Donnerstag, 06.05.2021

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Ein Torbogen für Fürths Goldenen Schwan

Sanierung des Gebäudes nähert sich dem Ende, noch sind aber Details zu klären - 27.06.2019 16:00 Uhr

Ein goldener Schwan ziert wieder den Mittelstein des neu errichteten Torbogens, den im Moment noch eine Holzkonstruktion stützt. Auf dem Stein soll künftig – wie früher – eine Muschel aus Sandstein stehen.

27.06.2019 © Johannes Alles


Der "Lehrbogen" aus Holz, der noch den Sandstein stützt, kommt nächste Woche weg. Wenn der Mörtel ausgehärtet ist, sagt Steinmetz Peter Stutzmann, muss sich der Bogen über der Hofeinfahrt des Goldenen Schwans wieder selbst tragen.

Sechs der alten Steine hat Stutzmann ersetzen müssen, die Jahrhunderte hatten sie zermürbt. In der Mitte aber prangt ein Original und darauf die goldglänzende Figur eines Schwans. "Ein dunkler Fleck", sagt der Steinmetz, sei das Ornament zuletzt gewesen. Als er es reinigte, fand er Reste einer einstigen Vergoldung, die er nun wiederhergestellt hat – mit 24 Karat Blattgold. Auch eine Jakobsmuschel aus Sandstein, die, wie alte Fotos zeigen, auf dem Mittelstein stand, soll Stutzmann rekonstruieren.

Ist am Bogen die Holzverschalung erst einmal verschwunden, wird sich Stutzmann den Feinheiten der Steine widmen. "Reinigen, überarbeiten, schön machen", fasst er die anstehenden Arbeiten zusammen. Außerdem haben ihn die Eigentümer des Gebäudes damit betraut, die sieben schmückenden Vasen aus Sandstein wieder auf das Gesims zurückzubringen. Sie waren ebenfalls stark angegriffen und müssen saniert oder zum Teil ganz neu geschaffen werden. Bis zum Grafflmarkt im September soll es so weit sein.

Fehlt eigentlich nur noch ein Fassadenelement, ein nicht ganz unwichtiges: der goldene Schwan, der lange auf einem Sockel an der Ecke thronte und derzeit etwas traurig aus seinem Zwischenlager im Schaufenster des Nachbarhauses lugt. Auch an ihm haben die letzten Jahrzehnte Spuren hinterlassen.

Dass er in neuem Glanz zurückkehren soll, der Altstadtverein hat dafür eine Finanzspritze versprochen, steht längst außer Frage – entweder restauriert oder in Form einer Replik. Doch weil Experten, so heißt es, genau über diese Frage erst noch diskutieren mussten, wurde die Schlosserei in Langenzenn, die die Arbeiten ausführen soll, immer noch nicht tätig.

Klar ist: Kehrt der Schwan zurück, findet die aufwändige Sanierung des lange leerstehenden Gebäudes ihren Abschluss. Heute beherbergt es eine Praxis für Physiotherapie im Erdgeschoss und Mietwohnungen in den oberen Geschossen.

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