Donnerstag, 21.11.2019

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Mittelfränkischer Jäger klagt über wildernde Hunde

Vor allem im Mai reißen die Tiere viele trächtige Rehe - 13.05.2017 11:35 Uhr

In Jagdrevieren dürfen Hunde nicht unbeaufsichtigt frei herumlaufen. Der Hundehalter sollte sich immer in unmittelbarer Nähe befinden. © dpa


BJV-Sprecher Thomas Schreder hatte jüngst erst gesagt: "Wir haben Fotos von hunderten von Hunden gerissenen trächtigen Rehen." Jäger dürfen die Hunde abschießen, wenn sie erkennbar und nachweislich Wild nachstellen. Die Tierschutzorganisation Peta schätzt, dass pro Jahr in Deutschland 400.000 Katzen und 65.000 Hunde von Jägern getötet werden.

Ralf Straußberger, Wald- und Jagdreferent des Bund Naturschutz in Bayern kritisierte die Regelung heftig : "Wir finden, das Jagdgesetz lädt zum Abschuss ein. Denn es ist immer Ermessenssache, wann ein Hund dem Wild nachstellt und wann nicht."

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Nun legt BJV-Präsidiumsmitglied Jürgen Weißmann aus Ehingen im Landkreis Ansbach nochmal nach. Die Hundehalter sollten dringend Grenzen beachten. Gerade im Mai würden Wald, Wiesen, Hecken und Feldgehölze auch zur Kinderstube für viele Wildtierarten. Trächtige Rehgeißen, die kurz vor dem Setzen seien, blieben länger in Deckung als gewöhnlich und seien auf der Flucht nicht so flink wie normal.

So komme es immer wieder vor, dass Hunde, die ihrem Führer auskämen, Wild anjagten und schlimmstenfalls rissen. Zurück blieben Kadaver qualvoll verendeter Tiere, die Opfer eines gewilderten Hundes geworden seien.

Einen anjagenden Hund zurückzupfeifen, sei extrem schwer und gelinge nur bei gut ausgebildeten Tieren. Die Verantwortung für den Hunde trage allein der Besitzer. Jäger- und Hundevereine bieten eigens Kurse dafür an.

Der BJV hat eigens eine Informationsbroschüre herausgegeben, um das Problem in den Griff zu bekommen. BJV-Präsident Jürgen Vocke sagt dazu: „Je mehr Hundehalter über die rechtlichen Grundlagen und die Zusammenhänge in der Natur wissen, desto harmonischer wird das Miteinander zwischen Wild und Hund ablaufen.“

Martin Müller Redaktion Metropolregion Nürnberg und Bayern E-Mail

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