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Mittwoch, 16.10.2019

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Erlangen: Neue Trasse für Main-Donau-Kanal erst ab 2026

Bürger wollen Verlagerung des Lärmschutzwalls - Kosten für Schleusen steigen - 16.04.2019 07:34 Uhr

Die Schleuse Erlangen wurde trockengelegt, weil sie inspiziert und saniert werden muss. Mit einem Revisionsverschluss ist die Schleusenkammer vom Fahrwasser abgeriegelt worden. In einigen Jahren wird eine neue Schleuse gebaut. © Klaus-Dieter Schreiter


Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits 2017 beginnen. Unter anderem durch die Einwendungen von Bürgern verzögerte sich der geplante Baubeginn zunächst auf 2019. Die Kritiker hatten einige Änderungen der ursprünglichen Pläne erreicht, unter anderem die Verlagerung eines Lärmschutzwalls.

Zeitversetztes Vorgehen

Anschließend verzögerte sich auch noch der Planfeststellungsbeschluss um fast ein Jahr. Er erfolgte für beide Schleusen am 5. Dezember 2018. Im Januar 2019 lagen dann die Planunterlagen zur Einsicht aus.

"Uns haben bislang keine Einsprüche erreicht. Ganz sicher können wir uns aber noch nicht sein. Die letzte Instanz ist das Bundesverwaltungsgericht. Dort könnten auch noch Einsprüche liegen", sagt Mareike Bodsch, Leiterin des Wasserstraßen-Neubauamts Aschaffenburg.

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Unheimlicher Ort: Die trocken gelegte Schleuse Erlangen

Um die Betriebssicherheit der Schleusen und Brücken des Main-Donau-Kanals zu erhalten, werden umfangreiche Inspektions-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Der gesamte Kanal ist für die Schifffahrt gesperrt, die Schleuse Erlangen bei Möhrendorf trocken gelegt worden.


Momentan sei man dabei, die technischen Ausführungsdokumente zu erstellen und die Ausschreibungen vorzubereiten.

Schleuse Erlangen: Baubeginn wohl 2022

Die Ausschreibung für die Schleuse Kriegenbrunn soll im Jahr 2020 erfolgen, der Baubeginn ist dann für 2021 zu erwarten. Die Schleuse Erlangen folgt zeitversetzt ein Jahr später. Dementsprechend wären die Schleusen auch erst in den Jahren 2026 und 2027 fertig. Mit einer deutlichen Erhöhung der Kosten von jeweils 210 und 203 Millionen Euro (Stand 2012) ist zu rechnen.

"Wir wollen die Risiken im Vergabeverfahren minimieren", erläutert Bodsch die weitere Verzögerung. Man wolle die Baufirmen mehr einbinden. Dadurch dauere es zwar länger, der Bau sollte dadurch aber reibungsloser ablaufen können, meint die Leiterin des Wasserstraßen-Neubauamts.

Konstruktion überbeansprucht

Nötig geworden ist der Neubau, weil die Stahlbetonkonstruktion so stark überbeansprucht wurde, dass eine Sanierung selbst bei einer langen Kanalsperrung nicht mehr möglich wäre. Die Schleuse Kriegenbrunn soll direkt neben der vormaligen Schleuse errichtet werden.

Der Probebetrieb beginnt im Jahr 2026, der reguläre Betrieb zwei Jahre später. Die Schleuse Erlangen wird 300 Meter nördlich des bestehenden Bauwerks errichtet. Damit der Verkehr auf dem Kanal trotz der Verzögerung bis zur Fertigstellung der neuen Schleusen garantiert werden kann, wurden die Wände der Schleusenkammern bereits zusätzlich verstärkt.

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