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Samstag, 28.03.2020

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Durchbruch für Hotelneubau an der Stadthalle

Der Rohbau auf der Tiefgarage soll noch dieses Jahr stehen - 30.01.2020 16:00 Uhr

Als Ersatz für den vom Hotel beanspruchten Paisleyplatz entsteht an der Uferstraße eine neue Terrasse für die Außenaktivitäten im Stadthallenprogramm. Der Abhang zur Rednitz wurde für den neuen Aufbau weitgehend abgetragen. Die Zufahrtsrampe soll an der Einfahrt zum Ladehof der Stadthalle beginnen. © Foto: Volker Dittmar


15 Jahre nachdem die Pläne erstmals den Stadtrat in Staunen versetzt haben, kommt Bewegung in das ambitionierte Vorhaben: Auf der als Atomschutzbunker ausgelegten Tiefgarage der Stadthalle soll ein viergeschossiges Hotel errichtet werden. Die langwierigen Untersuchungen und Vorarbeiten sind abgeschlossen. Nun geht es endlich zur Sache.

Noch heuer soll der Rohbau des 15-Millionen-Euro-Projekts mit 148 Zimmern stehen, bis Februar 2021 das zurückversetzte Dachgeschoss fertig sein und im Herbst nächsten Jahres der Betrieb aufgenommen werden. Das sagt auf FN-Anfrage der Geschäftsführer des Düsseldorfer Investors RMA, Christoph Röhr. Der weitgehend mit Betonfertigteilen ausgeführte Rohbau werde relativ fix über die Bühne gehen.

Innerhalb einer Woche könne eine halbe Etage fertiggestellt sein – einschließlich vorgefertigter Nasszellen, die nur noch vom Kran hineingehoben werden müssten. Als wesentlich schwieriger erwies sich die Statik. Damit die 80 Meter lange Bettenburg auf dem 950 Quadratmeter großen Vorplatz der Stadthalle nicht einbricht, mussten die Säulen der Tiefgarage darunter verstärkt werden. Und zwar der Länge nach, weil zwischen ihnen ohnehin nicht viel Raum für die immer breiteren Autos ist.

Die am Projekt stark interessierte Stadt hat dem Investor nicht nur das Gelände verkauft, sondern ihm auch großzügig Parkplätze in der Tiefgarage zur Verfügung gestellt. Schließlich erhofft man sich Synergie-Effekte für die Stadthalle, wo das Messe- und Tagungsgeschäft boomt. Ein angeschlossenes Hotel kann hier als Trumpfkarte eingesetzt werden. Und falls es in der Stadthalle einmal zu eng wird, bietet das Hotel zwei Konferenzräume zur Mitbenutzung an.

"Ich bin froh, dass es endlich vorangeht", sagt Stadthallenchef Robert Steinkugler. Immer wieder hatten neue Probleme auch seine Geduld auf die Probe gestellt. Zuletzt bremste der Vogelschutz die Arbeiten für eine Freifläche am Abhang zur Uferstraße – Ersatz für den wegfallenden Paisleyplatz – aus. Doch auch das ist nun ausgestanden. Seit 13. Januar laufen die Arbeiten an der bogenförmigen, rund 500 Quadratmeter großen Terrasse mit Zufahrtsrampe zum Ladehof-Eingang.

Nötig ist der Außenbereich für Präsentationen bei Messen. Zur Verfügung stehen soll er laut Steinkugler bereits im April. Doch bis nach der Adidas-Hauptversammlung Mitte Mai werde man noch den Paisleyplatz nutzen. Das gilt auch für die Motorradmesse Franken Bike am 7. und 8. März sowie die Fahrradmesse am 14. und 15. März.

Aufgeständerte Front

Aktuell wird vor dem Eingang der Stadthalle gearbeitet. Das Dach zum Aufzug wurde weitgehend entfernt, um besser das Fundament für die Stirnseite des Hotels bereiten zu können. Auf bis zu sieben Meter hohen Säulen wird der Neubau die Tiefgaragenzufahrt überragen. Die Stirnseite soll nach den Worten von Christoph Röhr in Abstimmung mit der Stadt attraktiv gestaltet werden. Der sichere Zugang zur Stadthalle bleibt laut Steinkugler während der gesamten Bauzeit gewahrt.

Betreiber des Hotels der Marke Holiday Inn Express ist die Berliner Tristar-Gruppe. Alle etwa 20 Quadratmeter großen Doppelzimmer sollen familienfreundlich mit Kinderschlafplätzen ausgestattet sein. Im Dachgeschoss sind außerdem spezielle Zimmer für Gäste mit Behinderung und Betreuern geplant.

An der Konzeption des Hotels hat sich in all den Jahren seit Beginn der Planung kaum etwas geändert. Lediglich der Investor hat gewechselt. Ursprünglich war die zum Warsteiner-Brauerei-Imperium gehörende Welcome-Hotelgruppe am Zug. Doch schon 2006 warf sie das Handtuch. Investor RMA übernahm den Entwurf des Bamberger Architekturbüros Seemüller. Dem Neubau muss auch das Gänsberg-Denkmal von Heinz Heiber auf dem Paisleyplatz weichen. Es wird Richtung Löwenplatz versetzt.

Volker Dittmar

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