine gewisse Zeit täglich getestet. Für Förderschulen kann es jeweils Ausnahmen geben.

Kitas

Hier gibt es weiterhin Angebote für zwei wöchentliche Tests pro Kind. Bei Infektionsfällen gibt es eine "Quarantäne nur mit Augenmaß". Dabei sollen die Interessen der Kinder und der Kitas berücksichtigt werden.

Hochschulen

Das Ziel sind Präsenzvorlesungen. Für Studenten gilt die 3G-Regel, Tests werden für Studenten mit Studentenausweis weiterhin kostenlos bereitgestellt - so steht im Bericht einer Kabinettssitzung. Am Platz gilt eine Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Besuch in Altenheimen

Für Besucher von Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen gilt 3G unabhängig von der Inzidenz. Dazu kommen zwei Besonderheiten: Noch nicht eingeschulte Kinder ab sechs sowie Schülerinnen und Schüler in den Ferien sind von der Testpflicht nicht ausgenommen.

Kontaktdatenerfassung

Kontaktdaten muss man in folgenden Fällen angeben:

- bei Veranstaltungen ab 1000 Personen
- bei Dienstleistungen mit körperlicher Nähe zum Kunden (zum Beispiel dem Friseurbesuch)
- in der Gastronomie
- bei Übernachtungen
- bei Tagungen, Kongressen, Messen
- bei kulturellen Veranstaltungen
- bei Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, botanischen Gärten und Ähnlichem

Nötig sind Vor- und Nachname, eine Anschrift, eine Kontaktmöglichkeit (Mail, Telefonnummer) und der Ankunfts- und Aufbruchszeitpunkt.