"Ein Platz auf Erden": Die Drehorte des Franken-Tatort

12.4.2015, 17:22 Uhr
In der Nürnberger Hainstraße bei Familie Schulz war das Franken-Tatort-Team auch zu Gast.

In der Nürnberger Hainstraße bei Familie Schulz war das Franken-Tatort-Team auch zu Gast. © Roland Fengler

"Der Himmel ist ein Platz auf Erden" heißt der sperrige Titel, und der Himmel hängt tatsächlich sehr über Nürnberg, als an diesem Morgen der Erlanger Uni-Professor Christian Ranstedt beim Liebesspiel im Nürnberger Reichswald ermordet wird. Um zu ermitteln, wer hinter dem brutalen Verbrechen stecken könnte, müssen Hauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) und seine Kollegin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) bei Ranstedts zu Hause nachforschen.

Die extravagante Villa, in die sie kommen, steht tatsächlich in Erlangen, in der Nähe des Burgbergs. Ein Kieferorthopäde und seine Familie haben sie der Filmcrew vier Tage komplett zur Verfügung gestellt. Eine "große Ehre" sei das für ihn gewesen, sagt der Mediziner, ein ausgewiesener Tatort-Fan, gleichwohl habe er nicht gewusst, was auf ihn zukomme.

Die Mannschaft um Regisseur Max Färberböck zog Trennwände in den markanten Bau mit den ineinander verschachtelten Glas-Kuben ein, die die weiße Wendeltreppe noch besser zur Geltung brachten. Der Kamin verschwand ebenfalls hinter einer Wand, Möbel wurden verrückt, neue hinzugestellt. Doch am Ende habe er sein Haus "piccobello" wiedererhalten, berichtet der Arzt, der morgens in die Praxis verschwand, als die Crew anrückte.

 

Am Abend, als er zurückkehrte, sei man am Set noch lange nicht fertig gewesen. Ein zehn- bis zwölfstündiger Drehtag sei keine Seltenheit. Die Straße vor dem Haus blieb selbst für die Anwohner gleich zwei Wochen gesperrt, denn auch das Nachbaranwesen war zum Schauplatz umfunktioniert worden. Als eine "Sondereinheit der Polizei" für Aufnahmen anrückte, sei es dem einen oder anderen Nachbarn dann doch zu viel des Guten gewesen, berichtet der Arzt. Doch im Team habe stets beste Stimmung geherrscht.

Location-Scout durchforstete halb Franken

Der Nürnberger Location-Scout Olaf Tiedje hatte die Immobilie ausfindig gemacht und auch die Wohnung der Familie Schulz in der Nürnberger Hainstraße. Der Szenenbildner hatte einen Hochhauskomplex gewünscht, in dem Kommissar Voss auf Verbrecherjagd gehen sollte. Die Schulzes entschieden sich vergangenen August kurzerhand, zwei Tage früher als geplant in den Sommerurlaub zu fahren. Und so zog das Filmteam in der Hainstraße ein und übernahm in Schulzens Wohnung die Regie. Das Schlafzimmer wurde ausgeräumt und als Büro dekoriert, auch da und dort eine Trennwand installiert.

Als die Familie mit ihren zwei Buben aus Italien zurückkam, war alles wieder in den Urzustand zurückversetzt. Blitzblank sei die Wohnung gewesen, lobt Uwe Schulz, und für die Kinder habe sogar ein Buchgeschenk auf dem Küchentisch gelegen.

Ortskundige werden auch die Pyramide in Fürth an der Stadtgrenze als Kulisse entdecken, und ein eher unbekanntes Zimmer im Oberlandesgericht Nürnberg: Dort befragt Kommissar Voss einen Richter, der in einem stilvollen holzgetäfelten Raum sitzt. Es ist die schmucke Bibliothek des OLG. Eine echte Schatzkammer.

10 Kommentare