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Montag, 22.07.2019

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Engpässe: Fürths Recyclinghöfe beschränken Liefermenge

An beiden städtischen Standorten gelten zurzeit strengere Regelungen - 05.06.2019 16:00 Uhr

Neben dem Solarberg befindet sich seit langem ein städtischer Recyclinghof. Der andere ist im Jahr 2017 von der Jakobinenstraße in die Karolinenstraße umgezogen und wird von einem privaten Unternehmen im Auftrag der Stadt Fürth betrieben. © Hans-Joachim Winckler


Das Sofa, das seinen Dienst getan hat, eine Holzvertäfelung, die längst unmodern geworden ist, oder die morsche Gartenhütte: Dinge wie diese landen meist auf einem der beiden Fürther Wertstoffhöfe.

Doch obwohl der Standort in der Karolinenstraße erst vergangenen Sommer um gut 600 Quadratmeter vergrößert wurde, stößt er bereits wieder an seine Kapazitätsgrenzen.

Die Folge: Seit März nehmen die Mitarbeiter dort genau unter die Lupe, wie viel Abfall ein Privatmann dabei hat. Er darf pro Tag nämlich nicht mehr als drei Kubikmeter anliefern. Diese Menge entspricht ungefähr dessen, was an Möbeln aus zwei Zimmern anfällt. Bei Gewerbetreibenden sieht es sogar noch schlechter aus. Sie dürfen nur noch einen Kubikmeter pro Tag abgeben.

Die Regelung gilt nicht nur für den Wertstoffhof in der Südstadt, den ein Entsorgungsunternehmen im Auftrag der Stadt betreibt, sondern auch für den in Atzenhof, der sich in städtischer Hand befindet. So soll verhindert werden, dass sich die Container auf dem Gelände zu schnell füllen. Dann nämlich sind große Lkw nötig, um sie abzuholen. "Die Höfe müssen in diesem Fall quasi gesperrt werden", sagt Bernhard Maid von der Fürther Abfallberatung. Dabei sollen sie vor allem Fürther Bürgern offen stehen, die kleine Mengen anliefern, so Maid.

Mit der Begrenzung der Müllmenge pro Tag versucht die Stadt nun, die Not auf den Recyclinghöfen etwas zu mildern. Dass beide an ihre Grenzen gelangen, ist Maid zufolge auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Ein Faktor ist das Wachstum der Stadt. Weil immer mehr Menschen in Fürth leben, nimmt natürlich auch die Menge an Abfall zu. Außerdem wird an vielen Ecken und Enden der Stadt eifrig gebaut, gewerkelt und renoviert – das produziert bekanntermaßen ebenfalls Müll.

Verheerender Brand

Aber auch weil die Entsorgung immer komplizierter wird, fehlt es an Platz. Elektroschrott etwa muss seit einiger Zeit noch genauer getrennt werden, was neue Container nötig macht.

Erschwerend hinzu kommt der verheerende Brand bei der Entsorgungsfirma Veolia in der Fürther Hafenstraße. Das Areal muss nach dem Feuer im vergangenen August nun saniert werden. Weil das bis mindestens Ende des Jahres 2019 dauert, können die Fürther dort keine Wertstoffe oder Sperrmüll anliefern.

Bilderstrecke zum Thema

Dunkler Qualm über Fürth: Großbrand in Entsorgungsfirma

Ein Großbrand forderte am Sonntag und Montag die Fürther und die Nürnberger Feuerwehr: In einer Entsorgungsfirma im Westen der Kleeblatt-Stadt fing ein größerer Haufen Plastik Feuer. Eine dunkle Rauchsäule stieg kurz nach Ausbruch des Feuers über der Stadt auf. Selbst am Tag danach waren die Einsatzkräfte noch mit der Brandbekämpfung beschäftigt.


Dazu müssen sie nun entweder zum Nürnberger Hafen fahren, wo die "grünen Engel" Abfall annehmen. Oder aber sie machen sich auf nach Sack (Boxdorfer Str. 8 b), wo die Entsorgungsfirma Rau seit Jahrzehnten ihren Sitz hat. Abgesehen von Flüssigkeiten wird hier jeglicher Abfall angenommen wie etwa Sperrmüll, Bauschutt, Erde oder Glas – allerdings müssen auch Privatkunden für die Abgabe zahlen. Das liegt daran, erklärt Maid, dass hier – im Gegensatz zu den städtischen Wertstoffhöfen – die Entsorgung von Sperrmüll nicht schon mit der Müllgebühr abgegolten sei.

Seit die täglichen Abgabemengen an den städtischen Wertstoffhöfen begrenzt wurden, registriert man in Sack mehr Zulauf, sagt Betriebsleiter Marco Hebele. Weil das Gelände aber mit mehreren tausend Quadratmetern um einiges größer ist als die beiden städtischen Wertstoffhöfe, falle dies kaum ins Gewicht. "Meistens klappt der Abtransport des Mülls reibungslos", versichert Hebele.

Abgeben kann man seinen Abfall in Sack montags bis freitags von 7 bis 16.30 Uhr. Samstags sowie an Brückentagen bleibt der Betrieb geschlossen. Der Wertstoffhof in Atzenhof hat Montag bis Freitag von 7.30 bis 12 Uhr und von 12.45 bis 16 Uhr, am Samstag 7.30 bis 13 Uhr geöffnet.

Der Standort in der Karolinenstraße hat seine Öffnungszeiten seit Anfang März ausgeweitet. Anstelle von bisher 35 Stunden wird dort jetzt an 46 Stunden pro Woche Abfall angenommen, und zwar Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 16 Uhr. 

Gwendolyn Kuhn

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