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DWD klärt auf: Erwartet Deutschland ein Horrorwinter?

Wetterdienst reagiert auf Medienberichte über zu milden Winter - 10.12.2019 17:35 Uhr

Am 1. Dezember, pünktlich zum Advent, beginnt der meteorologische Winter in Europa. Seit Tagen überbieten sich die Wetterportale mit Prognosen, wann der erste Schnee fallen könnte - auch nordbayern.de geht dieser Frage im Wetter-Ticker regelmäßig nach. Demnach könnte es am Sonntag auch in Franken soweit sein, in höheren Lagen rieselten bereits die ersten Flocken vom Himmel. Doch wie sieht es für den Rest des Winters aus?

Wetter: Droht ein Winter ohne Schnee?

"Einigen Medien zufolge soll es dieses Jahr einen 'Horrorwinter' geben", schreibt der DWD auf seiner Homepage - womit allerdings ein milder und schneearmer Winter gemeint sei. Weihnachten, Neujahr und der ganze Januar und Februar ohne echte Schneedecke?

Ein milder Winter sei im Zuge des Klimawandels tatsächlich wahrscheinlicher als ein kalter, stellt stellt Diplom-Meteorologe Simon Trippler klar. Experten sagen sogar voraus, dass dieser Winter der wärmste aller Zeiten werden könnte. Trotzdem sei eine schneereiche und kalte Saison noch nicht vom Tisch. Anhaltspunkte für eine verlässliche Vorhersage gibt es trotz ausgeklügelter Technik bisher kaum.

Basis dafür sind laut DWD Computermodelle, die für Langfristvorhersagen entwickelt wurden. Die stellen die vorhergesagten Abweichungen der Temperatur für die Wintermonate im Vergleich zum Jahresmittel zwischen 1990 bis 2017 dar. Heißt: Wird die durchschnittliche Temperatur von Dezember bis Februar eher höher oder niedriger als in den Jahren zuvor?

Wetter im Winter: Modelle sind nicht besonders verlässlich

Die Antwort für die Wintermonate lautet: Es wird wärmer. Die DWD-Grafik für die kommenden Monate zeigt einen Temperaturanstieg von bis zu einem Grad. Allerdings sind diese Vorhersagen trotz aller Fortschritte nicht besonders genau. "Bei Evaluierungen von Jahreszeitenvorhersagen zeigte sich in der Vergangenheit, dass diese über Europa bisher kaum zuverlässige Ergebnisse liefert", erklärt Trippler.

Nur die nicht schraffierten Bereiche innerhalb der Grafik zeigen die Regionen, für die es in der Vergangenheit gute Vorhersagen gab. Der Großteil der Karte ist allerdings schraffiert. Das bestätige "die aktuell bei uns immer noch mangelnde Qualität", so Trippler. Im tropischen Pazifik beispielsweise funktioniert es besser. Von einem "Horrorwinter", in welcher Hinsicht auch immer, kann man daher guten Gewissens erst sprechen, wenn er denn auch tatsächlich da ist.

Eine Frage, die wenige Wochen vor dem Fest immer häufiger gestellt wird: Können wir in Franken auf eine weiße Weihnacht hoffen? Die Statistik gibt dazu erste Antworten.

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jru

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