Bundeskriminalamt warnt

Dreiste Europol-Betrugsmasche: Viele Fake-Anrufe in Nürnberg und der Region

20.5.2022, 12:29 Uhr
Aktuell häufen sich wieder die Anrufe von Telefonbetrügern.

© imago images/Fotostand, NNZ Aktuell häufen sich wieder die Anrufe von Telefonbetrügern.

Seit Wochen warnen die Bundesnetzagentur und das Bundeskriminalamt vor den Betrugsversuchen am Telefon. Die Kriminellen rufen teils im Abstand von wenigen Minuten immer wieder mit unterschiedlichen Rufnummern an. Wer den Anruf annimmt, hört zuerst eine automatische Bandansage.

Darin behaupten die Betrüger, der Anruf komme von Europol, Interpol, dem BKA oder anderen Polizeibehörden. Dann geht es um persönliche Daten, die angeblich entwendet wurden – der Angerufene solle die Ziffer 1 drücken, um mehr zu erfahren. Die Bundesnetzagentur warnt: "Nach Drücken der Taste erfolgt eine Weiterleitung zu einer Person, die – teils in englischer Sprache – zur Herausgabe persönlicher Daten auffordert".

Tausende Anrufe gemeldet

Allein bis Ende Februar gingen dort über 7000 Verbraucherbeschwerden zu dem Thema ein. Aktuell gibt es viele ähnliche Beschwerden aus Nürnberg und der Region. So schreibt ein Leser unserer Redaktion: "Gerade wurde ich von Europol angerufen. Wer's glaubt. Angeblich wäre etwas mit meiner IDCard." Er habe nicht geantwortet, sondern aufgelegt.

Teilweise werden die Opfer am Telefon auch aufgefordert, Geld zu überweisen. Das BKA stellt dazu allerdings klar, dass Beamte nie Personen am Telefon zu Geldüberweisungen auffordern würden. Bei den Anrufen nutzen die Betrüger nach Angaben des BKA allerdings ein spezielles Verfahren, das tatsächliche Polizei-Nummern oder eine Handy-Nummer, die ähnlich der eigenen ist, anzeigen lässt. Das soll die Opfer zusätzlich verwirren.

Diese Tipps geben die Behörden, um sich zu schützen

Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufs werden, sollten Sie spätestens, wenn Sie die entsprechende Bandansage hören, sofort wieder auflegen und sich keinesfalls in ein Gespräch verwickeln lassen oder gar persönliche Daten preisgeben, rät das BKA. Die Bundesnetzagentur empfiehlt zudem, die Nummer des Anrufers direkt zu blockieren – auch wenn diese regelmäßig wechseln kann.

Außerdem können Sie bei einigen Routern und Telefonen bestimmte Vorwahlen sperren, die von den Betrügern immer wieder genutzt werden. Die Behörden raten zudem, Anzeige bei der örtlichen Polizeistelle zu erstatten, da es sich um potenzielle Straftatbestände handelt.

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