Navi blind vertraut

Franzose bei A6-Brückenabriss in der ersten Reihe

19.4.2021, 17:56 Uhr
Ein Navigationsgerät, auch integriert im Smartphone, leistet häufig unverzichtbare Dienste. Blind vertrauen sollte man ihm trotzdem nicht. Oft sind neue Straße noch nicht verzeichnet, aktuelle Streckensperrungen fehlen.

Ein Navigationsgerät, auch integriert im Smartphone, leistet häufig unverzichtbare Dienste. Blind vertrauen sollte man ihm trotzdem nicht. Oft sind neue Straße noch nicht verzeichnet, aktuelle Streckensperrungen fehlen. © Foto: Christin Klose, dpa

Wer bin ich, meinem Navi zu widersprechen, wird sich ein französischer Staatsbürger gefragt haben, als ihn die Routenplanung anwies, weiter auf der A6 zu bleiben, obwohl doch alle anderen Verkehrsteilnehmer die Autobahn verlassen hatten und es sehr einsam zuging auf der Fernstraße. War diese doch am Wochenende für volle 16 Stunden komplett gesperrt, um zwei Brücken-Teilbauwerke am Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim abreißen zu können.

Doch das Navi wusste nichts von dieser Vollsperrung, und so fuhr der Franzose beharrlich weiter auf die Brückenabrisse zu. Als er unmittelbar vor der Baustelle zwei Sicherungsfahrzeuge sah, die quer zur Fahrbahn standen, misstraute er dem elektronischen Beifahrer wohl doch langsam und konnte noch rechtzeitig anhalten.

Lotsenfahrzeug statt Navi

Mitarbeiter der Sicherungsfirma konnten den Franzosen auf Irrwegen dann schlussendlich davon überzeugen, dass es in diesem Fall wohl doch klüger wäre, die ausgeschilderte Umleitungsstrecke zu wählen. Von einem Lotsenfahrzeug wurde er auf die richtige Strecke geleitet. Ob er sein Ziel dann ohne weitere Zwischenfälle erreicht hat, ist allerdings nicht bekannt.


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Die Brückenabrisse gehören zu den Vorarbeiten des sechsstreifigen Ausbaus der A6 an dieser Stelle. Von der Landesgrenze zu Baden-Württemberg bis zum Kreuz Feuchtwangen/Crailsheim wird sie auf sechs Fahrspuren erweitert. Mit dem eigentlichen Ausbau der Fahrbahnen soll im Jahr 2022 begonnen werden.