Drais sei Dank: Das Fahrrad feiert 200. Geburtstag

11.7.2017, 05:55 Uhr
Ende des 19. Jahrhunderts war Radfahren zunächst ein Zeitvertreib für die vermögende Oberschicht. Ein Hochrad kostete damals noch das Jahresgehalt eines einfachen Arbeiters. Unter anderem Carl Marschütz (links), der Gründer der späteren Hercules-Werke in Nürnberg, sorgte jedoch dafür, dass das Fahrrad bald auch für einfache Leute erschwinglich wurde.
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© Museum Industriekultur

Unerschrockene stiegen bei ersten Fahrradrennen auf die so genannten Knochenschüttler. Ein Zeitvertreib für Gutbetuchte, denn die Arbeiterschicht konnte sich so ein in reiner Handarbeit gefertigtes Hochrad nicht leisten.
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© Manfred Marr (Repro)

Marschütz' Firma entwickelte sich schnell zu einem der größten Hersteller in Europa. Die 1886 gegründete Velozipedfabrik Hercules (hier ein Bild der Produktionsräume im Jahr 1930) war jedoch nur eine von vielen Firmen in Nürnberg.
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© Museum Industriekultur

Hercules und seine örtlichen Mitbewerber deckten einst den Großteil des deutschen Bedarfs ab. Um 1900 herum stammten vier von fünf Rädern in Bayern aus den Werkhallen der Fahrrad-Hochburg Nürnberg.
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© Michael Matejka

Markenzeichen von Hercules war einst der kraftstrotzende Sohn von Göttervater Zeus. Der Halbgott aus der griechischen Mythologie zierte auch einige Jahre lang die vorderen Schutzbleche der Nürnberger Fahrräder.
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© Roland Fengler

Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet Hercules aber immer wieder in Schwierigkeiten und sah viele Herren kommen und gehen. Unter anderem wurde der Firmensitz nach Neuhof an der Zenn und später nach Schweinfurt verlegt.
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© Stefan Hippel

Ein weiterer namhafter Hersteller in Nürnberg war die Triumph Werke AG. Hier eine Außenansicht der Produktionsstätten in der Fürther Straße. Neben den Fabrikhallen hatte das Unternehmen eine Teststrecke für seine Produkte.
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© Museum Industriekultur

In Nürnberg wurden aber nicht nur Fahrräder hergestellt, sondern auch viel Zubehör wie Lampen, Reifen oder spezielle Fahrradtaschen. Die Nachbildung eines Fahrradladens im Museum Industriekultur erinnert an dieses Kapitel fränkischer Industriegeschichte.
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© André Ammer

Nicht nur in Nürnberg war man begeistert von dem neuen Fortbewegungsmittel. So legte sich Robert Bosch 1890 ein Fahrrad zu, um damit seine Kunden in Stuttgart zu besuchen. Das Foto bildete zugleich die Vorderseite seiner Visitenkarte.
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© Robert Bosch GmbH

Angesichts der rationelleren Fertigung wurde das Fahrrad bald auch billiger und damit zum bevorzugten Fortbewegungsmittel der Arbeiterklasse.
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© Museum Industriekultur

Und auch dem Vereinsleben verlieh das Fahrrad neue Impulse. Unter anderem wurden zahlreiche Radfahrvereine in der Region gegründet.
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© privat

Damit die Menschen das neue Gefährt auch zu beherrschen wussten, errichteten einige Hersteller auch Fahradschulen. Hier eine Postkarte vom Hercules-Velodrom, das sich auch zum damals wichtigsten Versammlungsort Nürnbergs entwickelte.
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© Stadtarchiv

Auch Hersteller Victoria baute ein Velodrom in Nürnberg. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Neukunden so das Erlernen des Radfahrens auf abgesperrtem Terrain ermöglicht.
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© Friedl Ulrich

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© NN-Archiv

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Siegeszug des Autos. Die Radfahrer - hier ein Bild von der Nürnberger Bahnhofstraße in den 1950er Jahren - mussten sich die Straße mit immer mehr motorisierten Verkehrsteilnehmern teilen.
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© Gerardi

Das Fahrrad entwickelte sich immer mehr zum Freizeitgefährt. Hier sehen wir Spaziergänger und Erholungssuchende am Ufer des Wöhrder Sees.
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© Friedl Ulrich,

Das Museum Industriekultur bietet einen Überblick über die technische Entwicklung. Zum Bedauern des früheren Museumsleiters Matthias Murko findet allerdings nur Bruchteil der im Museumsdepot schlummernden rollenden Schätze Platz in den Ausstellungsräumen.
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© André Ammer

In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Stahlross immer mehr für die unterschiedlichen Einsatzzwecke ausgerichtet. Vollgefederte Downhill-Mountainbikes zum Beispiel erinnern eher an Cross-Motorräder als an ein Fahrrad.
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© Julian Stratenschulte

Triathlon-Räder, wie sie etwa beim Challenge in Roth eingesetzt werden, sind aerodynamisch konsequent optimiert und dank des Werkstoffes Carbon trotzdem extrem leicht.
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© André Ammer

Fans schwören auf das Liegerad, das dank des niedrigeren Luftwiderstands erheblich höhere Geschwindigkeiten als ein herkömmliches Rad ermöglicht.
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© Patrick Pleul

Eine Fahrradgattung, der definitiv die Zukunft gehört, sind Elektrofahrräder. Die Verkaufszahlen der Pedelecs gehen kontunierlich nach oben.
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© Tobias Hase