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Denkmalprämierung: Bezirk zeichnete bereits 4011 Kleinode aus

Von der Rothenburger Ratstrinkstube über ein Kurheim bis zum Fürther Logenhaus - 27.03.2016 21:00 Uhr

Ein Prachtbau: Die Sanierungsarbeiten am Logenhaus in Fürth sind abgeschlossen und prämiert worden. © Anestis Aslanidis


Diese Rothenburger Sehenswürdigkeit ist so beliebt wie das Männleinlaufen an der Frauenkirche am Nürnberger Hauptmarkt: Im Giebel des repräsentativen Gebäudes am Marktplatz befindet sich eine mechanische Kunstuhr. Zur Freude der Touristen spielt das Wunderwerk der Technik seit 1910 täglich zur Mittagszeit eine Szene aus dem historischen Schauspiel "Der Meistertrunk" nach. Heute befindet sich in dem Gebäude mit dem Rothenburg Tourismus Service die erste Anlaufstelle für alle Besucher der Stadt.

Fassade und Dach saniert

Ratstrinkstube wird das eindrucksvolle Baudenkmal in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rothenburger Rathaus genannt. Nach einer umfangreichen Sanierung von Dach und Fassade ist das Äußere wieder perfekt.

Das Baudenkmal ist eines der 54 Objekte, die heuer durch fachgerechte Sanierung und Instandsetzung in Schmuckstücke umgewandelt wurden. "Kenntnisreichtum, Herzblut und finanzielles Engagement sind notwendig, um alte Bausubstanz vor dem Verfall zu bewahren und für kommende Generationen zu erhalten", teilte der Bezirk Mittelfranken mit.

Drei Sonderpreise gingen heuer an das Backhaus von Geyern bei Bergen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen), an ein Wohnstallhaus in Ickelheim (Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) und an den früheren Patrizier-Herrensitz Schübelsberg in Nürnberg.

Auch 2015 war die Spannbreite der ausgezeichneten Objekte groß. In der Liste finden sich Bauernhäuser und Scheunen, Kirchen und Kapellen, städtische Bürgerhäuser und ländliche Flurdenkmäler. Mustergültig saniert wurden auch ein ehemaliges Sudhaus in der Schwabacher Altstadt und die prächtige Fassade im Stil der Neurenaissance am Logenhaus der Freimaurerloge in Fürth, das Schleusenwärterhäuschen bei Pfeifferhütte am Alten Ludwigskanal und der Markgrafenbrunnen in Roth.

Eine Besonderheit unter den prämierten Baudenkmälern ist auch das 1903 erbaute Kurheim für "chronisch Kranke, Blutleere und Entkräftete" in Urpertshofen bei Bad Windsheim. Oder das Gartenhaus aus der Biedermeierzeit in Dinkelsbühl.

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Als Meisterleistung gilt die Sanierung des vom Verfall bedrohten Pfarrhauses von Schwebheim bei Burgbernheim. Dadurch sei barocker Glanz in die Ortschaft zurückgebracht worden. Ein schönes Zeugnis der Volksfrömmigkeit ist der sogenannte Ölberg am Ostchor der Stiftsbasilika von Herrieden. In der Neumühle von Petersaurach (ebenfalls Kreis Ansbach) ist sogar ein Mahlwerk erhalten geblieben.

Grundlegend überarbeitet wurde auch die riesige Feuerstelle in der Klosterküche des Dominikanerklosters in Rothenburg. Bei einer Größe von vier mal vier Metern ist sie einmalig in Deutschland.

Hohe Qualität

Seit dem Denkmalschutzjahr 1975 lobt der Bezirk Mittelfranken nun schon das bürgerschaftliche Engagement, das zum „Ansehen und zur Aufwertung der gesamten Region“ beigetragen habe.

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Exakt 4011 Urkunden haben die jeweiligen Bezirkstagspräsidenten seitdem an Privatpersonen, aber auch an Kirchen, Vereine und Institutionen verliehen. Genau 4011 Mal sei damit ein wertvolles Kulturdenkmal im Bezirk Mittelfranken erhalten geblieben und zudem in hoher Qualität saniert worden.

Zur Denkmalprämierung ist wieder ein Begleitband erschienen. „Denkmalpflege in Mittelfranken 2015“ kann zum Preis von 15 Euro im Bezirksrathaus in Ansbach unter Telefon (09 81) 46 64-10 31 bestellt werden. 

HORST M. AUER

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